Krokers RAM: Wo waren die Start-ups und Digital-Denker aus Deutschland auf der DLD?

Mein Rant am Morgen: Wo sind sie denn, die digitalen Vordenker, die kreativen Querköpfe aus Deutschland? Oder ist es am Ende so, dass es schlicht keine gibt?

Bereits zum dreizehnten Mal hat der Münchner Burda-Verlag Anfang der Woche seine Digitalkonferenz DLD durchgeführt. Und wie stets seit dem Start im Jahr 2005 stand auch die diesjährige DLD ganz im Zeichen aktuellen Tech-Megathemen wie Künstliche Intelligenz, selbstfahrende Autos oder Chatbots. Zugleich waren wegen des zukünftigen US-Präsidenten Trump aber erstmals auch pessimistische Töne zu hören.

Soweit, so bekannt – und teils auch neu. Was mir beim Besuch meiner inzwischen achten DLD aber aufgefallen ist: Ja, die Konferenz ist international und hochkarätig besetzt. Von Microsoft-CEO Satya Nadella über Intel-CEO Brian Krzanich bis hin zu Nest-Mitgründer Matt Rogers sowie dem jüngsten Startup-Milliardär, dem Stripe-Gründer John Collison, gab sich mal wieder die gesamte Digital-Elite im HVB-Forum die Klinke in die Hand.

Auch deutsche DAX-Vorstandschefs, die gerne was vom digitalen Glanz der DLD abbekommen, finden Ende Januar stets einen freien Platz in ihren ansonsten proppevollen Terminkalendern; in diesem Jahr etwa Telekom-Chef Tim Höttges und Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

Wer dagegen völlig fehlte – außer einem kurzen und reichlich uninspiriertem Podiums-Auftritt von Rocket-Boss Oliver Samwer: bekannte Protagonisten aus der deutschen Digitalszene in nennenswerter Zahl, seien es Start-up-Gründer, seien es Digital-Denker oder sonstige Kreative.

Wo sind sie denn, die digitalen Vordenker, die kreativen Querköpfe aus Deutschland? Hat Burda bloß nicht lang genug nach Referenten gesucht? Oder ist es am Ende so, dass es schlicht keine respektive zu wenig gibt? So sehr ich die DLD als Digital-Treff ansonsten schätze – das ist echt traurig!

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Alle Kommentare [5]

  1. Wenn den DLD-Event-Managern bei „digitalen Vordenkern und kreativen Querköpfen“ zuerst die CEOs von Microsoft und Intel einfallen, und dann noch Google/Alphabet, wer sollte dann aus Deutschland dazustoßen? IT-Unternehmen annähernd dieser Größe gibt es außer SAP keines in Deutschland. Sicher, der Veranstalter hätte sich mehr Mühe geben können, Teilnehmer aus der zweiten Reihe einzuwerben.

    Auf der anderen Seite fällt den deutschen „digitalen Vordenkern und kreativen Querköpfen“ glaube ich auch nicht als erste Adresse der Burda-Verlag ein, bei dem sie ihre innovativen Ideen und Konzepte präsentieren möchten. Wer sie sehen will, sollte sich vielleicht besser im Mai auf der re:publica umschauen, oder der dmexco, oder auch auf spezialisierten Events wie OMR oder WHD.global.

  2. Hi Michael, danke für Deinen Kommentar. Genau das meinte ich ja – das ist ja erst einmal die Aufgabe des Veranstalters. Und die DLD hat sich in den vergangenen Jahren eben schon als erste Adresse für digitale Vordenker etabliert, ist jedenfalls meine Einschätzung nach meiner nuunmehr achten Teilnahme.

  3. Mein Kommentar geht in die gleiche Richtung, wie der von Michael Frenzel. Man muss nur den Begriff „erfolgreichste deutsche Startups“ googeln und sich die Listen bzw. Galerien unter den ersten drei Treffern anschauen:
    https://www.deutsche-startups.de/2016/04/11/startups-umsatz/
    http://www.gruenderszene.de/allgemein/25-heisse-deutsche-startups
    http://www.manager-magazin.de/fotostrecke/made-in-germany-die-groessten-deutschen-startups-fotostrecke-124564.html

    Mit Ausnahme von Zalando, Notebooksbilliger, Trivago, Xing, MyHammer, Babbel und Soundcloud (bei den beiden letztgenannten wusste ich noch nicht mal, dass es sich um deutsche Unternehmen handelt) kenne ich kein einziges der genannten ca. 50 Unternehmen – obwohl in das Internet relativ intensiv nutze und mich sehr für die Thematik interessiere.

    Ich vermute daher, das von Ihnen bemängelte Fehlen „digitaler Vordenker und kreativer Querköpfe“ darauf zurückzuführen ist, dass es einfach zu wenige hochkarätige gibt. Immerhin gibt es deutsche Autoren, wie Christoph Keese („Silicon Germany“) oder Tobias Kollmann („Deutschland 4.0 – Wie die digitale Transformation gelingt“), die recht gute Bücher zum Thema verfasst haben.

    Abgesehen von den Samwer-Brüdern sehe ich weit und breit keine deutsche Unternehmerpersönlichkeit, von der ich erwarten würde, den kommenden digitalen Champion mit globaler Reichweite und zweistelligen Milliardenumsätzen aus dem Boden zu stampfen.