Zugriffsrechte von Smartphone-Apps: Apple vor Blackberry, Android & Windows Phone schlecht

Nur bei BlackBerry und iOS lassen sich Zugriffsberechtigungen nachträglich entziehen. Plus weitere Befunde zur Daten-Nutzung auf Smartphones.

Das Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI), eine gemeinnützige Gesellschaft (gGmbH) der Deutsche Post, hat in der vergangenen Woche unter der Überschrift „Wissenswertes über den Umgang mit Smartphones“ eine umfangreiche Studie veröffentlicht.

Mit der Studie will das DIVSI die Nutzer von Smartphones dafür sensibilisieren, auf welche persönlichen Daten die jeweiligen Handy-Hersteller sowie Drittanbieter von Smartphone-Apps zugreifen. Zu diesem Zweck hat das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC) im DIVSI-Auftrag das Verhalten und die Rechtevergabe der vier wichtigsten Mobil-Plattformen in Deutschland untersucht.

Die AISEC-Forscher haben jeden der Kandidaten Android, Apple/iOS, Windows Phone und Blackberry in vier einzelnen Kategorien hinsichtlich der Daten-Zugriffsrechte untersucht, etwa ob jene Regeln auch nachträglich änderbar sind oder ob Art und Häufigkeit der Nutzung privater Daten nachvollziehbar sind:

Die Ergebnisse: Nur bei BlackBerry und iOS können Nutzer einer App nachträglich Zugriffsberechtigungen wieder entziehen; bei Android und Windows Phone ist dies nicht möglich. Insgesamt rangiert Apple mit je zwei Bewertungen „besonders gut“ (grün) und „durchschnittlich“ (gelb) an der Spitze, gefolgt von Blackberry. Hingegen schneiden Marktführer Android sowie Windows Phone eher schlecht ab: Bei beiden leuchtet die Bewertungs-Ampel drei Mal rot („weniger gut“) und nur einmal gelb.

Nur Blackberry verzichtet auf die Cloud – und speichert alle Daten lokal

Weitere Resultate der Untersuchung: Ein Smartphone lässt sich auch ohne Benutzerkonto verwenden, allerdings nur eingeschränkt. So erfordert der Download neuer Apps in der Regel die Einrichtung eines Benutzerkontos. Mehr noch: Durch ein Benutzerkonto werden viele Smartphone-Daten in der Cloud gespeichert und synchronisiert – und das oft automatisch.

Hat ein Anwender etwa ein Microsoft-Konto eingerichtet und gibt dieses bei der Einrichtung eines Windows-Smartphones an, werden seine gespeicherten Kontakte automatisch synchronisiert – ein Abschalten dieser Funktion ist nicht möglich. BlackBerry verzichtet als einziger Hersteller auf die Synchronisierung in der Cloud und speichert alle Daten lokal.

Basierend auf den Befunden hat das DIVSI eine Leitfaden mit den zehn wichtigsten Fakten zum Umgang mit Smartphones zusammengestellt (kostenloser PDF-Download hier). Und die vollständige Smartphone-Studie gibt’s komplett hier.

Quelle: DIVSI

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Alle Kommentare [5]

  1. „Apple vor Blackberry, …“

    Ha ha ha… ha ha 🙂 Das ist ein guter Witz. BlackBerry hat die besten App-Berechtigungen. Da können die anderen OS nicht mithalten.

  2. Es gibt Leute für die scheint es schwierig geworden zu sein selbst zu denken und überlegen (in dem Falle wirklich kein großer aufwand). Deshalb wird dieses Feature Apple gut geschrieben. Aber ganz ehrlich, der Entwickler kann da irgendwas reinschreiben (annahme!) und den Zugriff für etwas ganz anderes Nutzen. Jeder kann sich selbst überlegen ob diese App diesen zugriff benötigt oder nicht (weiß ich es nicht, gibtes eben keinen Zugriff bis ich merke da fehlt etwas).

    BlackBerry hat immer noch das negative Image als Trend-Verschlafene (was absolut nicht stimmt!). Für die Meschen scheint es immer noch schwer zu sein veränderungen hinzunehmen und sich an etwas neues (sei es auch nur ein bisschen! anderes) zu gewöhnen…

    Auch finde ich die Studie nicht ganz objektiv (wieweit haben sich die Testpersonen wirklich mit der Materie außeinandergesetzt). Mir ist beim erstenmal lesen der Studie schon aufgefallen, dass da einiges fehlt. Die Studie schein auf Apple nahezu zugeschnitten zu sein. Sowohl bei BlackBerry als auch WindowsPhone fehlen in diesem Zusammenhang Dinge, welche auf einmal ein völlig anderen Blickwinkel bilden würden!

  3. Interessant. Ich denk, Blackberry würde sich einen riesen Gefallen tun, wenn sie die Möglichkeit implementieren würden, die App berechtigungen auch bei Android Anwendungen kontrolierbar zu machen. Dies währe technisch, vorallem seit OS 10.3 ohne weiteres möglich, da in der entsprechenden Android engin die Technischen Möglichkeiten dazu gegeben sind