Foursquare, der einstige Social-Media-Darling – der seit längerem auf der Stelle tritt

Hier ein Kommentar zur aktuellen Entwicklungen bei dem einstmals so gehypten US-Dienst für mobile Check-ins am Smartphone.

Eigentlich hat Dennis Crowley allen Grund, zufrieden zu sein: Ende 2013 hat der von ihm Anfang 2009 gegründete Mobildienst Foursquare die Marke von 45 Millionen registrierten Nutzern passiert.

Und erst vor zwei Wochen konnte Crowley einen wichtigen Deal mit Microsoft festzurren: Für ein Investment in Höhe von 15 Millionen Dollar lizensiert Foursquare den Zugriff auf seinen Datenschatz von fünf Milliarden Check-ins und 40 Millionen Bewertungen an die Redmonder.

Dennoch kann ich mich subjektiv nicht des Gefühls erwehren, dass Foursquare auf der Stelle tritt – und das schon seit längerem. Denn trotz vermeintlicher Erfolgsmeldungen wie dem Microsoft-Deal bekommt man als Nutzer nur wenig Veränderungen mit.

Gewiss, die Zahl der angelegten Venues wächst. Und selbst in Deutschland erhält ein virtueller Bürgermeister, ein so genannter Mayor – also derjenige, der in den vergangenen 60 Tagen an einer Foursquare-Lokation am häufigsten eingecheckt hat – hin und wieder ein Goodie, sei es einen Gratis-Cappuchino oder einen Drink aufs Haus.

„Foursquare ist heute längst ein mobiler Empfehlungsdienst“, sagt Achim Hepp, selbstständiger IT-Berater mit Schwerpunkt auf lokale Internet-Dienste, mit dem ich kürzlich über den Fortschritt von Foursquare diskutierte.

Wobei Hepp ja quasi optimistisch sein muss: Schließlich betreibt er mit AllesFoursquare.de eines der wenigen deutschsprachigen Blogs rund um das Thema. Und er hat mit dem 4SQCamp in Dortmund Ende Januar das erste Barcamp in Deutschland ausgerichtet – eine Art von den Besuchern selbstgestaltete Konferenz.

Ankündigung schon vor drei Jahren

Andererseits: Pläne als Empfehlungsplattform im Stile von Yelp & Co. hatte Foursquare-Chef Crowley schon vor geraumer Zeit: Im Februar 2011, also ziemlich genau vor drei Jahren, habe ich mit ihm ein Interview für die WiWo geführt.

„Das größte Potenzial versprechen wir uns von der Zusammenarbeit mit Lokalen in den Städten wie Kaffee-Shops, Bars oder Restaurants“, sagte Crowley da – und weiter: „Wir haben eine Softwareplattform, die Händler nutzen können, um spezielle Angebote für Foursquare zu konzipieren.“

Sonderlich viel weiter gekommen sind Crowley und Foursquare seitdem nicht. Sehr schade eigentlich – denn ich mag den Dienst immer noch.

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