Mobiles Breitband-Web: Deutschland nur auf Rang 40 – hinter Griechenland und Kasachstan

Im wichtigen Wachstumssegment zum mobilen Internet-Surfen per Smartphone und Tablet hinkt Deutschland vielen Industrienationen hinterher. 

Am vergangenen Wochenende hat die Internationale Fernmeldeunion ITU ihren Jahresbericht „State of the Broadband Report“ über die Versorung mit Breitband-Internet rund um den Globus veröffentlicht.

Wichtigster Befund aus hiesiger Sicht: Deutschland ist bei der Nutzung des Internets im Vergleich mit anderen Industriestaaten bestenfalls Mittelmaß. So haben rund 84 Prozent aller Deutschen einen Internet-Anschlüsse – das macht Rang 19 im internationalen Vergleich. An der Spitze liegen hier die skandinavischen Staaten Island, Norwegen, Dänemark und Schweden mit eine Fast-Vollversorgung jenseits der 93 Prozent.

Noch dramatischer ist der Rückstand beim schnellen mobilen Internet: Laut ITU kommen hierzulande auf 100 Bewohner gerade mal 41 mobile Breitband-Anschlüsse. Damit rangiert Deutschland abgeschlagen auf Platz 40 – noch hinter Ländern wie Griechenland und Kasachstan (siehe im kostenlosen PDF der Studie auf Seite 94):

Quelle: ITU/Statista für WiWo.de

Dies stellt einen beträchtlichen Standortnachteil für Deutschland dar: Immerhin ist der schnelle Internetzugriff per Smartphone und Tablet laut ITU-Analyse mit einem jährlichen Plus von 30 Prozent einer der wichtigsten technologischen Wachstumstreiber.

Etwas bessere Zahlen gibt’s hierzulande dagegen bei stationären Breitbandverbindungen. Mit 34 Anschlüssen im Festnetz-Breitband auf 100 Bewohner kommt Deutschland immerhin auf Rang neun weltweit. Spitzenreiter ist hier die Schweiz mit knapp 42 Zugängen:

Quelle: ITU/Statista für WiWo.de

Die ITU-Zahlen unterstreichen einmal mehr eindrucksvoll, dass die von der Bundesregierung im Jahr 2009 initiierte Breitbandinitiative noch lange nicht am Ziel ist. Denn die aktuelle Analyse deckt sich mit früheren Studien, die Deutschland einen beträchtlichen Rückstand insbesondere bei den schnellsten Internet-Zugängen attestieren.



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Alle Kommentare [6]

  1. Sag ich ja immer, endlich haben wir es schriftlich. Und jetzt einen dicken ShitStorm an die Provider!

  2. Das ganze ist schliesslich noch Neuland für uns, da muss man den Deutschen noch was Zeit geben sich daran zu gewöhnen.

  3. Es kommt doch nicht auf die Festanschlüsse pro Einwohner an, sondern eher pro Haushalt. Es hängt doch von der Anzahl der Einwohner pro Haushalt ab.

  4. Das ist doch ein Unfug. Die Hälfte der Bevölkerung nutzt kein mobiles Internet – viele davon werden sich bewusst dagegen entschieden haben, weil ihnen der Internetzugang zuhause ausreicht, wieso soll das ein Standortnachteil sein, und was ist daran dramatisch? Und was können da die Provider oder die Bundesregierung dafür? Entscheidend ist doch die Verfügbarkeit! Und ich glaube kaum, dass wir da so schlecht dastehen. Wie ist denn die 3G-Abdeckung in Deutschland, verglichen mit anderen Ländern?
    Ausserdem bitte auch mal in die Statistik der stationären Anbindungen gucken, da steht Kasachstan auf Platz 71 (9,7 Anschlüsse auf 100 Einwohner) – vielleicht haben die Kasachstaner ja gar keine andere Möglichkeit, als mobiles Internet zu nutzen?

  5. Deutschland hat sicherlich noch Nachholbedarf an mobilen Breitbanknetzen im Vegleich zu anderen Ländern. Allerdings scheint die zweite Statistik mit den stationären Anbindungen wirklich wichtiger zu sein. Von der sinnvollen Nutzung der mobilen Breitbandnutzung sind wir ja noch weit entfernt – es soll ja auch noch Leute geben die SMS schreiben 😉

    Wichtiger erscheint erst mal der Ausbau größerer Datenleitungen im Festnetzbereich und eine kostengünstigere Nutzungsmöglichkeit. Der Aufbau z. B. von physikalisch redundanten Leitungen ist heute immer noch nicht überall realisierbar bzw. nur mit ernormen Kosten.