Entwicklungsland Deutschland: Bei sozialen Netzwerken zwischen Mexiko und Tunesien

Eine aktuelle Studie belegt erneut: Die Ablehnung von Facebook, Twitter & Co. ist in Deutschland höher als in allen anderen Industrienationen.

Über die vermeintliche oder auch tatsächliche Skepsis der Deutschen gegenüber neuen Technologien habe ich ja hier im Blog schon mehrfach geschrieben, etwa bezüglich der Nutzung des Kurznachrichtendienstes Twitter oder beim Einsatz von eBooks als Alternative zu gedruckten Büchern.

Eine aktuelle Studie aus den USA bestätigt diesen Befund nun erneut. So hat der amerikanische Think-Tank Pew Research Center in der vergangenen Woche eine Studie zur weltweiten Nutzung von sozialen Netzwerken im Internet veröffentlicht. Dazu haben die Marktforscher 26.000 Menschen in 21 Ländern befragt.

Quelle: Pew Research Center

Erster überraschender Befund: Die weltweite Nummer eins mit einem Online-Netzwerker-Anteil von 52 Prozent aller Erwachsenen ist Großbritannien – noch vor den USA und Russland, wo jeweils die Hälfte der Befragten soziale Netzwerke nutzen.

Deutschland rangiert dagegen am unteren Ende der Skala. Zwar ist der Nutzungsgrad von 34 Prozent aller Erwachsener noch im unteren Mittelfeld. Doch der Anteil der Verweigerer von sozialen Netzwerken ist mit 46 Prozent der Befragten der höchste unter allen betrachteten Staaten.

Damit erweist sich einmal mehr: Bei der Nutzung neuer Technologien ist Deutschland weiterhin ein Entwicklungsland, insbesondere im Vergleich mit anderen Industrienationen.

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Alle Kommentare [64]

  1. Man könnte die Statistik aber auch so lesen das Deutschland auf dem Zweiten Platz ist was die Internetnutzung angeht. Ich zum Beispiel nutze auch kein Xing oder Facebook… ich habe früher mal Soziale Netzwerke genutzt aber für mich ist der Zeitaufwand und die Einschränkungen einfach zu hoch als das sie den Nutzen rechtfertigen würden.

    Ich nutze eher themenspezifische Portale die im Grunde auch kleine Soziale Netzwerke sind aber eben noch nicht offiziell als solche zählen. Da sind die Diskussionen und Unterhaltungen für mich viel nützlicher.

  2. Man könnte es aber auch so lesen, dass deutsche Internetuser mehr auf ihre Privatsphäre geben als der Rest der Welt.

  3. Ich persönlich finde es sogar sehr gut, dass Faceboook und Co. nicht so häufig genutzt werden. Denn schließlich kann niemand sagen, was mit unseren Daten passiert. So lange sich die Communitys nicht an die Gesetze der einzelnen Länder halten sollten alle den Account kündigen.

  4. Deutschland steht in diese Liste auf Platz 2 was die Nutzung des Internets angeht – aus der Ablehnung der weitestgehend sinnfreien sozialen Netze die Nähe zu einem unterentwickelten Land zu konstruieren bedarf schon ein rechtes Maß an Unverständnis beim Schreiber. Welche Interessengruppe mag diese Statistik in Auftrag gegebene haben und warum wird sie seitens wiwo “interpretiert” ?
    Ätzend

  5. @Max @Markus @Thomas: Danke für die Kommentare. Dass in einem dich besiedelten Hochindustrieland wie Deutschland die Internet-Verbreitung auf dem zweiten Platz liegt, finde ich für sich genommen nicht wirklich überraschend – sondern eher, wenn es NICHT so wäre.

    Natürlich MUSS niemand soziale Netzwerke nutzen. Aber über etwas zu urteilen, dass man gar nicht kennt?! Mit Technologie-Skepsis in Deutschland meinte ich jedenfalls genau das, was Sie in Ihren Bemerkungen skizziert haben – Stichwort: “niemand kann sagen, was mit den Daten passiert”, “sinnfreie soziale Netze”.

    Quod erat demonstrandum – möchte ich da glatt anmerken… ;-)

  6. @Michael Kroker

    Aber über etwas zu urteilen, dass man gar nicht kennt?

    woher wollen Sie das denn wissen? Es wurde nicht gefragt, ob man die genannten Netzwerke einmal genutzt hat oder ob sie unbekannt sind

    Können Sie sich vorstellen,das es einfach eine Abwägung ist, wofür man seine Zeit nutzt? Es gibt immer noch etwas Altmödisches wie Kontakte von Mensch zu Mensch. Vielleicht ist das bei Ihnen etwas in Vergessenheit geraten.

    Ich hatte einmal eine Phase, da habe ich soziale Netzwerke intensiver genutzt. Zwischen Aufwand und Nutzen war ein geringer Zusammenhang. Also habe ich jeden Aufwand eingestellt, wo der Nutzen nicht, aber der Ärger vorhanden war. Geblieben ist mir der Nutzen bei geringen Aufwand. Facebook nein, Twitter nein. Es kommt immer darauf an, was einen bewegt, in sozialen Netzwerken aktiv zu sein.

    Sie haben doch Physik studiert?. Da sieht man sich doch erst die Fragen, dann die Anzahl der Befragten und erst dann die Ergebnisse an

    Q79 ASK ALL INTERNET USERS: Do you ever use online social networking
    sites like (Facebook, INSERT COUNTRY SPECIFIC EXAMPLES)?

    Germany studiVZ, meinVZ, StayFriends, MySpace, Facebook, Lokalisten, Xing or wer-kennt-wen.de

    Das ist eine sehr enge Definition von sozialen Netzwerken im Internet. Viele sind in sozialen Netzweken, die sie nicht als soziale Netzwerke bezeichnen würden, obwohl sie das genau sind. Selbst die Kommentatoren zu Zeitungsartikel oder zu blogs gehören einem sozialen Netzwerk an

  7. Es gibt einfach qualitativ gute alternativen in .de, in Tschechien als kleinem Land gibt es eben weniger Angebote. Daher ist es z.B. viel einfacher in den US erfolgreich zu sein. Grosse Zielgruppe, mehr Umsatz aber gleicher Aufwand.

  8. Wieso sollen diese Zahlen für ein “Entwicklungsland” sprechen? Für “Technologie-Skepsis”, gar, bei einem gleichzeitigen Spitzenwert unter “No internet”?

    Schon mal drüber nachgedacht, dass Facebook & Co für viele ungefähr so hinreißend sind wie eine Plastikmüllkippe? Da bin ich gerne tumber Eingeborener eines “Entwicklungslands”…

  9. Wir haben halt einfach nicht soviel Zeit für Social Media in Deutschland, wir müssen schließlich arbeiten und können nicht ständig unsere Zeit verplempern mit den neuesten Likes oder den gesammelten Informationen auf diesem Erdball. Irgendwann wird diese Blase auch wieder platzen.

    Bin heilfroh, dass wir nicht auf den vorderen Plätzen sind und wundern tuts mich auch nicht.

  10. Also ich hätte die Frage (ohne die Konkretisierung von LiberoBlin) mit Nein beantwortet, obwohl ich Xing “benutze”. Ich habe auf Xing ein Profil, weil in meiner Branche Jobs im Wesentlichen über Headhunter vermittelt werden und diese können mich so finden und kontaktieren.

    Der Sinn von Facebook und Konsorten erschließt sich mir nicht, da ich einfach jetzt schon für meine echten Freunde viel zu wenig Zeit habe, da werde ich nicht auch noch Zeit für Facebook abknapsen, nur damit ein paar Bekannte und Fremde auch immer auf dem neuesten Stand sind. Die meisten der Nutzer der sozialen Netzwerke wollen sich meiner Meinung nach nur nicht eingestehen, dass sie erstens “Spanner” sind, also Klatsch und Tratsch lieben und zweitens, dass sie die Netzwerke vor allem nutzen, weil man ja so unglaublich wichtig ist, wenn man hunderte Freunde und tausende Likes und Follower hat. Wobei man diesen Aspekt nicht unterschätzen darf.

    Vielleicht sind Sie ja der erste, der die Frage sinnvoll beantworten kann. Bitte eine KONKRETE Antwort ohne Herumgeschwafel: welchen Nutzen hat Facebook für Sie, dass es so wertvoll ist, dass man Nichtnutzer als unterentwickelt bezeichnen muss?

  11. Nunja, der Zusammenhang zwischen “Skepsis ggü. neuen Technologien” und der Social Media-Nutzung ist schon sehr gewagt.

    Einer von vielen Gründen ist auch, dass in Dtl. relativ viele Ü40 das Netz nutzen und diese Personen eben nicht Web2.0-affin sind; und das weltweit.

    (Ich nutzte Studivz, ich bin eine Xing/Linkedin-Leiche, ich nutze facebook täglich, aber in meinem “Freundeskreis” nimmt die Aktivität stetig ab…)

    Wesentlich interessanter ist für mich, wie Twitter es auf so eine mediale Präsenz bringt. Wer twittert in Dtl. ausserhalb der Medienbranche? Ich habe einen relativ großen Bekanntenkreis aus versch.sozialen Schichten, aber ich weiß von genau einem der twittert und einem der liest…

  12. Sehr dummer Artikel von dem Herr Kroker. Ich habe auch soziale Netzwerke genutzt, jetzt ist die Luft irgendwie raus, wie bei vielen.

    Befriedigend für mich ist, dass fast alle Leser hier so denken wie ich und nur der Herr Kroker ein Nachteil in dieser Studie sieht. Setzen 6 Michael.

  13. “Setzen 6″?! Wusste nicht, dass wir hier in der Schule sind. Aber mal im ernst: Ich habe eine internationale Studie des renommierten Pew Research Centers zitiert und analysiert. Darin hat Deutschland den höchsten Anteil Verweigerer von sozialen Medien an allen befragten Staaten. Die Schlussfolgerung, dass die Mehrzahl der Leute hier daher Bedenkenträger, Technologie-skeptisch etc. seien, ist daher ja nicht gerade “Rocket Science”.

    Man sollte sich etwa fragen, warum etwa in einem Land wie Großbritannien, das ungeachtet mancher Unterschiede doch beim wirtschaftlichen Entwicklungsniveau etc. doch vergleichbar ist, jene Quote so viel höher ist.

    Und mehrere fragten hier nach dem Nutzen von Social Media. Ich glaube, dass den sich jeder individuell erschließen muss. Ich kenne in meinem privaten Umfeld viele, die sagen, sie gingen nicht zu Facebook, weil da ja sowieso nur stünde, wann wer essen gehe etc. Ich frage mich, wie man da über etwas nutzen kann, das man noch nicht selber genutzt hat. Schließlich kann man über diverse Filter ziemlich gut einstellen, welche Beiträge man liest. Und davon ab kann ich Nutzer, die mich aus welchen Gründen auch immer nerven, auch wieder aus meinem Netzwerk “rausschmeißen”.

    Und ich gebe gerne zu – ich war ja dereinst gar nicht viel besser. Über Twitter habe ich gelästert, bevor ich’s genutzt haben – weil ich es nicht verstanden habe. Als ich irgendwann Twitter dann doch mal ausprobiert habe, war ich schnell eines Gegenteils belehrt… siehe dieser alte Blog-Post vor mehr als zwei Jahren: http://blog.wiwo.de/look-at-it/2010/01/29/twitter-mein-nachrichtenterminal-furs-internet/

    Will sagen: Manchmal muss man einfach mal was anfangen, um den Nutzen zu erkennen. Ich bin jedenfalls auf praktisch allen sozialen Netzwerken aktiv (siehe Links in der rechten Spalte), zum größten Teil beruflich – und für mich ist das sehr sinnvoll. Meine zwei Cent.

  14. Ich habe wirklich selten so einen unverschämten Unfug gelesen, der sich als Ergebnis journalistischer Arbeit ausgegeben hat.
    Als Konsequenz werde ich fürderhin auf die Nutzung der “neuen Technologie” dieses Gruselblogs hier verzichten.

  15. In vielen Entwicklungsländern stellen die sozialen Netzwerke auch die einzige Plattform dar auf der man sich frei und “demokratisch” austauschen kann, da die anderen Medien von Oligarchen (Russland) oder Diktatoren (arabische Länder) beherrscht werden. In Deutschland ist die Einschränkung der Freiheit und Meinungsäusserung nicht so groß.
    Ich lesen den Graph so: In Deutschlang haben wir die Freiheit diese Medien nicht zu nutzen und diese nutzen auch viele, weil sie den Wert ihrer Daten größer einschätzen als den Gewinn durch das Netzwerk.

  16. Wie Sie selber in den meisten Kommentaren lesen können Herr Kroker kommen ihre Leser zu einer ganz anderen Schlussfolgerung als Sie.
    Bedenkenträger ja, im positiven Sinne, Technologie-skeptisch nein.

    Soziale Netzwerke sind allgemein bekannt und wurden von jeden bestimmt schon einmal im Leben benutzt. Die Ablehnung der Nutzer haben die Betreiber der sozialen Netzwerke selber zu verantworten. Es ist verständlich wenn die Menschen hier davon Abstand nehmen bei dem ganzen negativen Nachrichten die man hört und die Erfahrungen die man macht und das hat nichts mit “Technologie-skeptisch” zutun wie Sie es formulieren. Ihr Artikel hat eher was von billiger Meinungsmache und weniger mit Aufklärung und Informieren zutun.
    Das “Setzen 6″ habe ich nur geschrieben, weil ihre Meinungsmache so schlecht ist.

  17. Interessant finde ich, dass offensichlich einige Leute immer noch nicht genug Medien- und Onlinekompetenz haben um real existierende Konstrukte von ihren digitalen Repräsentationen zu unterscheiden. Nichts anderes sind nämlich Facebook & Co. Sie sind bestenfalls (und oft unpräzise) Abbilder von sozialen Netzwerken. Sie sind dabei eher Mittel zum Zweck. Es würde ja auch niemand behaupten, dass das Restaurant oder die Bar in der man sich mit Freunden trifft, sich unterhält und Urlaubsfotos zeigt DAS soziale Netzwerk ist. Es ist einfach nur ein Ort. Und offensichtlich sind Facebook und Co. (jedenfalls zur Zeit) für viele einfach nicht oder nicht mehr der Ort an dem sie ihre sozialen Netzwerke pflegen.

    Insofern sind Begriffe wie “das soziale Netzwerk im Internet” genau so sinnfrei wie wenn man sagen würde “das soziale Netzwerk in Bars”. Sowas gibt es einfach nicht.

    Man sollte sich deswegen vielleicht viel eher Fragen, inwieweit z.B. Facebook einem überhaupt dabei hilft, soziale Netzwerke zu pflegen. Wo es hilft soziale Strukturen aufzubauen und zu erhalten und wo es eher dabei schadet.

    Ich benutze Facebook nun auch schon seit vielen Jahren. Ich merke aber immer mehr, dass ich davon einen immer geringeren Nutzen habe u.a. da der Kontakt und Informationsaustausch immer mehr von einer Masse an Spam und Belanglosigkeiten überschallt wird. Und wenn man sich halt mit Freunden in einer Bar trifft und irgendwann feststellt, dass es dort mittlerweile einfach zu laut wird um sich zu unterhalten, dann sucht man sich eben einen besser geeigneten Ort.

    Nur mal so als Denkanstoss.

  18. Nunja aus meinem Bekanntenkreis kann ich sagen, dass gerade die Leute mit technischen Verstand FB ablehnen. Ich selbst bin in diesem Netzwerk, ohne Bild und nur mit Angabe minimaler Informationen. FB hat den Vorteil sehr gut in Gruppen planen zu können. Allerdings gibt es mittlerweile auch genug alternativen dazu.
    Ich kenne nur vier Leute welche sich diesen Trend verschlossen haben, obwohl sie das Internet nutzen. Sie alle sind Maschbau Ings. (Ok ein Wiing)
    Ich sehe die Technikfeindlichkeit in diesem Land auch mit Sorge. Bei Google Street View konnte man dies sehr gut beobachten welche komischen Auswüchse das annehmen kann.
    Aber ein Unternehmen, welches pro User etwa 100$ Börsenwert verzeichnet (Beim Börsengang) muss man nicht unbedingt mit Daten füttern nur um ein paar Flashapplikationen spielen zu können und unter Babyfotos von Bekannten eine Nachricht zu hinterlassen.

  19. “Darin hat Deutschland den höchsten Anteil Verweigerer von sozialen Medien an allen befragten Staaten. Die Schlussfolgerung, dass die Mehrzahl der Leute hier daher Bedenkenträger, Technologie-skeptisch etc. seien, ist daher ja nicht gerade “Rocket Science”.”

    Das nicht, aber es pauschalisiert. Wie jemand schon schrieb, es wurde nicht gefragt, warum man FB und co (nicht) nutzt. Dabei ist doch das gerade wichtig hier. Wieviele der Verweigerer machen es denn wirklich aus Technologieskepsis? Wer nutzt FB und co. zum chutz seiner Daten (was zumindest ich nicht als Technologieskepsis ansehen würde) nicht? Wieviele der Verweigerer sind ältere Leute, die das Internet zwar nutzen, aber nur ganz selten mal um was zu suchen?
    Und wer hat nun wirklich keine Zeit dafür?

    Einfach pauschal alle Verweigerer als Technologie-skeptisch / feindlich abzukanzeln ist plump und nicht wissenschaftlich.

  20. “Entwicklungsland Deutschland”…”Verweigerer von sozialen Netzwerken” Eine arg übertriebene Wortwahl.. nur weil man hierzulande nicht jeder infantilen Quatschmode hinterher läuft… das ist doch grotesk lächerlich! Deutsche haben halt genug reale, echte Freunde, da brauchen sie keine virtuellen Avatar-”Freunde”. NB: Was macht eigentlich studi-vz? Wie steht eigentlich die facebook-Aktie?

  21. Wenn Sie allein die Zahlen ehrlich interpretiert hätten, da sie sich schon geweigert haben, die Zahlen selbst in Frage zu stellen, hätten Sie wohl festgestellt, dass Deutschland nicht “irgendwo zwischen Mexiko und Tunesien”, sondern “in einer Liga mit Frankreich und Japan” spielt – aber gerade letztere sind ja auch weltweit bekannt als technologiefeindliche Steinzeit-Inselaffen, oder etwa ni…ach scheiße!

    Naja, so jedenfalls ist es nicht mehr als eine umgelabelte Facebook-Pressemitteilung, die von einer Welt, die darüber hinaus geht, nie gehört hat. Wenigstens ist es keine richtige Zeitung, sondern nur die Wirtschaftswoche – vom neuen deutschland erwartet man ja auch keine Leitkulturdebatten…Sayonara!

  22. Sehr geehrter Herr Kroker,

    bei Ihnen liest sich das wir ein Nachteil. Ein Mißstand, den es schnell zu beheben gilt. Da muss ich einfach fragen: “Warum?”

    Mal abgesehen davon dass die Zahlen nebenbei auch verraten, dass wir in Bezug auf die Internetnutzung allgemein im vorderen 1/4 unterwegs sind, kann man von einer “Nicht-Nutzung” von sozialen Netzwerken auf gar keinen Fall auf ein “Entwicklungsland” bei der Nutzung neuer Technologien schließen. Oder habe ich nicht verstanden was das noch über uns deutsche aussagt?

    Vielleicht schätzt man es in Deutschland eben höher, sich in Cafes, Kneipen oder in der Nachbarschaft zu treffen und auszutauschen als bedeutungslose “Likes” zu teilen? Das wäre doch mal was. Ich kann verstehen dass diese Vorstellung jeden beunruhigt, der gar nicht mehr weiß wie das ist “sich mit Freunden treffen” – aber es könnte ja sein.

    Alternativ würde ich daraus schließen, dass wir einfach andere Prioritäten setzen. Wenn das Internet genutzt wird, dann zur Lektüre, Recherche oder von mir aus auch shoppen und spielen. Ich kann daran keinen Mißstand erkennen … ganz im Gegenteil!

    Aber halt – ist ja der Blog der Wirtschaftswoche … sorry. Mein Fehler. Das kommt davon wenn BWLer über “soziales” reden :D

  23. Und wahrlich Leute, ich sage euch: Ihr sollt erst in die Fänge der Netzwerke geraten und euch dann dagegen wehren. Ihr solt euch nicht den Netzwerken enthalten und schlecht über sie reden. Denn ich bin der Technik-Papst und verkünde die Wahrheit.

    Mal im Ernst: Schon die Überschrift des Artikel klingt wie eine Anklage und soll allen Verweigerern der “sozialen” Netzwerke doch nur ein schlechtes Gewissen machen. Warum dann nicht auch noch die Aussage, dass die bösen Verweigerer am schlechten Aktienkurs von FB schuld sind? Und wenn der Artikel kein schlechtes Gewissen machen soll, was soll er dann? Soll er eine Werbung sein?

  24. Verweigerer ? Soziale Netzwerke interessieren mich nicht sonderlich, also benutze ich keines. Deshalb bin ich noch kein Verweigerer.

  25. “Ich bin jedenfalls auf praktisch allen sozialen Netzwerken aktiv (siehe Links in der rechten Spalte), zum größten Teil beruflich – und für mich ist das sehr sinnvoll.”
    Ich glaube hier wird persönlicher/sozialer Nutzen mit wirtschaftlichem Nutzen verwechselt. Die Nutzung von FB nutzt in erster Linie mal dem Unternehmen FB. Sie selbst nutzen die Netzwerke “zum größten Teil” beruflich (gilt das dann noch als soziales Netzwerk …?).
    Ich komme auch so gut zurecht und habe eine sehr zufriedenstellendes soziales Netzwerk (unplugged).

  26. Deutschland als Entwicklungsland bei sozialen Medien zu bezeichnen ist doch albern. Ich denke mal, dass viele Leute den Nutzen dieser ach so hochgelobten sozialen Medien nicht sehen. Ich sehe ihn auch nicht. Und das nicht, obwohl ich sie nicht kenne, sondern gerade weil ich sie kenne. Bei der Befragung hätte ich auch angegeben, dass ich keine sozialen Medien nutze und das, obwohl ich einen Xing- und einen Facebook-Account habe. Ach ja, und Google+, aber da wurde anscheinend nicht nachgefragt. Anfangs fand ich das alles spannend, inzwischen langweilt es mich nur noch. Die Accounts liegen allesamt brach. Den Account bei Friendscout habe ich bereits löschen lassen, die anderen werden irgendwann folgen. Ich schrecklich technikfeindliche Systemadministratorin hab halt einfach anderes zu tun: mich mit Familie und Freunden beschäftigen, Windows 8 installieren, neues Notebook bestellen, mit dem E-Bookreader Bücher lesen, NAS konfigurieren, Windows Server 2012 ausprobieren etc.

    Aber hauptsache mal ein Pauschalurteil gefällt…

  27. Nächste Woche findet der jährliche Chaos Communication Congress statt. Da könnte der verwirrte Autor sich mal bei der versammelten internationalen Hackerelite umhören, wie viele von denen wohl Facebook-Nutzer sind.
    Die Antworten dürften wohl niemanden überraschen, außer eben den Autor…
    Wahrscheinlich sind diese verstockten Nerds aber alle nur technologisch rückständig!
    /Ironie off

  28. Verweigerer? Technikfeindlich? Irgendwie finde ich es schon fast unverschämt Menschen so etwas zu unterstellen, die vielleicht etwas mehr Lebenserfahrung in echten sozialen Netzwerken haben. Abgesehen davon kenne beispielsweise ich “soziale Netzwerke” schon aus Modem und Mailboxzeiten, habe seit es das Internet gibt erhebliche Erfahrungen damit und eben seien Entwicklung ständig verfolgt. Abgesehen davon hatte ich viele Accounts bei unterschiedlichsten Webseiten, sei es für Diskussionen oder um Bilder zu zeigen. Was immer wieder ärgerlich war, daß eben häufig der Fokus und die Unabhängigkeit der Betreieber solcher Netzwerke nie genug waren, trotz aller vorherigen Ankündigungen sie sich dann doch kaufen ließen. Es gab soviel wirklich gute Ideen, die heute nur noch tod sind.

    Um es abzukürzen, wer das Internet noch nicht so lange wirklich aktiv kennt, der könnte tatsächlich dem Trugschluß unterlegen Facebook und Co. wären das Internet. Dem ist glücklicher Weise nicht so. Das Internet bietet ganz einfach “unabhängig” und ohne Mitglied in Datenschleudern zu sein, sehr viel mehr. Allerdings nötigt einem das auch etwas Eigenarbeit ab. Und ganz ehrlich, ich kann nicht verstehen, wie jeder Hype, jede aufkommende Blase, so derartig abgefeiert wird, als sei es nicht mehr möglich sie ihr zu entziehen. Man muß ganz einfach nicht jeden Sch… mitmachen. Das gilt online ebenso wie offline. Sozialer Quotendruck, auch nicht diurch Umfrageergebnisse, ist mir weniger wichtig als meine Selbstbestimmung.

  29. Welch hanebüchene Behauptung des Autors. Beim betrachten der Statistik fallen mir ganz andere Zusammenhänge auf. Ist es nicht auffällig, dass gerade in Ländern mit gutem Zugang zum Internet, die Ablehnung von sozialen Netzwerken am höchsten ist? Könnte es sein, dass soziale Netzwerke nicht für jeden Menschen attraktiv sind, wie es der Autor gerne pauschal unterstellen möchte? Könnte es sein, dass sich in Entwicklungsländern daher eher technikaffine und social-network-begeisterte Menschen tummeln, was sich aber nicht generell auf das gesamt Land übertragen lässt?

  30. Herr Kroker, Sie haben Recht mit Ihrer Schlussfolgerung.

    Und fast jeder einzelne Kommentar bestätigt ihre Aussage.

  31. In den USA sind weniger Leute im Netz unterwegs, als in Deutschland, das sind offensichtlich die wirklich echnikfeindliche Bedenkenträger! Und erst Pakistan! Da will offenbar überhaupt niemand ins Netz! Kein Wunder, dass die so rückständig sind! Die haben offenbar die Segnungen personalisierter Werbung noch nicht erkennt und sind nur deshalb skeptisch!

    Und jetzt kommt mir nicht mit “absurd”! Ich habe eine internationale Studie des renommierten Pew Research Centers zitiert und analysiert. Darin hat Pakistan den geringsten Anteil an Internetnutzern in allen befragten Staaten. Die Schlussfolgerung, dass die Mehrzahl der Leute in Pakistan Bedenkenträger, Technologie-skeptisch etc. seien, ist daher ja nicht gerade “Rocket Science”. (Zitat © Michael Kokser)

  32. Der Artikel erscheint in seiner Oberflächlichkeit und Unreflektiertheit schon ein bisschen peinlich. Aber vielleicht war das mit dem Entwicklungsland ja nur als Provokation gemeint, um eine Diskussion anzustoßen. Was dann ja gelungen wäre. Wirklich interessant wird es meiner Meinung nach, wenn man sich anschaut, was soziale Netzwerke (abgesehen von der Tatsache, daß 99% der Aktivitäten in ihnen doch wirklich nur belanglose Oberflächlichkeiten von uns Erste-Welt-Bewohnern sind) für einen Schaden am freien Internet anrichten. Anil Dash hat dazu einen aufrüttelnden Post geschrieben: http://dashes.com/anil/2012/12/the-web-we-lost.html

  33. Herr Kroker,
    was mir bei Ihren Antworten auf die Kommentare hier extrem auffällt: Sie stützen Ihre Aussage extrem darauf, dass die Nichtnutzung von Facebook und Co auf eine generelle Unwissenheit und Angst zurückzuführen ist. Zu allem Überfluss begründen Sie diese These noch mit “ich kenne in meinem privaten Umfeld viele.” Na wenn das mal nicht “Rocket Science” ist ;)
    Ich muss auch nicht auf eine heiße Herdplatte fassen, um zu wissen das es schädlich ist. Ihrer These nach fassen die Menschen hierzulande nicht auf heiße Herdplatten, weil diese rot glühenden Dinger ja so gefährlich aussehen. Meiner Meinung nach fassen die Leute aber nicht auf heiße Herdplatten, weil sie wissen (durch Fotos oder die neueste Doku auf arte ;) ), wie Verbrennungswunden aussehen. Wie hier schon des öfteren geschrieben wurde, bin auch ich der Meinung, dass es eher technikaffine Menschen sind, die Facebook ablehnen (was ja die hohe Zahl der Internetnutzung auch zu bestätigen scheint). Die um die viele (gut begründete) Kritik über die sozialen Netzwerke wissen. Btw: Aus Statistiken auf kausale Zusammenhänge schließen zu wollen, ist laut meinem Statistik-Prof ohnehin unmöglich ;)

  34. Lieber Herr Kroker,

    wer seine wohl genutzte Zeit nicht damit verblödelt jeden noch so unwichtigen Furz zu twittern oder jedes Partyfoto auf Facebook zu veröffentlichen, muss nicht automatisch technikfeindlich sein. Daraus ein in irgendeine Weise geartetes Entwicklungsland herauszulesen, lässt ja auf sehr eng anliegende Scheuklappen schließen. Wer schon einmal die Power-User von Facebook und Twitter in einem Cafe beobachtete, wie sie voller Begeisterung davon berichteten, in welch toller Umgebung sie gerade wären, stellt die Verblödung ebensolcher “Hochentwickelten” lebensnah fest.

    Merke: Nicht jeder Facebook-User mit vielen virtuellen Freunden ist gesellschaftsfähig.
    Merke II: Mancher Blödsinn sollte niemals veröffentlicht werden => Dieser Artikel gehört übrigens auch dazu.

  35. Gerade wer neuen Technologien aufgeschlossen gegenüber steht, wird sich hüten die sog. sozialen Netzwerke in vollem Umfang zu nutzen.
    Ihm sind die Risiken und Gefahren für eine Ausspähung und die unlautere Nutzung der persönlichen Daten durch Dritte gut bekannt.
    Übrigens verpaßt man absolut nichts, wenn man Faceb. und Konsorten ignoriert. Das Leben wird wieder angenehmer und die Abhängigkeiten geringer.

  36. Ich habe Kollegen, Freunde, Nachbarn, Familie. Das ist mein soziales Netz. Ich “nutze” es nicht; ich lebe mit ihm und in ihm. Praktisch alles geht ohne Computer, das meiste besser. Einiges geht verteufelt schnell, was aber auch nicht immer von Vorteil sein muss. Und sozial wird das Netz sowieso erst dadurch, dass man den Rechner verlässt und auf Menschen trifft.
    Und umgekehrt.

  37. Erstens: 34% nutzen das Internet – also gehören wir ins Mittelfeld. Ob der Rest es nicht nutzen will oder nicht nutzen kann, ist für die vorhandene Nutzung nicht relevant. Aber wir können gerne noch mal die Grundbegriffe Statistik durchnehmen.
    Zweitens: Ob es ein Nachteil ist, wenn man keine Zeit mit den sogenannten “sozialen Netzwerken” verplempert, sondern lieber sein soziales Netz (telefonisch oder Face2Face) pflegt, wird von der Umfrage gar nicht betrachtet.
    Kurz: Schon wieder eine Umfrage für den Mülleimer. Oder den Auftraggeber. Aber ohne Aussagekraft über “uns Deutsche” – oder sonst jemanden.

  38. Ich bin Informatiker, fast alle meine ehemaligen Studienkollegen nutzen wie ich keine sog. “Sozialen-Netzwerke”. Wir wissen warum. Und ja, wir nutzen das Internet, wir können es sogar mitgestalten. Die Annahme von “Anonymer Affe” enspricht voll meinen Erfahrungen.
    Wenn ein Fleischermeister seine eigene Wurst nicht essen mag, würde ich ihm nicht einfach unterstellen er wäre zufälligerweise immer satt, sondern ernsthaft nach den Gründen suchen. – Jedenfalls wenn mich ein Thema wirklich interessiert.

  39. Hui,

    “Deutschland weiterhin ein Entwicklungsland” ….harte Worte!

    ….schon mal dadrüber nachgedacht: http://www.basicthinking.de/blog/2011/03/22/wir-habens-geahnt-facebook-ist-bloss-ein-cia-programm-und-zuckerberg-ein-cia-agent/

    kürzt meinen text um längen ab und trifft es auf den Punkt – der Gläserne Mensch alias George Orwell 1984

    Wir können Stolz auf uns sein & und uns unserer gesunden Skepsis bewahren! Das gar nix mit Entwicklungsland zu tun…. sinnlose Statistik…

  40. Bin zwei mal über einen längeren Zeitraum Facebooknutzer gewesen, ich habe festgestellt das mein Herdentrieb nicht so ausgeprägt ist wie allem Anschein nach bei Michael.

  41. Hallo,

    ich finde den Beitrag von Pelle sehr schön auf den Punkt gebracht.

    Die Schlussfolgerung “Facebooklos -> Technologie-skeptisch” hält sich nicht.
    In Deutschland wird auch öffentlich viel und kontrovers über Facebook disktuiert. Während es in den USA schon als sozial-gestört gilt, keinen Account zu haben, gilt es in Deutschland eher als vorsichtig. Oder einfach bedacht. Und nicht Technologie-Skeptisch.
    Ich kann, zb aus meinem Umfeld, folgendes berichten:
    Ich selbst bin ende 20, Physiker, habe jede Menge technologischen Krimskrams, nutze Twitter ab und an (komplett anonymisiert), aber lehne Facebook strikt ab. Und sorge dafür, dass man über google nicht allzuviel über meine Person rausfindet. Ganz einfach, weil ich der Meinung bin, niemanden geht mein Privatleben etwas an, nicht mal wie ich aussehe oder wo ich lebe oder mein Klarnamen gehen Fremde etwas an. Ich bin kein Freund dieser ganzen “like it” Kultur, und muss auch nicht über alles was ich tue jeden den ich kenne auf dem Laufenden halten. Gerade Facebook ist ein Ort, an dem sich sehr viele Selbstdarsteller tummeln, das bringt mich im Leben nicht weiter. Ausserdem kostet die Nutzung jede Menge Zeit, die ich nicht habe.

    Ein sehr guter Freund von mir ist Informatiker und arbeitet bei einer großen und modernen Consultingfirma und sieht es genau so.

    Ein andere ist Musiker, und verzichtet darauf.

    Ich glaube, diese Haltung zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten und hat nichts mit fehlender Technologieaffintät oder Skepsis im allgemeinen zu tun.
    Es gibt eben Teile der Gesellschaft, die sehen nicht den Sinn darin, dass sämtliche Organisation des Lebens, Erlebnisse, Urlaube, Beziehungen und Streitigkeiten öffentlich sein sollen.

    Es gibt genug “soziale Netzwerke”, die zwar nicht als solche gelten (Gruppen in Whatsapp, Instant Messenger, Skype etc) und den Nutzen der Kommunikation und Vernetzung erfüllen, ohne es für alle und jeden öffentlich zu machen.

    Natürlich ist mir klar, dass meine Probandengruppe von vielleicht 4-5 Leute nicht signifikant ist. Aber rein wissenschaftlich gesehen, halten Ihre Schlussfolgerungen auch nicht stand.

    Mit besten Gruße

  42. nur, weil man sich verweigert, sprich: sich gedanken über sinn oder unsinn soziale netzwerke macht, stürzt man deutschland auf die stufe eines entwicklungslandes? es ist doch schön, dass sich zumindest in dt leute noch gedanken machen! denn ist nicht u.a. das geistige kapital nicht das, was dt groß gemacht hat?! plakativ und oberflächlich dürfen gern andere sein. und das internet mit sozialen netzwerken gleich zu setzen, ist auch schon dreist. dazu passt der spruch: google ist nicht das internet!

    und nachgefragt: wo liegt das (wirtschaftliche, gesellschaftliche) problem, dass dt in der nutzung von sozialen netzwerken hinter anderen industrienationen liegt? als journalist bitte fundierter arbeiten. zahlen abschreiben ist nun wirklich keine leistung. eine interpretation dieser wäre dagegen schon nett.

  43. Hallo, Michael Kroker,

    die Überschrift Ihres Artikels, verlinkt aus BildBlog, hätte mich als Technologiefeind mit über 30 Jahren Berufserfahrung in der IT-Branche gereizt, Ihnen eine passende und ausführliche Antwort zu geben. Leider haben die vielen Blogger, die schneller waren als ich, mir nichts übrig gelassen.

    Aber diesen kleinen “Shitstorm” und jede einzelne Injurie haben Sie sich redlich verdient.

  44. Ichs ehe den Zusammenhang “Technologiefeindlich” und “Nichtnutzung sozialer Netzwerke” nicht.

    Nur weil mir die Zeit zu schade ist und ich in der Nutzung von Facebook, X-Ing etc. keinerlei Vorteil für mich sehe, bin ich doch nicht technologiefeindlich. Soziale Netzwerke sind meines Erachtens auch keine “Technologie” sondern eher etwas, was mit der Technologie des Internets erst ermöglicht wurde.

    Im übrigen sehe ich soziale Netzwerke eher als Modeerscheinung. Die nächste Generation wird wieder etwas anderes haben. Es würde mich nicht wundern, wenn nach dem ganzen Selbstoffenbarungs-Hype das Privatleben wieder als ziemlich coole Sache gesehen wird.

  45. Achja, die geistig-moralische Überlegenheit der Deutschen, die dieses Land groß gemacht hat. Deswegen ist die meistverkaufte Tageszeitung hierzulande auch die BILD, weil wir die Deutschen (wer denn eigentlich? deutscher Pass? deutscher Wohnsitz?) so super reflektiert sind…Kommentarspalten wie diese widersprechen sich halt gerade selbst…

  46. Andersrum gefragt: “Welchen Nutzen habe ich denn von Facebook?” Bringt es mich menschlich in irgendeiner Form weiter, wenn ich Bilder von Torten, Babys, Fuß-OPs, Schnapsleichen von “Freunden” mit bissigen oder lustigen Kommentaren versehen kann?

    Meine Schwester nutzt Facebook ausgiebig, ich dagegen sehe einfach keinen Sinn darin. Allerdings habe ich auch im realen Leben kein soziales Netzwerk, weil ich mir aus der Gesellschaft anderer Menschen nichts mache, und wenn es mir schon im realen Leben so geht, dann gilt das umso mehr für das virtuelle.

    Ich bin zwar weder Informatiker, noch Hacker, Musiker, Politiker oder Verbrecher anderer Art, aber technikaffin bin ich trotzdem. Mein Umgang mit der Marke “soziales Netzwerk” ist davon aber nicht betroffen. Ich habe selbst mit meinen Eltern, die Mitte 50 sind, über Facebook usw. diskutiert, und auch die sehen keinen Sinn darin, ihre Freundschaften virtuell zu pflegen anstatt real.

    Vermutlich ist der Blogverfasser aber so sehr in sein Netzwerk involviert, das es ihm gar nicht in den Sinn kommt, das nicht jeder Mensch mit Internetzugang himmelhoch jauchzend seinen Facebookaccount eröffnet und jubelnd seine wichtigen und unwichtigen Daten preisgibt. Und da habe ich Themen wie Datenschutz und Schutz der Privatsphäre komplett außen vor gelassen.

  47. Mit dem Internet – und hier insbesondere mit sozialen Netzwerken – verhält es sich wie mit allen Medien. Facebook und Co. sind nicht deshalb grundsätzlich sinnfrei, weil die Mehrheit diese Netzwerke sinnfrei nutzt, ebenso wenig wie Fernsehn und Presse sinnfrei sind, nur weil RTL die höchsten Zuschauerzahlen hat und die BILD die meisten Leser.

    Mann kann auch die FAZ lesen oder auf ARTE und 3sat schalten. Es liegt immer am einzelnen, wie er das Netz als Gesamtes und die sozialen Netzwerke im Besonderen nutzt.

    Ich nutze das Netz um mich zu informieren, mein Wissen zu erweitern und Facebook, Google und Co. stellen für mich Möglichkeiten dar, mich mit Gleichgesinnten aus aller Welt auszutauschen und sinnvolles zu leisten, z.B. Hilfe für bedürftige Menschen zu organisieren, Tierschutzaktionen länderübergreifend zu koordinieren und über Literatur und Musik (Klassik, Jazz) zu diskutieren. Die Mehrheit, die alberne Posts verbreitet oder zum Zeitvertreib Spiele spielt interessiert mich nicht.
    So liegt es letztendlich an jedem selbst, ob er ein Medium sinnvoll nutzt oder sich durch den Massenkonsum von Sinnfreiem noch die letzten verbliebenen Gehirnzellen aus dem Schädel zu fegen.

    Gerade hier in Deutschland scheint aber die Ansicht weit verbreitet zu sein, nur weil etwas von der Mehrheit sinnfrei genutzt wird, sei es grundsätzlich sinnfrei. In anderen Ländern ist man da nicht so mit Vorurteilen beladen.

  48. Hallo Herr Kroker,

    ich nehme zu Ihren Gunsten an, dass Sie “Entwicklungsland” usw. eher ironisch meinen.
    Als ITler lehne ich FB und co. kategorisch ab. Jeder sollte nicht nur, sondern muss Herr seiner Daten sein und bleiben. Das kann man in sozialen Netzwerken kaum permanent erreichen. Besorgen Sie sich doch mal einen Account bei Spokeo. Da wird Ihnen schlecht ;)

  49. Ach Herr Kroker, auch Facebook-Aktien gekauft?
    Qed am 19.12???
    Mit 50 Jahren und über 30 Jahren IT-Erfahrung nutze ich Facebook nur äußerst selten und Twitter gar nicht.
    Bin ich deshalb technikfeindlich? Wenn Sie regelmäig die Nachrichten z.B. beim Heise-Verlag zu Facebook verfolgen würden, wüssten Sie auch warum.
    Nur weil ich online nicht die Hosen runterlassen oder von Facebook email-adressen zwangsverordnet bekommen oder einem Klarnamen-Zwang unterliegen will?
    Und wenn wir schon beim interpretieren von Zahlen sind:
    In Japan nutzen nur 30% SN, dann müssten die ja noch Technologie-Feindlicher sein als die Deutschen – die Japaner ???, die Japaner ???

    Dieser Artikel ist genau so sinnfrei wie Ihr Beitrag zu den e-books.

  50. Facebook: geprüft und als unseriös und aufdringlich empfunden – abgemeldet. Ich nutze lieber Emails. Bin ich jetzt Entwicklungslandbewohner???

  51. also wer nicht twittert und nicht facebooked etc ist von gestern und hat keine / wenig Ahnung vom Fortschritt?
    Stimmt, weil Eunuchen und katholische Priester nicht vögeln und deshalb von Sex und seinen Annehmlichkeiten keine Ahnung haben.
    oder auch: wer keinen Führerschein hat – hat keine Ahnung vom Auto/Technologie? Daimler, Ford, Diesel etc hatten also keine Ahnung von KFZ? Wer nicht verschuldet ist hat keine Ahnung vom Geld und ohne Kreditkarte ist man von gestern und wer mit dem Handy seine Buskarte bezahlt hat kein Geld für ein Auto? Und wer wegen der politischen Alternativlosigkeit NPD wählt muss als gemeingefährlicher Irrer in psychiatrische Verwahrung.

  52. Sehr geehrter Herr Kroker,

    Ihre Theorie des Entwicklungslandes halte ich für überzogen. Um mal mich als Beispiel zu nehmen: Ich WAR bei Facebook und es hat mich schlicht nicht überzeugt. Freunde/Bekannte/entfernte Bekannte senden mir Mitteilungen, wo sie wann waren (was mich meist nicht interessiert), ich muss mich durch “tolle” Fotos von Kindern, selbstgebackenen Kuchen, Tannenbäumen, Weihnachtsmärkten, etc. scrollen und mich dann noch dezent darauf hinweisen lassen, dass ich ja so wenig von mir schreibe (habe in meiner Freizeit einfach Besseres zu tun – z.B. diesen Beitrag hier zu schreiben).

    Natürlich finden Menschen in Tunesien, Mexiko, Indien und sonstigen mehroderweniger Entwicklungsländern Facebook und Konsorten super und lehnen es nicht ab. Die Meisten haben gar kein Internet, kennen FB also nicht, haben aber darüber gehört und findes es deshalb schon mal generell nicht ablehnungswürdig. Und wenn es wenig Internetnutzer in einem Land gibt, schließt man sich natürlich untereinander gerne kurz – z.B. über soziale Netzwerke um zu diskutieren.

    In D benötigt man für Diskussionen keine sozialen Netzwerke sondern nutzt Seiten wie diese, SPON, Heise-online, etc.

    Man sollte jede Statistik als guter Journalist erstmal hinterfragen und der Versuchung widerstehen gleich einen dramatischen Beitrag daraus zu stricken.

    Guten Rutsch!

  53. Johnny Haeusler schreibt auf spreeblick.com, wer und wie das Netz kaputt macht. Ich finde es auch immer lästiger, soll man eine Fratzenbuch-Adresse für weitere Teilnahme oder Information ansurfen, steht dann aber vor verschlossenen Türen. Hoffentlich Ignorranz versichert.

  54. (passender) Nachtrag:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-Ausrutscher-statt-gutem-Rutsch-ins-neue-Jahr-1775191.html
    >
    Mit dem Dienst Midnight Deliveries sollten Facebook-Nutzer ihre Neujahrsgrüße an Freunde und verwandte im Voraus formulieren und automatisch zur richtigen Uhrzeit verschicken können, auch wenn die Empfänger den Jahreswechsel in einer ganz anderen Zeitzone feiern. Der britische Blogger Jack Jenkins fand aber heraus, dass man nur auf der zugehörigen Webseite die ID einer solchen Grußbotschaft manipulieren musste, um ähnliche Botschaften von anderen Absendern zu lesen. Auch wenn darin keine Schlafzimmergeheimnisse zu erwarten sind, dürfte bereits die Erfassung der Empfänger ein Schlupfloch öffnen, um diesen Personen künftig mit Spam oder Phishing-Nachrichten zu Leibe zu rücken.Auch die Fotos der Absender waren so zugänglich.
    <

    Und Sie erklären die Leute für Technik-feindlich?
    Ich würde sagen, die Leute die FB nicht nutzen, sind schlau !!!

  55. Die Angelsachsen haben als Industrienation, auch eine ziemlich hohe rate an Teenagerschwangerschaften. Sollen wir Deutschen es denen jetzt nach machen?

  56. Die Kommentare hier zeigen es ja auch sehr schön, die mediale Kampagne gegen das Internet (weil es die rund 2 Stunden TV die der deutsche am Tag schaut gefährdet) hat große Früchte getragen: Die deutschen glauben dass ihre Daten total wertvoll sind das Facebook ihre so unermeßlich wertvollen Daten verkaufen will. Wer es wagt den heiligen Datenschutz mal zu hinterfragen hat verloren.

  57. öhm, kommentare auf einer internetseite zeigen das die mediale kampagne gegen das internet früchte tragen … hehe, made my day.

    zum eigentlichen thema wurde glaub ich schon alles gesagt
    kein facebook != skepsis gegenüber neuen technologien…

    zumal, wer das internet länger kennt weiss, facebook is nix neues, und erst recht keine neue technologie, sondern hatte lediglich ne sehr gute marketingkampagne welche selbst die internetskeptiker erreicht hat, ähnlich wie google. die technikaffinen nutzten schon vor facebook soziale netzwerke und konnten auch schon vor google das internet durchsuchen.. das is alles nix neues, sondern altbacken.

  58. Mir ist mittlerweile klar, dass es für jemanden aus der Medienbranche seltsam erscheint, dass Leute keine FB oder sonstige soziale Netzwerke nutzen. Da ist einfach berufsbedingt die Arbeit mit der Nutzung von sozialen Netzwerken oder Twitter verflochten.

    Und natürlich ist FB auch dann sinnvoll, wenn man Freunde und Bekannte (und ich meine das im Sinne von “habe ich persönlich kennengelernt”) im Ausland hat. Da hilft FB wirklich, diese Freund-/Bekanntschaften zu pflegen.

    Nur wieviel Prozent der gesamten FB-Nutzer sind das?
    Ich bin Software-Entwickler und Herr Kroker würde sich wundern, wieviele von uns keine sozialen Netzwerke nutzen. Sind wir dann technologisch rückständig? Wohl eher ein Witz!
    Manche von uns waren mal in FB oder Studi-VZ und hatten dann keine Lust mehr.
    Andere, wie ich, sehen keinen Sinn darin. Ich habe ein soziales Netzwerk, dass ich über Telefon, Whatsapp und andere Technologien pflege.
    Ich habe, beim besten Willen (!), keine zusätzliche Zeit übrig, um FB zu nutzen.
    Und das ist auch OK so.

  59. Wer hätte dies gedacht. Ich sehe immer die jungen Leute mit ihren Handy im Netz und hätte nie gedacht das es woanders noch mehr ist.
    Ist schon interessant zu sehen was noch auf uns zukommt, Viele Gruesse , Michael aus Kenia, wo garantiert noch mehr aufzuholen geht