Phishing stieg weltweit um 29 Prozent auf neuen Höchstwert von 874 Millionen Angriffe

Einzel- und Großhandelsunternehmen hatten mit einem Plus von 400 Prozent die Hauptlast des aktuellen Anstiegs beim Passwortdiebstahl zu tragen.

Das Abgreifen von Passwörtern und anderen sensiblen Daten per gefälschter Mails – im IT-Jargon auch Phishing für Passwort Fishing genannt – ist seit jeher eine der am weitesten verbreiteten Cyberbedrohungen.

2021 stieg die Zahl der Phishing-Attacken um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf einen neuen Höchstwert von fast 874 Millionen Angriffen. Das ist der Kernbefund des ThreatLabz Phishing Reports 2022, den der Cloud-Sicherheits-Anbieter Zscaler mit Sitz im kalifornischen San Jose kürzlich veröffentlicht hat.

Einer der Gründe für die Zunahme dieser Art von Angriffen ist die niedrige technische Einstiegshürde. Kriminelle nutzen aktuelle Ereignisse, wie die Corona-Pandemie oder Kryptowährungen als Aufhänger, um ahnungslose Opfer zur Herausgabe vertraulicher Daten in Form von Kennwörtern, Kreditkarteninformationen und Anmeldedaten zu bewegen.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Phishing stieg weltweit um 29 Prozent auf einen neuen Höchstwert von 873,9 Millionen Angriffe, die im vergangenen Jahr in der Zscaler-Cloud beobachtet wurden
  • Der Einzel- und Großhandel war mit einem Anstieg der Phishing-Angriffe um über 400 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten die am stärksten betroffene Branche
  • Die USA, Singapur, Deutschland, die Niederlande und Großbritannien waren am häufigsten Ziel von Phishing-Betrug
  • Neue Phishing-Vektoren wie SMS-Phishing nehmen schneller zu als andere Methoden, da die Endnutzer verdächtigen E-Mails gegenüber misstrauischer werden
  • Die zunehmenden Phishing-Aktivitäten stehen in direktem Zusammenhang mit Phishing-as-a-Service, da vorgefertigte Angriffs-Tools die technischen Einstiegshürden für Kriminelle senken

Nicht in allen Ländern wurden Phishing-Angriffe in gleichem Maße beobachtet. In den Niederlanden etwa ging die Zahl der Phishing-Angriffe um 38 Prozent zurück, was möglicherweise auf eine kürzlich verabschiedete Gesetzgebung zurückzuführen ist erhöhten Strafen für Online-Betrug.

Weitere Zahlen & Fakten aus dem ThreatLabz 2022 Phishing Report in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Zscaler

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