Breitband-Internet für zwei Drittel der Deutschen Grundvoraussetzung fürs tägliche Leben

Obwohl der Breitbandausbau seit Jahren eine bekannte Herausforderung ist, wächst die digitale Kluft in Deutschland weiter.

Eine leistungsfähige Breitband-Infrastruktur ist nach Meinung der Deutschen entscheidend für eine erfolgreiche Wirtschaft und eine gerechte Gesellschaft. Mehr als zwei Drittel der befragten Berufstätigen in Deutschland sind der Meinung, dass Breitbandanschlüsse heute eine Grundvoraussetzung für das tägliche Leben sind (69 Prozent).

Sogar drei Viertel der Deutschen sehen die Politik in der Pflicht, die digitale Kluft zu schließen: Sie fordern eine zügigere Bereitstellung von schnellem und zuverlässigem Internet für alle (75 Prozent). Das sind die zentralen Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Befragung des US-Netzwerkausrüsters Cisco.

Für zwei Drittel Befragten in Deutschland ist die Breitbandverfügbarkeit eine zentrale Bedingung für Wirtschaftswachstum (66 Prozent). Jeder Zweite findet Investitionen in den Breitband-Ausbau sogar wichtiger als Investitionen in andere öffentliche Versorgungseinrichtungen wie beispielsweise die Wasser- und Energieinfrastruktur (52 Prozent).

Bei der Frage nach der bevorzugten Netzwerkanbindung liegt Glasfaser auf Platz eins – allerdings ist Deutschland ausgerechnet hier mit einem Anteil an allen Festnetz-Breitbandanschlüssen von unter fünf Prozent im internationalen Vergleich weit abgeschlagen.

An zweiter Stelle steht der Zugang zu öffentlichem Internet, das an jedem Ort verfügbar ist wie beispielsweise Elektrizität. Auf Platz drei folgt bereits die Versorgung durch 5G-Mobilfunknetze.

Insgesamt geben 46 Prozent der Befragten zudem an, dass sie für eine stabilere und sicherere Internetverbindung mehr zahlen würden. Alternativ erwarten aber auch 52 Prozent, dass Ihr Arbeitgeber in Zeiten von Homeoffice die Internetkosten übernimmt.

Obwohl der Breitbandausbau seit Jahren eine bekannte Herausforderung ist, wächst die digitale Kluft weiter: So hatten 41 Prozent der deutschen Befragten während der Pandemie aufgrund einer unzuverlässigen Internetverbindung keinen Zugang zu wichtigen Versorgungsangeboten. Dazu gehören beispielsweise medizinische Online-Services oder digitale Bildungsangebote.

Auch für die Arbeitswelt ist eine flächendeckende Breitbandverfügbarkeit essentiell. 41 Prozent der Befragten nutzen momentan ihr privates Internet beruflich und sind auf Zuverlässigkeit und Sicherheit angewiesen.

Vielerorts sind die Voraussetzungen für reibungsloses Arbeiten aus dem Homeoffice aber immer noch nicht gegeben. So geben sieben von zehn deutschen Berufstätigen an, dass sich die Breitbandinfrastruktur in ganz Deutschland drastisch verbessern muss, damit Arbeiten von überall möglich wird (70 Prozent).

Der Internetverkehr stieg während der Corona-Pandemie weltweit um 25 bis 45 Prozent an – und blieb seitdem auf diesem Niveau. Knapp die Hälfte der Befragten erwartet, dass ihr Internetnutzungsverhalten zu Hause auch in den nächsten zwölf Monaten gleich bleibt oder sogar noch zunimmt (47 Prozent). Nur 22 Prozent erwarten, dass die Nutzung zurückgehen wird – allerdings nicht bis auf das Niveau vor der Pandemie. Für das Breitband der Zukunft ist das ein erster Vorgeschmack.

Die wichtigsten Zahlen & Fakten zum Breitband-Index 2021 zusammengefasst in der folgenden Infografik:

Quelle: Cisco

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