4 von 10 Städtern würden in Smart City ziehen – ein Drittel für digitale Dienste bezahlen

Nur jeder zehnte Bewohner attestiert seiner Stadt ein fortgeschrittenes Stadium bei der Umsetzung umfassender Smart-City-Konzepte.

Viele Städte weltweit erfüllen die gestiegenen Erwartungen ihrer Bewohner im digitalen Zeitalter nicht vollständig – oder anders ausgedrückt: Die Vision der Smart City ist vielfach noch nicht erfüllt.

Für viele Bürger ist es demnach eine Option, in eine digital fortschrittlichere Stadt abzuwandern: Durchschnittlich 40 Prozent von ihnen können sich vorstellen aufgrund verschiedener Schwachpunkte, einschließlich digitaler Mängel, ihre Stadt zu verlassen. Zugleich ist ein Drittel bereit, für bestimmte Smart-City-Maßnahmen zu zahlen.

Das ist das zentrale Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten globale Studie „Street Smart: Putting the Citizen at the Center of Smart City Initiatives“, für die die Unternehmensberatung Capgemini 10.000 Bürger und über 300 städtische Führungskräfte in zehn Ländern einschließlich Deutschland befragt hat.

Demnach halten mehr als die Hälfte der Bürger Smart Cities für nachhaltig (58 Prozent) und meinen, dass deren städtische Leistungen ein höhere Qualität besitzen (57 Prozent). Ein Drittel der Städter ist daher bereit, für Smart-City-Initiativen zu bezahlen (weltweit: 36 Prozent / Deutschland: 30 Prozent).

Insbesondere junge Generationen der Millenials (44 Prozent) und der Generation Z (41 Prozent) sowie Personen mit einem Jahreseinkommen von mehr als 68.000 Euro (43 Prozent) würden für derartige smarte Leistungen bezahlen.

Auf der anderen Seite nennen Führungskräfte der städtischen Verwaltung insbesondere Fragen zur Finanzierung und Datennutzung als gravierende Hemmnisse bei der Einführung neuer digitaler Leistungen. Nur jeder zehnte von ihnen attestiert seiner Stadt ein fortgeschrittenes Stadium bei der Umsetzung umfassender Smart-City-Konzepte. Und nur rund ein Fünftel weltweit hat überhaupt erst mit der Einführung von Smart-City-Maßnahmen begonnen (22 Prozent).

Die Finanzierung stellt laut 70 Prozent der Führungskräfte städtischer Verwaltungen eine Herausforderung dar. 68 Prozent haben weiterhin Schwierigkeiten, digitale Plattformen zu organisieren und derart einzusetzen, wie es für umfassende Smart-City-Initiativen erforderlich wäre. Hinzu kommt, dass 54 Prozent der Bürger zwar der Ansicht sind, dass große Technologiekonzerne die besseren Services anbieten würden, zugleich aber 63 Prozent den Schutz persönlicher Daten höher gewichten als eine Verbesserung der städtischen Leistungen.

Für die urbane Gesellschaft gewinnt zudem Nachhaltigkeit an Bedeutung: 42 Prozent der Bürger nennen die aus der Umweltverschmutzung entstehenden Herausforderungen als ein wesentliches Problem, 36 Prozent die geringe Anzahl an Nachhaltigkeitsinitiativen. Unter den städtischen Führungskräften erkennen 42 Prozent einen Mangel an Nachhaltigkeitsmaßnahmen in den letzten drei Jahren.

Wenn die Einführung digitaler Technologien ausbleibt, fürchten 41 Prozent von ihnen zudem, dass ihre Stadt in den nächsten fünf bis zehn Jahren weniger nachhaltig sein wird. Smart-City-Maßnahmen führen laut Studie nicht nur zur messbaren Ergebnissen, sondern auch zu einer größeren Zufriedenheit der Stadtbewohner mit ihrem Lebensumfeld.

Demnach sind beispielsweise 73 Prozent der Bürger, die auf Smart-City-Angebote zurückgreifen, zufriedener mit ihrer Lebensqualität in Hinblick auf gesundheitlich relevante Faktoren wie der Luftqualität; bei denjenigen, die solche Angebote nicht nutzen, sind es 56 Prozent.

Viele weitere Ergebnisse der globalen Smart-City-Studie von Capgemini in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Capgemini

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