Deutsche Unternehmen haben großen Nachholbedarf bei Digitalkompetenzen

Die Firmen in Deutschland verfügen oft nicht über die Management- und Fachkompetenzen für die Herausforderungen der Digitalisierung.

Immer wieder zeigen Studien, dass deutsche Unternehmen bei der digitalen Transformation im internationalen Vergleich eher hintendran agieren. Das gilt insbesondere für kleinere und mittelständische Unternehmen.

Eine wichtige – wenn auch nicht die einzige – Ursache für diesen Rückstand: Die Unternehmen und deren Mitarbeiter verfügen oftmals nicht über die notwendigen Management- und Fachkompetenzen für die Herausforderungen der Digitalisierung. Das ist der zentrale Befund einer Studie der Fraunhofer Academy, der Weiterbildungsabteilung der Fraunhofer Gesellschaft. „Kroker’s Look @ IT“ präsentiert die Ergebnisse der Studie heute exklusiv vorab.

Insgesamt zeugt sich: Die Ansprüche an die Führungskräfte bezüglich der erwarteten Managementkompetenzen sind hoch. Die Top 5 bestehen aus

  • Lernbereitschaft
  • Fähigkeit, übergreifende Prozess- und Systemzusammenhänge zu erkennen
  • Fähigkeit zur Lösung komplexer Probleme
  • Agiles Projektmanagement
  • Fokussierung kundenorientierter Lösungen

Immerhin acht von zehn Befragten halten diese fünf Kompetenzen für sehr oder weitgehend relevant zur Gestaltung des digitalen Wandels. Die Lernbereitschaft sowie das Erkennen von übergreifenden Prozess- und Systemzusammenhängen stellen dabei mit jeweils 86 Prozent die Kompetenzen dar, die von den meisten Befragten als sehr oder weitgehend relevant eingestuft werden. Das gilt für Großunternehmen wie auch kleinere Firmen.

In den Unternehmen gelebt werden diese Kompetenzen bis heute jedoch weniger. Durchschnittlich 30 Prozent der Befragten geben an, dass die entsprechenden Kompetenzen weder voll und ganz noch weitgehend gelebt werden. Besonders problematisch ist das bei der Lernbereitschaft: Wenn sie bei 30 Prozent der Unternehmen nur mittelmäßig bis wenig gelebt wird, mangelt es an einer Grundvoraussetzung für den erfolgreichen digitalen Wandel.

Bei den konkreten Fachkompetenzen zeigt sich ein ähnliches Bild: Cybersicherheit und digitale Souveränität sind für 71 Prozent sehr oder weitgehend relevant, genau wie Datenanalyse und Data Science. Bei jeweils mehr als einem Drittel der Unternehmen sind sie aber nur mittelmäßig vorhanden. Bei Datenanalyse und Data Science gilt das sogar fast für jeden vierten Befragten.

Weitere Zahlen & Fakten der Studie zu den Digitalkompetenzen, die das Marktforschungsunternehmen Skopos im Auftrag der Fraunhofer Academy bei 150 Mitarbeiter kleiner, mittlerer und großer Unternehmen durchgeführt hat, in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Fraunhofer Academy

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