Digitale Transformation: Sechs von zehn deutschen Führungskräften ohne klare Strategie

Mehr als die Hälfte der Führungskräfte in Deutschland glaubt zudem, dass ihre bisherigen Transformationsprogramme Zeitverschwendung waren.

Der Druck auf die Unternehmen ist groß, sich endlich mit der digitalen Transformation zu beschäftigen. Denn neue Konkurrenten sorgen für regelrechte Veränderungsstürme quer durch alle Branchen, ob in der Automobilindustrie oder im Finanzwesen.

Inzwischen scheint jener Druck jedoch derart hoch, dass viele Unternehmen Transformationsinitiativen überhastet und ohne Plan starten, sprich: ohne zu wissen, welche ersten Schritte oder Ziele sinnvoll wären. Dies ist der erschreckende Befund einer Studie des Münchner Softwarehauses Celonis, deren Ergebnisse „Kroker’s Look @ IT“ heute exklusiv vorab präsentiert.

Se geben fast sechs von zehn befragten Führungskräften an, dass sie nicht wissen, wo sie bei der Entwicklung ihrer Transformationsstrategie ansetzen sollen (58 Prozent). Damit nicht genug: Laut der globalen Umfrage unter 1000 Top-Managern und 1000 Business-Analysten haben viele Unternehmen bereits erhebliche Ressourcen für schlecht geplante Initiativen zur Unternehmenstransformation ausgegeben.

Demnach glaubt ebenfalls mehr als die Hälfte der Führungskräfte in Deutschland, dass ihre Transformationsprogramme Zeitverschwendung waren (56 Prozent). Und das obwohl mehr als ein Drittel von ihnen angibt, in den letzten 12 Monaten bereits mehr als 500.000 Euro für Transformationsinitiativen ausgegeben zu haben (36 Prozent). Damit laufen sie Gefahr, enorme Kosten ohne erkennbaren Gewinn zu verursachen.

Dass Initiativen zur digitalen Transformation häufig nicht ins Schwarze treffen, ist kein Wunder: Deutsche Führungskräfte nutzen das Fachwissen ihrer Mitarbeiter oft viel zu wenig. Die Umfrage zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen der Führungsriege, die Transformationsstrategien aufsetzt, und den ausführenden Mitarbeitern:

  • Mehr als ein Drittel der befragten Business-Analysten gibt an, nicht regelmäßig zur Umsetzung der Transformationsprogramme befragt zu werden (35 Prozent)
  • Mehr als die Hälfte der Führungskräfte bestätigt, dass Mitarbeiter nur dann in Transformationsinitiativen involviert sind, wenn das mittlere Management oder Berater ihnen vorgeben, welche Änderungen sie vornehmen müssen (53 Prozent)

Darüber hinaus zeigt die Studie eine weitere Schwierigkeit bei Initivativen zur digitalen Transformation: Die meisten Unternehmen beschäftigen sich bereits mit der Umsetzung, bevor sie überhaupt ihre Ziele und Prioritäten festgelegt haben. Gerade einmal 13 Prozent der Führungskräfte überprüfen interne Geschäftsprozesse, um zu verstehen, was bei der Festlegung erster Ziele und KPIs für ein Transformationsprogramm priorisiert werden muss.

Ein Grund hierfür ist offenbar, dass oftmals nicht klar ist, wie sie die notwendigen Informationen überhaupt sichtbar machen können: So gaben fast zwei Drittel der Führungskräfte an, dass sie sich bei der Umsetzung der Transformationsstrategie sicherer fühlen würden, wenn sie ein besseres Bild davon hätten, wie Prozesse im Unternehmen tatsächlich ablaufen (65 Prozent).

Weitere Zahlen & Fakten aus der Celonis-Studie in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Celonis

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