Fast alle deutschen Firmen beschäftigen sich mit Digitalisierung – aber nur 40 Prozent mit Projekt

96 Prozent der Unternehmen in Deutschland sprechen über die digitale Transformation – erste Projekte haben aber erst vier von zehn gestartet.

Lange Zeit hieß es, deutsche Unternehmen haderten mit der digitalen Transformation. Dies hat sich inzwischen geändert, wie eine in der vergangenen Woche veröffentlichte Studie der Digital-Business-Spezialist Arithnea aus Neubiberg bei München zeigt.

Demnach beschäftigt sich derzeit die überwältigende Mehrheit der deutschen Unternehmen mit der Digitalisierung (96 Prozent). Von denjenigen, die es tun, gehen die meisten das Thema dabei offensichtlich auch mit der gebotenen Entschlossenheit an.

So sagten fast sechs von zehn Befragte, in ihrem Unternehmen beschäftige man sich „strategisch“ mit der Digitalisierung (58 Prozent), weitere 31 Prozent bezeichneten die Beschäftigung mit der digitalen Transformation als „ernsthaft“. Nur jeder Zehnte gaben zu Protokoll, sein Unternehmen setze sich lediglich „lose“ mit dem Thema auseinander (11 Prozent).

Die tatsächliche Umsetzung der digitalen Transformation erfolgt bislang allerdings noch eher zögerlich: So haben laut der Arithnea-Studie bisher erst 40 Prozent der deutschen Firmen erste Projekte realisiert. Der Rest der Befragten sagte unter anderem, ihr Unternehmen habe mit der Umsetzung der Digitalisierung begonnen und erste Projekte geplant – befinde sich derzeit noch in ersten Gesprächen.

Als Haupthindernisse für die Digitalisierung nennen die Befragten vor allem zwei alte Bekannte: Es sind genau die beiden Probleme, mit denen die IT in den Unternehmen schon immer zu kämpfen hat, nämlich mangelnde Personalressourcen (68 Prozent) und ein zu geringes Budget (56 Prozent).

Als die beiden Top-Treiber für die Beschäftigung mit der digitalen Transformation nannten die Befragten die neuen Möglichkeiten, die das Internet der Dinge bietet (79 Prozent) und die Notwendigkeit, die eigene Wettbewerbsfähigkeit langfristig sicherzustellen (73 Prozent). Bereits mit einigem Abstand auf Platz drei landeten die steigende Erwartungshaltung der Kunden (56 Prozent) und die Tatsache, dass die eigene IT ohnehin grundlegend verbessert werden muss (ebenfalls 56 Prozent).

Weitere Zahlen & Fakten zum Status Quo der digitalen Transformation in deutschen Unternehmen in der folgenden Infografik:

Quelle: Arithnea

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Alle Kommentare [1]

  1. Interessanter Einblick! 79 % sprechen von neuen Möglichkeiten durch IoT, 73 % wollen durch eine Digitale Transformation ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern und immerhin 56 % sprechen von einer gestiegenen Erwartungshaltung der Kunden. Das alles deutet aus meiner Sicht auf eine wesentliche Verantwortlichkeit des Marketing hin, oder?. Die sehen aber nur 2% der Befragten so! Auch das nur 14 % den CEO in der Pflicht sehen, erscheint mir bei einem derart strategischen Thema sehr wenig. Ich finde die Verantwortung liegt in erster Linie beim CEO, zuständig für die Strategie und die Bereitstellung des Budgets. In zweiter Linie beim CMO um echte Mehrwerte für den Kunden zu identifizieren und Projekte zu initiieren. Aber natürlich auch beim CIO, der gemeinsam mit dem CMO die Verantwortung für eine mehrwertorientierte Umsetzung bei der Digitalisierung von Produkten und Prozessen trägt.
    Ich hoffe mal, dass die 40 %, die schon den Druck vom Markt spüren auch diejenigen sind, die bereits Projekte am Laufen haben oder zumindest schon mal entschieden haben, wer den Hut auf hat – sonst könnte es vielleicht auch schon zu spät sein!