Gefahr digitale Überforderung: Zwei Drittel der Mitarbeiter mit Kundenkontakt ständig erreichbar

Die Kehrseite der digitalen Transformation sind Stressfaktoren wie die ständige Erreichbarkeit der Mitarbeiter – bis hin zur Angst vor neuen Technologien.

Die Digitalisierung ganzer Geschäftsprozesse entlang der Wertschöpfungsketten in den Unternehmen erfordert zwar eine enorme Kraftanstrengung. Sie verspricht gleichzeitig aber auch eine zusätzliche Fitness im Wettbewerb bis hin zur Erschließlung komplett neuer Geschäftsfelder.

Kaum verwunderlich also, dass die digitale Transformation derzeit eines der wichtigsten Themen in den Unternehmen überhaupt ist. Allerdings hat der kontinuierliche Zwang zur Verbesserungen auch eine bisher wenig beachtete Kehrseite.

Die Rede ist von der Gefahr zur digitalen Überforderung im Arbeitsalltag. Dass dieses Problem durchaus real ist, hat die Unternehmensberatung Sopra Steria Consulting kürzlich in einer Studie herausgefunden.

Demnach geben viele Befragte an, pausenlos im Stand-by-Modus zu sein: So sind beispielsweise zwei Drittel der Mitarbeiter mit Kundenkontakt rund um die Uhr für Kunden, Kollegen und Vorgesetze erreichbar. Zudem konstatiert bereits jeder Dritte ein Zusammenwachsen von Arbeit und Privatleben – und bearbeitet Job-Anfragen auch nach Feierabend.

Beides sind laut Sopra Steria zumindest Risikofaktoren, die eine digitale Überforderung begünstigen. Mehr noch: Weil viele neue Software-Tools um Aufmerksamkeit buhlen und in direkte Konkurrenz mit der eigentlichen Arbeit treten, droht die digitale Ablenkung mittelfristig zu einer Art Berufskrankheit zu werden.

Immerhin jedem fünften Befragten graut heute bereits vor der Einführung neuer digitaler Technologien. Fast genauso viele Mitarbeiter haben regelrecht Angst vor der digitalen Entwicklung (17 Prozent).

Weitere Ergebnisse der Befragung, für die Sopra Steria Consulting im Juli dieses Jahres mehr als 200 Mitarbeiter und Führungskräfte aus Unternehmen ab 500 Mitarbeitern befragt hat, gibt’s in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Sopra Steria Consulting

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