Die wachsende iPhone-Abhängigkeit von Apple – und die doppelte Achillesferste China

Das iPhone steht nunmehr für 63 Prozent des Umsatzes; in China erwirtschaftet Apple rund ein Viertel seines Umsatzes – beides gefährliche Abhängigkeiten.

Die jüngsten Quartalszahlen von Apple waren auf den ersten Blick wenig überraschend: Die Umsatz- und Gewinnmaschine aus Cupertino läuft weiter auf Hochtouren: Zwischen Juli und September stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 22 Prozent auf nunmehr 51,5 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieb in jenem Zeitraum ein Nettogewinn von 11,1 Milliarden Dollar hängen – ein Plus von satten 31 Prozent.

Einmal mehr ist es vor allem der Megaseller iPhone, der unablässig Geld in die Apple-Kassen spült. So verkaufte Apple im dritten Quartal 48 Millionen iPhones – rund 22 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Bedeutung des Smartphone-Geschäfts für Apple erkennt man, addiert man die Umsätze der jeweils vier letzten Quartale – die sogenannten „Trailing revenues“:

Quelle: Jackdaw Research

Die von dem US-Analysten Jack Dawson zusammengestellten Zahlen zeigen: Seit dem Start des iPhone 6 im dritten Quartal 2014 hat das Smartphone-Geschäft noch einmal überproportional zugelegt. So liegt der iPhone-Umsatz aktuell bei 63 Prozent vom Umsatz – vor einem Jahr waren es dagegen noch 56 Prozent.

Der wichtigste Grund für den iPhone-Turbo ist ein geographischer: So waren beide neuen Geräte, das iPhone 6s und das iPhone 6s Plus vom Start weg in China erhältlich. Dadurch verdoppelte sich der China-Umsatz glatt auf 12,5 Milliarden Dollar:

Quelle: Jackdaw Research

Mehr noch: Damit erwirtschaftet Apple inzwischen rund ein Viertel seines Gesamtumsatzes im Reich der Mitte. Beides zusammengenommen – der Boom des iPhones insgesamt und von China im speziellen – beschert Apple im Umkehrschluss freilich auch so etwa wie eine doppelte Achillesferse.

Sollte nämlich die Wirtschaft in China in Zukunft weiter schwächeln – erst jüngst fiel das Wachstum auf den schlechtesten Wert seit 2009 – könnte sich dies gleich doppelt in der Apple-Bilanz niederschlagen. Oder anders ausgedrückt: Ein Schnupfen in China könnte eine Grippe bei Apple auslösen.

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