Mobile Commerce: 70 Prozent der deutschen Händler haben App – aber fast jeder in UK

Vor allem bei der Datennutzung haben hiesige Händler noch Nachholbedarf: Nur drei Prozent bringen personalisierte Inhalte auf ihre Shopping-Apps.

Deutsche Händler haben das Potenzial von mobile Commerce erkannt, haben aber im Vergleich zu anderen westlichen Industrienationen noch Nachholbedarf. Dies ist der zentrale Befund einer aktuellen Studie von Teradata, einem US-Spezialisten für Big-Data- und Marketing-Lösungen.

Für die Erhebung wurden die 50 größten E-Commerce-Unternehmen – gemessen am Umsatz – in der Region Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt.

Demnach bieten zwar immerhin bereits 70 Prozent der befragten Handelsunternehmen ihren Kunden eine App für das mobile Shoppen an. Im Vergleich zu Großbritannien liegt Deutschland damit aber noch weit zurück: Dort setzt bereits fast jeder große E-Commerce-Anbieter auf eine mobile App (96 Prozent).

Auch bei Kundenansprache und Kommunikation schöpfen die hiesigen Händler das Potenzial noch lange nicht aus: Zwar verfügen zwei Drittel aller genutzten Apps über die Funktion, nach Nutzererlaubnis Push-Nachrichten an diese zu versenden (66 Prozent). Allerdings spricht erst jedes fünfte Unternehmen seine Kunden aktiv mit solchen Nachrichten an (20 Prozent).

Auch die Häufigkeit solcher Nachrichten variiert stark: Knapp 43 Prozent verschicken täglich mindestens eine Nachricht, ebenfalls 43 Prozent nur ein bis zwei Botschaften im Monat. Größtes Versäumnis: Keine einzige App sendet aktiv eine Nachricht an den Kunden nach einem abgebrochenen Kaufvorgang. Dabei ist dies nach Meinung von Experten ein überaus wirksamer Weg, um Kunden doch noch zum Kauf zu animieren.

Den größten Nachholbedarf sehen die Studienautoren beim Thema Datennutzung und Vernetzung: So könne ein Händler über eine Anmeldung genau nachvollziehen, wie ein potenzieller Kunde einen Web-Shop auch über verschiedenen Plattformen – also Smartphones, Tablets und stationäre Rechner – hinweg nutzt.

Doch nur knapp 15 Prozent der Händler verlangen ein zwingendes Login in die App. Eine Verbindung der App mit Facebook bietet nur jede fünfte App an, und wirklich personalisierte – also auf einen Nutzer individuell zugeschnittene – Inhalte bringen lediglich drei Prozent aller Befragten auf ihre mobilen Apps.

Mehr Studienergebnisse in der Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Teradata

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