Erstes Halbjahr 2015: 888 Hacker-Attacken, 246 Millionen gestohlene Datensätze

Die Bedeutung von Cyberhacks durch staatliche Institutionen steigt: Drei der größten zehn Attacken im ersten Halbjahr erfolgten im Auftrag von Regierungen.

Die Zahl der Hacks ist im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent angestiegen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des niederländischen Chipkarten- und IT-Sicherheitsanbieters Gemalto.

Demnach gab es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres insgesamt 888 Hacker-Attacken, bei denen fast 246 Millionen Datensätze kompromittiert, das heißt gestohlen oder sonstwie verändert wurden. Die Anzahl der gestohlenen Daten sank im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent – weil es laut Gemalto aktuell weniger große Fälle von Datendiebstählen im Einzelhandel gab.

Der größte Angriff des ersten Halbjahres fand auf den Versicherungskonzern Anthem Insurance statt: Allein bei jener der Attacke erbeuteten Hacker 78,8 Millionen Datensätze – fast ein Drittel aller gestohlenen Informationen in jenem Zeitraum. Insgesamt gelangten Angreifer bei den zehn größten Attacken an mehr als 80 Prozent aller gestohlenen Daten.

Die wichtigsten Verursacher von Cyberangriffen sind böswillige Außenstehende: Sie sind mit 536 Angriffen für mehr als die Hälfte aller Attacken verantwortlich (62 Prozent). Dies ist ein leichter Anstieg gegenüber den 58 Prozent im Vorjahr. Allerdings konnten die Angreifer dabei weniger Informationen erbeuten als 2014: Lediglich 46 Prozent aller gestohlenen Daten lassen sich aktuell auf böswillige Außenstehende zurückführen; im Vorjahr waren es noch knapp 72 Prozent.

Umgekehrt steigt die Bedeutung von Cyberhacks durch staatliche Institutionen: Zwar erfolgten laut Gemalto nur zwei Prozent aller Hacker-Attacken im Auftrag von Regierungen – diese konnten aber satte 41 Prozent aller gestohlenen Informationen entwenden. Immerhin drei der zehn Top-Attacken des ersten Halbjahres 2015 gingen von Behörden aus; im gleichen Zeitraum des Vorjahres war es hingegen keine einzige.

Weitere Daten zur Studie, etwa zu den betroffenen Industrien (Gesundheitssektor: 34 Prozent) oder den Unterschieden bei den Regionen gibt’s in der folgenden Infografik (zum Vergrößern zwei Mal anklicken):

Quelle: Gemalto

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