Twitter wächst weniger stark als Facebook? Nein, das kam nicht überraschend!

Die aktuellen Finanzberichte machen den Unterschied zwischen Twitter und Facebook einmal mehr deutlich. Die Monetarisierungsmaschine ist bei dem Kurznachrichtendienst indes erfolgreich angelaufen.

Die ersten Quartalszahlen von Twitter nach dem erfolgreichen Börsengang im vergangenen November hatten es in sich: Zwischen Oktober und Dezember 2013 hat der US-Kurznachrichtendienst einen Verlust von mehr als einer halben Milliarde Dollar eingefahren – im Jahr davor waren es gerade mal neun Millionen Dollar Miese.

Was die Anleger aber offenbar am meisten geschockt hat: Trotz der massiven Werbeaufwendungen – der Hauptgrund für das ausgeweitete Minus – konnte Twitter seine Nutzerschaft nur um vier Prozent auf 241 Millionen steigern. Die Börse quittierte die Zahlen mit einem Kurseinbruch von fast einem Viertel am Tag nach der Veröffentlichung.

Dabei kommt das inbesondere im Vergleich zu Rivale Facebook schwächere Nutzerwachstum überhaupt nicht überraschend. Bereits Ende Dezember 2013 hat Analyst Ian Maude vom britischen Marktbeobachter Enders Analysis einen aufschlussreichen Chart veröffentlicht:

Quelle: Enders Analysis

Darin vergleich Maude den weiteren Zuwachs von Twitter und Facebook, jeweils ab dem Zeitpunkt des Erreichens von 30 Millionen Nutzer. Das Ergebnis ist eindeutig: Nein, Twitter ist eben nicht vergleichbar mit Facebook – das Produkt ist anders, und damit auch die Netzwerk- und Skaleneffekte bei den Mitgliedern.

Bei einem Vor-Börsengang-Vergleich hier im Blog hatte ich Ende Oktober 2013 übrigens meine Analyse mit einer ähnlichen Überschrift versehen: „Facebook ist Mainstream – Twitter noch lange nicht“ Dem ist auch heute wenig hinzuzufügen.

Auf einen weiteren wichtigen Punkt hat Maude in der vergangenen Woche nach der Veröffentlichung der Twitter-Zahlen hingewiesen: Betrachtet man nämlich das Umsatzwachstum des Mikrobloggingdienstes, ist die Wachstumskurve weiterhin intakt – und zeigt im jüngsten Quartal sogar leicht nach oben:

Quelle: Enders Analysis

Oder anders ausgedrückt: Der Mehrwert von Twitter ist für viele User nicht so einfach und selbsterklärend wie der von Facebook. Die lange Zeit angemahnte Monetarisierung des Dienstes kommt indes immer besser in Fahrt.

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