Suchmaschinen: Google mit Abstand Marktführer; Desktop-Suche sinkt erstmals

Den Suchmaschinen-Primus nutzen viermal so viele Menschen wie seine nächsten Verfolger Baidu und Yahoo. Doch im Heimatmarkt USA sinkt erstmals die Zahl der Suchanfragen im stationären Web.

Vergangene Woche hat der amerikanische Marktforscher Comscore seine jüngsten Studienreihe „Digital Future in Focus“ zur Nutzung unterschiedlicher Internet-Dienste in diversen Märkten.

Die wichtigsten Ergebnisse im Bereich Suchmaschinen: Google dominiert das Geschäft der Internet-Suche weiterhin mit großem Abstand. Laut Comscore haben im Dezember 2012 fast 1,2 Milliarden eindeutige Nutzer (unique searchers) die Webseite von Google gesucht.

Mit jeweils knapp 300 Millionen Nutzern rund ein Viertel so groß sind der chinesische Anbieter Baidu sowie der US-Rivale Yahoo. Erst auf Platz vier folgt Microsoft mit rund 270 Millionen Nutzern vor der russischen Suchmaschine Yandex.

Quelle: Statista/Comscore

Noch deutlicher ist der Vorsprung von Google bei der Gesamtzahl aller Internet-Suchen. So liefen im vergangenen Dezember fast 115 Milliarden Anfragen über den Marktführer. Baidu kommt mit 14,5 Milliarden Suchanfragen nur auf ein Achtel des Google-Wertes, der Drittplatzierte Yahoo deutlich unter einem Zehntel.

Hier rangiert der russische Primus Yandex mit 4,8 Milliarden Anfragen sogar noch vor Microsoft, die auf gerade mal 4,5 Milliarden Suche kommen. Wenig verwunderlich also, dass das Online-Geschäft für die Redmonder chronisch defizitär ist.

Quelle: Statista/Comscore

Aber auch für den unumstrittenen Marktführer Google ist nicht alles Gold was glänzt: So war im Heimatmarkt USA aufs gesamte Jahr 2012 gesehen die Zahl der Desktop-Suchen – sprich am stationären Internet – rückläufig. Zwar stieg laut Comscore die Gesamtzahl der Suchenden 2012 erneut um elf Prozent, aber im Schnitt suchten Internet-Nutzer sieben Prozent weniger als 2011.

Als Gründe für den Rückgang nennen die Marktforscher zum einen den wachsenden Trend Richtung mobiles Internet. Zum anderen auch die wachsende Zahl von Suchanfragen auf Portalen oder sozialen Netzwerken wie etwa Amazon oder Facebook.



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Alle Kommentare [4]

  1. Interessan wäre auch eine Abschätzung gewesen, wie hoch inzwischen der Anteil der Suchen über mobile Geräte – insbesondere Smartphones – ist. Aber das scheint man aus der Studie nicht herauslesen zu können.

  2. Ich mag Statistiken 🙂
    Nicht so toll finde ich immer Statistiken aus den USA. Warum sind diese Zahlen für uns so interessant? Aktuelle Zahlen über die phillipinischen Suchmachinen oder den Markt in Botswana interessieren auch keinen. Aber Ami-Land ist ja immer so toll.
    Richtig vom Hocker hauen würde mich mal eine Statistik über die Anzahl der mobilen Websites in Deutschland. Statista fands interessant, hat aber keine Daten. Da könntet ihr euch mal drum kümmern. Kann Google da nichts liefern?
    Keuchel hat noch nicht mal geantwortet, wie immer.

  3. @Henning Brune: Hätte ich auch gerne gewusst, gerade wegen sinkender Desktop-Suche

    @Björn-Lars Kuhn: Gut, ist schon noch’n Unterschied, ob Burkina-Faso oder USA. Und weil’s eben doch ein Vorreitermarkt auch für D ist, hab ich die sinkende Desktop-Suche zitiert… ist ja schon ein wichtiges und bezeichnendes Signal, IMHO. Nehme aber gerne noch detailliertere Zahlen, auch aus D ;-)

  4. Eines ist wichtig, ja sogar sehr wichtig. Neben dem WWW entstehen viele kleine und große Inseln von Suchenden, Nutzenden und Kommunizierenden.
    Wurden wir von der ka:media vor 5 Jahren noch von Werbeagenturen gefragt, was man denn mit „diesem“ Facebook soll, wirbt heute jeder Tante Emma Laden um Likes und Follower.

    Gruß
    Jürgen Kappus
    CEO ka:media interactive GmbH