SAP-Mitgründer Hasso Plattner: „Hana ist die schnellste Datenbank der Welt“

Wie sich der heutige Aufsichtsratsboss für den Walldorfer Software-Konzern stark macht – intern wie extern.

Dass Hasso Plattner dem von ihm vor fast genau 40 Jahren mitgegründeten Softwaregiganten SAP bis heute enger verbunden ist, als es sein offizielles Mandat als Leiter des Aufsichtsrats vermuten lässt, macht der 68-jährige immer wieder mal deutlich. So hat er erst jüngst mit einer Brandrede intern für Furore gesorgt.

Im Februar tritt er auf einer Mitarbeiterversammlung vor SAPlern in der US-Niederlassung Palo Alto auf – und spricht dabei Klartext: „Es gibt Produkte bei SAP, die sind weder praxistauglich noch begehrenswert und attraktiv für den Kunden – und wir verkaufen sie dennoch. Genau das wird in der Ära von Cloud Computing nicht mehr funktionieren“, so Plattner. Hintergrund sind seine Bemühungen, SAP im Jahr ihres vierzigsten Jubiläums fit zu machen für die neue Ära schlanker Internet-basierter Software.

SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner (Quelle: SAP)

Bei der Gelegenheit bekommen freilich auch gleich Politiker von der Linken, den Grünen und der SPD ihr Fett weg – wegen ihren  jeweiligen Vorschlägen zur Vermögenssteuer, die Plattner als Großaktionär mit einem SAP-Anteil von rund zehn Prozent natürlich empfindlich träfe. „Als Konsequenz aus der Finanzkrise marschieren einige deutsche Politiker in meinen Augen in die völlig falsche Richtung. Wir können inzwischen feststellen, dass der Einfluss der Vordenker der DDR niemals stärker als heute war“, sagt Plattner in der Rede, die der WirtschaftsWoche als Video-Mitschnitt in Auszügen vorliegt.

Sticheleien gegen den Lieblingsfeind

Vergleichbares Engagement hat Plattner bereits früher immer mal wieder an den Tag gelegt. Im Frühjahr 2007, kurz nach dem Weggang seines einstigen Ziehsohns Shai Agassi, hat er sich ebenfalls wieder stärker ins operative Geschäft eingemischt, insbesondere in der Produktentwicklung, eingemischt – und so den Weg in die heutige Richtung eingeleitet. In den letzten rund zwei Jahren ist es dann die an seinem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam mitentwickelte In-Memory-Technologie für Hochleistungs-Datenbanken, die Plattner maßgeblich vorantreibt. Mitte 2010 lässt er gar ein Internet-Video veröffentlichen, in dem er doppelt auftritt und sich quasi selbst interviewt. Und natürlich teilt er bei der Gelegenheit auch aus gegen seinen Lieblingsfeind Larry Ellison, den Chef des US-Softwarekonzerns Oracle.

Wie sehr ihn dieses Thema antreibt, hat er erst Anfang März erneut bewiesen. Am dritten Tag der weltgrößten IT-Messe CeBIT stattet er dem Stand des von ihm mitgegründeten Unternehmens einen Überraschungsbesuch ab. Auf dem Podium hält er eine Rede, welche die SAP in einem kurzen Video selber veröffentlich hat: „Heute haben wir unsere eigene Datenbank Hana, und die ist – zumindest im Analyse-Bereich – die schnellste der Welt“, stichelt Plattner dabei einmal mehr gegen den Erzrivalen Oracle. Mehr gibt’s hier:

Quelle: SAP Deutschland Channel

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Alle Kommentare [5]

  1. Hallo Herr Kroker,
    bis heute sind wir noch nicht aus SAP bei einer Teststellung beim Kunden getroffen. Aktuell testet SAP in Walldorf und wir dagegen beim Kunden vor Ort. Unsere Kundeninstallationen kann man sich zumindest live beim Kunden anschauen, bei SAP wohl noch nicht. Zmindest sind wir schon live seid 2007, mit Quellen damals als ersten Kunden. Ein „David„ wie EXASOL begruesst es natuerlich auch im Umfeld eines „Goliaths„ ueber Berichterstattungen bei denen auch lokale deutsche Player beruecksichtigt werden.

  2. @Goetzmann:
    Ja und was sagt das nun aus? LOL.
    Wo soll den SAP testen? HANA ist schon Live.
    Ich bin nicht bei SAP aber ich war auf der CEBIT – daher kann ich natürlich verstehen, dass einige nun hibbelig werden. Und das aus gutem Grund.
    Lasst mal einen Bericht auf eurer Datenbank laufen und dann will ich sehen wie ihr aus z.B. 10 Milliarden Datensätzen einige Hundert Millionen in unter einer halben Sekunde raus lest – bitte mit Beweisvideo. Danach reden wir weiter 🙂
    Gruß
    Göteller

  3. Habe heute über DW-TV eine Focus Sendung über den SAP-Chef Hasso Plattner gesehen. Ein sehr interessanter Mann. Wollte noch ein paar mehr Informationen und bin dabei auf diese Webside gestossen und – ist zwar spät -, aber man darf ja immer noch seinen Kommentar absetzen – Finde ich toll. Herzlichen Dank für die Plattform, Herr Plattner.

    Herr Göteller – Sie wollten ein Beweis-Video (nichts einfacher als das)

    Übrigens mit einem deutschen Datenbanksystem gemacht, dass es schon seit 1999 gibt, aber wegen der agressiven Werbung damals durch MS mit Access, nicht richtig bekannt wurde.

    Das Beweis-Video: Sind zwar nur etwas mehr als 2 Milliarden Sätze und mehr als 1 TerraByte Daten, aber alles was gezeigt wird geht in Sekundenschnelle und das auf einem PC mit geringer RechnerPower und mit dem BS Windows 7.

    Klicken Sie einfach auf diesen Link und schon haben Sie Ihren Beweis.

    http://www.vimeo.com/59789113

    Wollen Sie weitere Videos zu Auswertungen und Analysen sehen, über kaufmännische Geschäftsdaten, sind allerdings Lehrvideos und nicht so viele Datensätze, dann gehen Sie auf die Webside —> http://www.derchefwillwissen.de

    Nichts für ungut
    und noch viele Grüsse aus dem sonnigen Ecuador an das kalte Deutschland.