9 von 10 Firmen halten die Digitalisierung für eine Chance – aber zwei Drittel sind Nachzügler

Den Unternehmen fehlt es vor allem an Geld und Zeit für neue Technologien. Ausgerechnet die gute Wirtschaftslage bremst derzeit die Digitalisierung aus.

Wenn heute die komplett neugestaltete CEBIT in Hannover ihre Pforten eröffnet (Analyse in aktueller WiWo-Story, Kommentar am Freitag im Blog), wird es eines der zentralen Themen sein: Die digitale Transformation der deutschen Wirtschaft.

Passend dazu hat der ITK-Branchenverband Bitkom in der vergangenen Woche eine aktuelle Studie zum Thema präsentiert. Zentraler Befund: Die deutsche Wirtschaft kommt bei Digitalisierung voran, aber langsam. Immerhin sehen fast neun von zehn aller Unternehmen die Digitalisierung inzwischen als Chance:

Quelle: Bitkom

Zudem bekunden aktuell vier von fünf Unternehmen, sie hätten inzwischen eine Digitalstrategie (78 Prozent). Das ist deutlich mehr als 2017, als dies erst zwei Drittel der Befragten angaben (68 Prozent).

Doch trotz dieser Fortschritte sehen sich immer noch fast zwei Drittel der Unternehmen bei der Digitalisierung als als Nachzügler oder sie haben sogar den Anschluss verpasst (63 Prozent), nur jedes Dritte bezeichnet sich selbst als Vorreiter (35 Prozent):

Quelle: Bitkom

Wenig verwunderlich also, dass ein Drittel der Unternehmen Probleme hat, die Digitalisierung zu bewältigen. Mehr noch: Ein Viertel der Befragten sagt sogar, dass ihr eigenes Unternehmen durch die Digitalisierung in seiner Existenz gefährdet sei (24 Prozent).

Dabei fehlt es in den Unternehmen vor allem an Geld und Zeit, um etwa in neue Technologien zu investieren. Jeder dritte Manager sagt, die größte Hürde beim Einsatz neuer Technologien sei fehlende Zeit im Alltagsgeschäft (32 Prozent), jeder fünfte beklagt fehlende finanzielle Mittel (21 Prozent):

Quelle: Bitkom

Diese Werte liegen deutlich über den Angaben des Vorjahres: 2017 nannten erst 18 Prozent fehlende Zeit und nur 14 Prozent fehlende finanzielle Mittel als Hemmschuhe. Ausgerechnet die gute Wirtschaftslage bremst derzeit also die Digitalisierung aus.

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