Trotz ethischer Bedenken: Künstliche Intelligenz für drei Viertel der Unternehmen strategisch

Laut Microsoft-Chef Satya Nadella soll künstliche Intelligenz den Menschen helfen – eine Forderung, die bei vielen Unternehmen bereits angekommen ist.

Es ist eines der Megathemen auf der seit Sonntag laufenden Burda-Digitalkonferenz DLD in München: Die Rede ist von künstlicher Intelligenz (KI), also dem Nachahmen des menschlichen Gehirns mittels Computing-Power.

Microsoft-Vorstandschef Satya Nadella, extra eingeflogen aus den USA, widmete sich auf seinem Eröffnungspodium gestern Morgen sogar ganz dem Thema: „Für mich bedeutet künstliche Intelligenz, dass wir Maschinen beibringen, Dinge zu tun, die ein Mensch tut. Allerdings befinden wir uns dabei gerade erst in der Ära der Großrechner.“ Anders ausgedrückt: Den fünfziger bis bestenfalls sechziger Jahren.

Wichtig waren Nadella – bei aller spürbaren Begeisterung – zwei Randbedingungen: „Wir müssen künstliche Intelligenz demokratisieren“, so der Microsoft-CEO. „Das bedeutet: Die Technik für jeden verfügbar machen, in die Schulen und Universitäten – und letztlich die gesamte Gesellschaft bringen.“ Anders ausgedrückt: KI muss den Menschen helfen.

Zugleich rücken dadurch für Politik und Unternehmen wichtige ethische Fragen in den Fokus: „Ethische künstliche Intelligenz bedeutet: Wir müssen ein neues Gleichgewicht zwischen dem Gewinn aus Kapital und jenem aus Arbeit herstellen“, forderte Nadella.

Die Bedenken und Forderungen des Microsoft-Bosses sind teilweise auch bereits bei den Anwenderunternehmen angekommen. So glauben laut einer heute veröffentlichten Studie des indischen IT-Dienstleisters Infosys 62 Prozent der befragten Unternehmen, dass strikte ethische Standards eingehalten werden müssen, um den Erfolg von KI sicherzustellen.

Gleichzeitig haben zwei Drittel der Befragten die ethische Probleme, die mit künstlicher Intelligenz verbunden sind, noch nicht vollständig berücksichtigt. Dazu gehören Bedenken von Angestellten bezüglich Kontrollmechanismen sowie branchenspezifische Regularien und Gesetze. Insgesamt sind 53 Prozent der Meinung, dass ethische Bedenken eine effektive Anwendung von KI-Technologien stark behindern.

Dessen sieht ein Großteil der Unternehmen KI als langfristige strategische Priorität für Innovation an: Für drei Viertel der Befragten ist die Technologie grundlegend für den Erfolg ihrer Unternehmensstrategie (76 Prozent); 64 Prozent sind davon überzeugt, dass die Zukunft ihres Unternehmens von einer großflächigen Adaption der KI-Technologie abhängt.

Weitere Ergebnisse der Studie, für die das unabhängigen Marktforschungsinstitut Vanson Bourne 1600 Entscheidungsträger in großen Organisationen in den USA, Großbritannien, Australien, Indien, China und Deutschland befragt hat, in der folgenden Infografik:

Quelle: Infosys

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