Smart Home: Sechs von zehn Deutschen wollen intelligent wohnen

Die größten Bedenken gegenüber Smart-Home-Lösungen betreffen hohe Kosten und – typisch Deutsch – die Furcht vor dem Verlust der Privatsphäre.

Die Mehrheit der Deutschen will ihr Wohnungen und Häuser in Zukunft digital aufmotzen – zumindest wenn man den Ergebnissen einer Studie glaubt, die der Energie- und Telekommunikationsdienstleister EWE in Zusammenarbeit mit der GfK kürzlich veröffentlicht hat.

Die Studie prophezeien dem Thema – Neudeutsch Smart Home genannt – eine große Zukunft: Wird das intelligente Zuhause als eine Möglichkeit verstanden, die den Wohnkomfort steigert und die Energiekosten senkt, sind mehr als sechs von zehn Deutschen daran interessiert (65 Prozent).

Die Studie hat außerdem die Beweggründe der Menschen untersucht, die sich nicht für Smart-Home-Lösungen interessieren (22 Prozent): Die zwei meistgenannten Gründe: Zu hohe Kosten (46 Prozent) und – typisch deutsch, möchte man anmerken – die Furcht vor dem Verlust der Privatsphäre (39 Prozent).

Eine mögliche Lösung zur Reduzierung dieser Ängste ist die Datensicherung in einem TÜV-zertifizierten Rechenzentrum in Deutschland: Gut zwei Drittel der Skeptiker blieben nach wie vor zweifelnd (68 Prozent).

Die Studie zeigt zudem, dass die Branche noch viel Aufklärungsarbeit leisten muss: Mehr als ein Drittel der Desinteressierten gaben an, ihnen sei der Nutzen von Smart-Home-Lösungen nicht klar (38 Prozent).

Neben dem generellen Interesse hat die Erhebung auch ein konkretes Szenario abgefragt: Hier sollten sich die Befragten vorstellen, sie verlassen das Zuhause und vergessen die Fenster zu schließen. Ein Sensor misst dieses Malheur und sendet dem Nutzer umgehend eine Nachricht auf sein Smartphone. 71 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, sie würden dieses Feature nutzen wollen.

Weitere Ergebnisse der Studie, für die 1001 Personen ab 14 Jahren in ganz Deutschland befragt wurden, in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: EWE

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Alle Kommentare [4]

  1. Typisch deutsch – typisch WirtschaftsWoche?
    In dem Artikel wird „die Furcht vor dem Verlust der Privatsphäre“ als typisch deutsch bezeichnet – oder diffamiert?
    Welcher Sicherheitsexperte hat denn in der letzten Zeit nicht vor den Gefahren des Internet of Things gewarnt?
    Datensicherung in einem deutschen Rechenzentrum als Teillösung würde Gesetze erfüllen, aber ist damit Sicherheit gewährleistet?
    Wer möchte denn, dass Bilder einer internen Überwachungskamera fürs Kinderzimmer oder einer Kamera für Videotelefonie in die Hände von Kinder-/Pornoringen gelangen?
    Bisher ist noch jede Kommunikation irgendwie geknackt worden.
    Also sollten die Daten im Haus bleiben, damit das geöffnete Fenster nicht auch gleich der nächsten Einbruchskolonne gemeldet wird! Schließen kann die Automatik dies auch ohne mein OK, das kann ich vorher eingeben!
    Die Heizung kann auch ein lokaler Mini-Server steuern!
    Aber damit ist weniger Geld zu verdienen, weil eben auch die „legale“ Nutzung meiner Daten im Netz Geld bringt. Womit wir bei typisch „WirtschaftsWoche“ wären. Es ist ja schon OK und richtig, das alles heute auch einen ökonomischen Aspekt hat, aber wenn ich zu Hause über das morgige Mittagessen diskutiere, möchte ich auf der nächsten Webseite keine passende Werbung oder gar eine Eheberatung dazu angeboten bekommen! Und das dürfte auch in anderen Nationen so gesehen werden!

  2. Warum machen wir nicht aus den deutschen Datenschutzbedenken ein disruptives Geschäftsmodell?
    Zentrale Portale, über die Smart Home Devices geschaltet werden können, werden zu kritischen Infrastrukturen und können das Stromnetz lahmlegen.

    Es geht auch dezentral und sicher. Dazu muss die Presse sich jedoch nicht immer über die berechtigten Sicherheitsbedenken der Deutschen hinwegsetzen, sondern über solche dezentralen Konzepte berichten.

  3. Interessant wäre eine Aufteilung in Altersgruppen. Nach meiner Beobachtung ist die Skepsis bezüglich Datensicherheit bei jüngeren Menschen deutlich weniger ausgeprägt als bei Älteren. Der jüngere Unternehmenschef macht auch locker seinen Google My Business Eintrag im Internet, manch anderer hat hier Bedenken wegen Datensicherheit (was aus meiner Sicht aber nicht auf realen Tatsachen basiert). Genauso dürfte es bei vielen anderen IT-Anwendungen sein.
    Bernd Schüßler
    http://www.berndschuessler.de
    Unternehmensberatung aus Freiburg
    mit Schwerpunkt Kundenorientierung

  4. Ich danke Ihnen für den interessanten Artikel. Smart Home ist eine interessante Sache. Es gibt auch immer wieder neue Innovationen in diesem Bereich.
    Mit besten Grüßen,
    Paul