Digitalisierung am Arbeitsplatz: Home-Office meist besser ausgestattet als Büro

Die Digitalisierung ist daheim bereits weiter fortgeschritten als am Arbeitsplatz im Büro – das zeigt eine Studie unter deutschen Büroangestellten.

Der Weg zum wahrhaft digitalen Büro ist noch weit. Denn derzeit ist ein Großteil der deutschen Arbeitsplätze nicht so ausgestattet, dass Wissensarbeiter wirklich digital arbeiten können. Viele administrative Tätigkeiten, die digital deutlich schneller zu bewältigen sind, werden nach wie vor analog ausgeführt. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie des Hosting-Dienstleisters Host Europe, die auf einer Umfrage von YouGov unter 1.000 Angestellten mit Büroarbeitsplätzen basiert.

DigitalWorking_Teaser1

Für Büro-Mitarbeiter sind eine schnelle Internetverbindung und eine gute technische Ausstattung die zwei wichtigsten Elemente, um sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen – weit vor eher weichen Faktoren wie dem Austausch mit Kollegen oder einer guten Verpflegung.

Ein Standard-Büroarbeitsplatz besteht demnach aus einem Festnetztelefon (83 Prozent), Schreibmaterial und Bürozubehör (73 Prozent), einem stationären Computer (68 Prozent) und verfügt meist über eine Internetverbindung per LAN (51 Prozent). Ein Faxgerät (49 Prozent) gibt es noch sehr viel häufiger als etwa Laptops (37 Prozent), Smartphones (29 Prozent), Tablets (14 Prozent) oder Equipment für Videokonferenzen (19 Prozent).

Um rundum digital und ortsflexibel zu arbeiten, sind demnach erst wenige Arbeitsplätze ausgestattet.  Dabei arbeitet bereits knapp die Hälfte aller Büroangestellten zumindest gelegentlich zuhause oder mobil. Mehr noch: Oftmals verfügen Mitarbeiter im Homeoffice gar über bessere Bedingungen für digitales Arbeiten. Grund: Hier gehören Laptop (69 Prozent), Smartphone (66 Prozent) und WLAN (66 Prozent) zur Grundausstattung.

Auch Tablet (33 Prozent), Zugang zu Cloud-Speicher (31 Prozent) und Headset sowie Webcam für Videotelefonie (40 Prozent) sind eher zu finden als an einem Büroarbeitsplatz. Die Digitalisierung ist daheim also bereits weiter fortgeschritten als am Arbeitsplatz im Büro.

Weitere Ergebnisse aus der Studie „Digital Working“ in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

IG_DigitalWorking

Quelle: Host Europe

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Alle Kommentare [8]

  1. Allerdings sollte man nicht, dass man im Homeoffice mit zahlreichen Ablenkungen konfrontiert wird. Da ist es dann nicht der Kollege an der Kaffeemaschine, sondern der Wäscheberg, der förmlich nach Zuwendung schreit 😉

  2. Klasse Beitrag und gute Informationen, die mir sehr gut weitergeholfen haben.
    Ist das in Berlin auch so, denn das Dihitale Büro hat nicht jeden Umzugsunternehmen erfasst. Bei uns ist alles gleich, wenn ich die Sekretärin über die Sculter schaue und ihr Arbeitsplatz sehe.

  3. Finde die Infografik sehr gelungen!
    Habe sie gleich mal geteilt, bei mir im Bekanntenkreis arbeiten viele im Büro, die sollten sich das mal ansehen.

  4. Super gemachte Grafiken.
    Wenn man zu Hause arbeitet ist die Gefahr groß von vielen Dingen abgelenkt zu werden, wie z.B. die Kinder, Nachbarn, schönes Wetter, private Anrufe und man erledigt eventuell private Tätigkeiten die nichts mit dem Homeoffice zu tun haben. Da muss man schon strikte Regeln einhalten um nicht abgelenkt zu werden…