Deutschland im internationalen Vergleich: Internet, Mobile & Social Media

Die Internet-Verbreitung zwischen Rhein und Oder ist bereits sehr gut, auch bei der Zahl der Mobilanschlüsse spielt Deutschland vorne mit. Bei sozialen Netzwerken herrscht dagegen weiterhin Nachholbedarf.

Die internationale Digital-Agentur „We are Social“ mit Hauptsitz in London hat in der vergangenen Woche eine mehr als 180 Seiten umfassende Studie mit dem Titel „Social, Digital & Mobile in 2014“ veröffentlicht.

Darin haben die Analysten haufenweise Zahlen und Fakten zu den Oberthemen Internet, Mobile und Social Media zusammengetragen – und das für die 24 ausgewählte Staaten der Erde, darunter Deutschland, die USA bis hin zu Indien und China.

Die Daten geben einen guten Überblick darüber, wie sich Deutschland im internationalen Vergleich der großen IT-Trends schlägt. Beim Thema Internet-Durchdringung etwa spielt die Bundesrepublik ganz vorne mit: Mit 84 Prozent der Bevölkerung liegt Deutschland auf Rang drei der betrachteten Staaten – übertroffen nur von Großbritannien und Kanada (zum Vergrößern auf die jeweilige Grafik klicken):

Quelle: WeAreSocial

Nicht ganz so positiv die Situation dagegen bei der Mobil-Durchdringung: Zwar verfügt Deutschland laut der Studie über knapp 108 Millionen Mobilfunkanschlüsse – eine Quote von 133 Prozent, gemessen an der Bevölkerungszahl von gut 81 Millionen Deutschen.

Das liegt zwar deutlich über dem Studien-Durchschnitt der betrachteten 24 Ländern von 93 Prozent. Dennoch rangiert Deutschland damit im Mittelfeld und reiht sich ein hinter Staaten Russland und Italien, aber auch die Vereinigten Arabischen Emirate, wo jeder Bewohner im Schnitt mehr als zwei Handys hat, und Saudi Arabien.

Quelle: WeAreSocial

Noch weiter nach hinten rutscht Deutschland indes beim Blick auf der Social-Media-Verbreitung. Gemessen an der Zahl der aktiven Nutzer im jeweils größten sozialen Netzwerk des Landes landet die Bundesrepublik nur noch in der hinteren Hälfte.

Laut den Daten hat Facebook hierzulande 28 Millionen aktive User – das entspricht einer Penetrationsrate von 35 Prozent. Dies ist leicht über dem Durchschnitt von 26 Prozent – aber deutlich hinter den Spitzenreitern Singapur, Australien und UK mit jeweils fast 60 Prozent (der hohe Wert der Vereinigten Arabischen Emirate beruhen auf der enormen Facebook-Durchdringung bei der städtischen geprägten Bevölkerung).

Quelle: WeAreSocial

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Alle Kommentare [2]

  1. Warum soll es erstrebenswert sein bei einem oder gar mehreren Ausländischen Unternehmen Kunde zu sein die Zensur & Überwachung groß schreiben? Das ist also nicht negativ sondern positiv, in diesem Punkt haben viele andere Länder noch einiges nachzuholen. Aber es freut mich zu sehen das auch viele andere es uns gleich tun.

  2. Sehr gute Informationen und wirklich toller Artikel.

    Was mich jetzt irgendwie schon wundert, ist, dass selbst das Land der „unbegrenzten“ Möglichkeiten, also die USA eine schlechtere Internetdurchdringung als Deutschland haben soll, zumindestens wenn man die erste Grafik betrachtet.

    Zusätzlich dazu verstehe ich nicht wirklich, wie man die Nutzung des jeweils größten Netzwerks in unterschiedlichen Ländern in eine Beziehung setzen kann.

    Immerhin ist Facebook, soweit ich informiert bin in Russland ein wirkliches kleines Licht und das eigene „Russland-Facebook“ durchaus nicht gerade für seine Meinungsfreiheit bekannt.

    Und selbst technisch gut entwickelte Länder wie Japan nutzen nur zu 7% das größte soziale Netzwerk. Es gibt also scheinbar durchaus Menschen, die den Sinn und Zweck der sozialen Netzwerke in Frage stellen.

    Das einzige war mich wundert ist, dass die Zahlen aus der Grafik für Deutschland, zumindestens was die Internetdurchdringung angeht, von anderen Zahlen abweicht. So liegt laut diesen Zahlen: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/13070/umfrage/entwicklung-der-internetnutzung-in-deutschland-seit-2001/

    die Internetnutzung in Deutschland im Jahr 2013 bei 76,5%. Laut der Grafik oben bei 84%. Ich meine in einem Land mit circa 80 Millionen Einwohnern machen 7% schon einen großen Unterschied aus.