Zero Trust als Strategie für mehr Cybersicherheit – angetrieben durch Corona & Home Office

Vier von zehn Unternehmen erhoffen sich von dem Konzept, beim Datenzugriff niemandem intern wie extern zu vertrauen, weniger Cybervorfälle.

Die Zahl der Cyberangriffe auf Unternehmen steigt seit Jahren – und hat zuletzt sogar überproportional zugelegt. Hauptgründe dafür sind die seit bald zwei Jahren währende Corona-Pandemie, wegen der viele Beschäftigte in westlichen Staaten vom heimischen Büro aus arbeiten. Dies bietet Hackern vielfältige neue Angriffsflächen.

Unter anderem deshalb erwägen immer mehr Unternehmen, bei ihrer Cybersecurity-Strategie auf ein Zero-Trust Sicherheitsmodell zu wechseln. Das Konzept basiert auf dem Grundsatz, keinem Gerät, Nutzer oder Dienst innerhalb oder außerhalb des eigenen Netzwerks zu vertrauen.

Das amerikanische IT-Analysehaus ESG aus Milford bei Bosten hat kürzlich 421 IT-Fachkräfte und Cybersicherheitsexperten in Unternehmen in Nordamerika zu ihrer Zero Trust-Strategie befragt (Studien-PDF).

Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass sich Unternehmen, die vor der Pandemie bereits Initiativen in diese Richtung unternommen hatten, bei der Umstellung auf die Arbeit im Home Office leichter getan haben. Die Befragten sehen Zero Trust als eine wichtige Möglichkeit für mehr Sicherheit, um die Herausforderungen dezentraler Umgebungen und mobiler Mitarbeiter zu bewältigen.

Zero Trust – also vertraue niemandem – ist in hier im wahrsten Wortsinn gemeint, denn es geht darum, alles zu überprüfen, bevor eine Verbindung hergestellt werden darf. Risiken, externe wie interne, sollen damit verringert werden, etwa um Innentäter oder Cyberkriminelle vor dem Eindringen ins Netzwerk zu hindern.

Gut vier von zehn befragten Unternehmen erhoffen sich von diesem Konzept weniger Cybervorfälle (43 Prozent). Sie wollen die Anzahl der Sicherheitsvorfälle mit Datenkompromittierung reduzieren (41 Prozent) und ebenso die Einhaltung von Compliance-Richtlinien fördern.

Mehr noch: Jeder zweite Befragte erwartet, dass er seine IT-Sicherheitsprogramme dank des Konzepts modernisiert (51 Prozent); einen sicheren Fernzugang für Nutzer ermöglichen wollen 41 Prozent. Das soll zugleich letzte Zweifel an einer Adaption der Cloud im eigenen Unternehmen ausräumen.

Allerdings hinken viele Firmen in Deutschland auf diesem Felde mal wieder hinterher. So sagt gut ein Drittel der hiesigen Unternehmensleiter, dass sie bisher keine Zero-Trust-Strategie verfolgen (35 Prozent), und ein Viertel zieht eine solche nicht einmal in Betracht (26 Prozent), so eine Studie des französischen IT-Dienstleisters Thales, über die ich kürzlich hier im Blog berichtet habe.

Weitere Infos rund um Strategien zur Einführung von Zero Trust in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Zscaler

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