Verschlüsselte Attacken steigen während Corona um 260 Prozent gegenüber 2019

Das Gesundheitswesen steht an der Spitze der Angriffe von Internet-Kriminellen, gefolgt von der öffentlichen Verwaltung – ein neuerlicher Beweis, wie sehr Cyber-Angreifer auf der Corona-Welle reiten wollen.

Cyberkriminelle greifen während der Corona-Pandemie schamlos kritische Branchen wie das Gesundheitswesen, die öffentliche Verwaltung und das Finanzwesen an. Zudem setzen sich zunehmend auf verschlüsselten Verkehr, um herkömmliche Sicherheitskontrollen zu unterlaufen.

Demnach kam es in den ersten zehn Monaten dieses Jahres zu einem Anstieg von SSL-verschlüsselten Angriffen von 260 Prozent gegenüber 2019. Dies ist der zentrale Befund des „2020 State of Encrypted Attacks Reports“, den der Cloud-Sicherheits-Anbieter Zscaler mit Sitz im kalifornischen San Jose kürzlich veröffentlicht hat.

So schreckten Cyberkriminelle in diesem Jahr nicht davor zurück, die Virus-Pandemie für ihre Zwecke auszunutzen, denn an der Spitze der Ziele stand das Gesundheitswesen. Darüber hinaus zielten SSL-basierte Bedrohungen auf die folgenden Bereiche ab:

  1. Gesundheitswesen: 1,6 Milliarden (26 Prozent)
  2. Finanzen und Versicherungen: 1,2 Milliarden (18 Prozent)
  3. Fertigungsindustrie: 1,1 Milliarden (17 Prozent)
  4. Öffentliche Verwaltung/Regierung: 952 Millionen (14 Prozent)
  5. Dienstleistungsbranche: 730 Millionen (14 Prozent)

Weitere Ergebnisse im Überblick:

  • Corona sorgt für Ransomware-Welle: Die Zscaler-Analysten beobachteten ab März, als die WHO den Virus zur Pandemie deklarierte, einen 5-fachen Anstieg von Ransomware-Angriffen über verschlüsselten Datenverkehr. Weitere Untersuchungen zeigten einen Anstieg von Malware im Zusammenhang mit COVID von 30.000 Prozent, als Kriminelle die Angst und den Informationsbedarf für ihre Angriffe auszunutzen begannen.
  • Phishing-Angriffe nähern sich 200-Millionen-Grenze:  Eine der am häufigsten via SSL-Verschlüsselung verbreiteten Angriffsarten war Phishing. In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 gab es mehr als 193 Millionen Fälle. Die Fertigungsindustrie war das Hauptziel (38,6 Prozent), gefolgt von Dienstleistungen (13,8 Prozent) und dem Gesundheitswesen (10,9 Prozent).
  • 30 Prozent der SSL-basierten Angriffe wurden über vertrauenswürdige Cloud-Anbieter verbreitet: Cyberkriminelle werden beim Versteckspiel immer raffinierter und nutzen den Ruf vertrauenswürdiger Cloud-Anbieter wie Dropbox, Google, Microsoft und Amazon aus, um Malware über verschlüsselte Kanäle zu verbreiten.
  • Microsoft ist nach wie vor das am häufigsten ins Visier genommene Unternehmen für SSL-basiertes Phishing: Zscaler identifizierte Microsoft als das Unternehmen, das am häufigsten für Phishing-Angriffe zweckentfremdet wird. Andere beliebte Marken für Spoofing waren PayPal und Google. Cyberkriminelle fälschen während der Pandemie auch zunehmend Netflix und andere Streaming-Unterhaltungsdienste.

Wie wichtigsten Zahlen & Fakten rund um verschlüsselte Angriffe 2020 gibt’s zusammengefasst in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle Zscaler

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