Ein Fünftel der Deutschen verschmäht Smart Home wegen Sicherheitsbedenken

Das Geschäft mit Smart TV, Smart Speaker & Co. könnte noch besser laufen, wenn die Hersteller den Deutschen ihre Sicherheitsvorbehalte nehmen.

Der Markt für intelligente, vernetzte Geräte im Haushalt boomt. Laut einer IDC-Studie vom vergangenen April umfasste der Markt für Smart-Home-Systeme in Europa im letzten Quartal 2019 fast 39,9 Millionen Einheiten – das entspricht einem Plus von 20,4 Prozent gegenüber den im vierten Quartal des Vorjahres.

Den Löwenanteil davon machen Videosysteme und Smart TVs (über 50 Prozent Marktanteil) und intelligente Lautsprecher (über 20 Prozent) aus. Der Rest teilt sich vor allem auf die Segmente Beleuchtung, Sicherheitskameras und Thermostate auf. IDC erwartet, dass der Markt in Europa im Jahr 2024 auf 201,1 Millionen ausgelieferte Geräte ansteigen wird, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate um 14,2 Prozent entspricht – trotz Corona-Pandemie.

Der IT-Sicherheitsanbieter Avast hat in einer GfK-Umfrage die deutschen Verbraucher zu ihrer Einstellung zum Megatrend Smart Home und ihrem Kaufverhalten befragt. Die Ergebnisse zeichnen ein deutlich verhalteneres Bild. Mehr als ein Fünftel der deutschen Konsumenten schaffen sich zum Beispiel keine smarten Helfer für zu Hause an, weil sie Sicherheitsbedenken haben.

Demnach sagen derzeit jeder sechste befragten Deutsche, dass er Sprachassistenten, Smart-TVs, Sicherheitskameras oder andere Smart-Home-Technik nutzen (16 Prozent). Knapp acht Prozent planen, solche Devices anzuschaffen. Während für mehr als jede sechste befragte Person die smarten Geräte den Alltag komfortabler machen (18 Prozent), sieht ein Viertel der Umfrageteilnehmer in dieser Technik ein Risiko für die Privatsphäre (25 Prozent).

Für ein sicheres Smart Home bleibt viel zu tun. So weiß nur ein Drittel der Nutzer, welche Geräte im Haushalt mit dem Internet verbunden sind (34 Prozent). Nur knapp sieben Prozent meinen zu wissen, wie sie ihr heimisches Netzwerk aus Router und Endgeräten vor Cyberangriffen schützen können.

Jedes Gerät, das mit einem Router verbunden ist, kann ein Zugangspunkt für Cyberkriminelle sein. Gelangen sie an standardmäßige Anmeldeinformationen – also den Benutzernamen und das Passwort eines der Geräte – können sie über dieses auch das Netzwerk kontrollieren, um beispielsweise Lösegeld zu fordern.

Dennoch ändern bloß 14 Prozent der Nutzer das Standardpasswort in ein individuelles, sicheres Passwort. Ähnlich sieht es bei den Sicherheits-Updates der Hersteller aus. Rund ein Fünftel installiert diese, sobald sie bereitstehen (22 Prozent).

Sicherheit ist ein entscheidendes Kriterium dafür, wie rasant welche Segmente im Smart-Home-Markt künftig zulegen. Dabei ist das Wachstum in Gefahr: Aktuell traut nur einer von dreizehn Verbrauchern den Geräteherstellern zu, ausreichend für Cybersicherheit zu sorgen (7 Prozent).

Alle wichtigen Details zu den Sicherheitsaspekten im Smart Home in der folgenden Infografik:

Quelle: Avast

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