Digitalisierung scheitert von oben: Jeder 2. Top-Manager und Aufsichtsrat nutzt private E-Mail

Top-Manager legen teils fahrlässige Verhaltensweisen an den Tag: Sie nutzen oft unsichere Kommunikationswege – aber digitale Tools nur unzureichend.

Die Digitalisierung stellt zunehmend auch neue Anforderung an die digitale Kommunikation des Top-Managements in Unternehmen. So wird heute von von Führungsmitgliedern – also vor allem Vorständen sowie Aufsichts- und Verwaltungsräten – erwartet, dass sie Corporate-Governance-Themen wie die Einhaltung von Vorschriften, die Entwicklung und Wahrung der Unternehmenskultur sowie digitale Disruption und Cybersicherheit gleichermaßen im Griff haben.

Die Kehrseite der gestiegenen Erwartungen: Mit den höheren Ansprüchen an ihre Arbeit können sich Führungsgremien nicht mehr auf veraltete Standards und Technologien verlassen, um ihre vertraulichen Daten und Unterlagen vor Cyber-Angriffen zu schützen.

Die Realität sieht in vielen Führungsgremien freilich noch vergleichsweise düster aus, wie jetzt eine Studie des IT-Marktforschers Forrester im Auftag des US-Softwareanbieters Diligent herausgefunden hat. Diligent mit Hauptsitz in New York ist spezialisiert auf Sitzungsmanagement-Software, Neudeutsch auch Board Management genannt, und Experte für das Enterprise-Governance-Management.

Die wichtigsten Befunde der Studie:

  • Neun von zehn Mitgliedern in den Führungsgremien haben Sicherheitsbedenken hinsichtlich des Daten- und Informationsaustauschs (87 Prozent)
  • Jeder zweite Top-Manager und Aufsichtsrat kommuniziert über private E-Mails (50 Prozent)
  • Drei von zehn Governance-Experten haben im Jahr 2017 ihr Mobiltelefon, Tablet oder Notebook verloren (29 Prozent)

Die Befragung von über 400 Governance-Experten aus der ganzen Welt zeigt also deutlich, dass Top-Manager teils erschreckend fahrlässige Verhaltensweisen an den Tag legen und oft unsichere Kommunikationswege nutzen – aber digitale Tools hingegen nur unzureichend einsetzen.

Das macht sie zum Risikofaktor und ihr Unternehmen zum potenziellen Ziel von Cyber-Kriminellen: Denn die Zahlen lassen ahnen, wie anfällig Unternehmen und Organisationen aufgrund des „Risikofaktors Mensch“ sind. Außerdem sind sie damit ein schlechtes Vorbild in Sachen Digitalisierung.

Weitere Zahlen & Fakten zum Nachholbedarf der Führungsgremien in Sachen digitaler Kommunikation in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Diligent

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