Mehr als ein Drittel der erpressten Mittelständler hat 2017 an Ransomware-Angreifer gezahlt

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund fünf Prozent aller KMU weltweit Opfer von Ransomware-Angriffen, wie eine Exklusiv-Studie zeigt.

Der amerikanische IT-Sicherheitsanbieter Datto mit Hauptsitz in Norwalk im US-Bundesstaat Connecticut hat kürzlich seinen zweiten jährlichen „State of the Channel Ransomware Reports“ durchgeführt.

Dabei geht es um die Verbreitung von Erpresser-Software – und wie Unternehmen, vor allem Mittelständler, darauf reagieren. „Kroker’s Look @ IT“ veröffentlicht die Ergebnisse der Ransomware-Studie heute exklusiv vorab.

Wichtigster Befund: Zwar zahlten 2017 weniger Unternehmen Lösegeld an digitale Erpresser als im Vorjahr – dennoch gaben immerhin noch mehr als ein Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an, dass sie bereit gewesen seien, ein Lösegeld zu zahlen (35 Prozent). Trotz der Zahlungsbereitschaft konnten 15 Prozent ihre Daten dennoch nicht mehr wiederherstellen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 5 Prozent aller KMU weltweit Opfer von Ransomware-Angriffen.

Nach Schätzung von Datto haben die betroffenen Unternehmen im Berichtszeitraum 2016/17 rund 301 Millionen Dollar an Ransomware-Verbreiter gezahlt. Ein Großteil der Kosten entfallen aber nicht auf gezahlte Lösegelder, sondern auf die durch die Verschlüsselung von Datenbeständen resultierenden Ausfallzeiten und Datenverluste. Rund drei Viertel der erpressten Unternehmen verzeichneten als Folge eines Ransomware-Angriffs geschäftsbedrohliche Ausfallzeiten.

Datto hat für seine Erhebung mehr als 1700 sogenannte Managed Service Provider befragt – diese kümmern sich als Dienstleister für weltweit über 100.000 kleine und mittlere Unternehmen um deren IT-Sicherheit.

Trotz der enormen Angriffszahlen wird die Gefährdung durch Ransomware noch sehr unterschiedlich wahrgenommen: Während 90 Prozent der Sicherheits-Dienstleister angaben, sie seien „sehr besorgt“ über die Auswirkungen von Ransomware auf geschäftliche Abläufe, waren es bei den Vertretern der klein- und mittelständischen Unternehmen nur 38 Prozent.

Weitere Zahlen und Fakten zu dem aktuellen Ransomware-Report in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Datto

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