Twitter – zwischen Pinterest und Tumblr

Der Kurznachrichtendienst kontert im Kampf mit der virtuellen Bilderwand Pinterest und der Blogplattform Tumblr durch den Kauf von Posterous.

Erst vor zwei Tagen hat Twitter die Übernahme des Blogdienstes Posterous angekündigt – ein auf den ersten Blick überraschender Schachzug. Manche Beobachter mutmaßen denn auch, es gehe dem amerikanischen Kurznachrichten vor allem darum, sich wertvolle Entwicklerkapazitäten zu sichern – das jedenfalls könne man angeblich in der Ankündigung zwischen den Zeilen herauslesen.

Gleichzeitig ist der Schritt aber auch wichtiges ein Indiz für den wachsenden Konkurrenzkampf unter den sozialen Netzwerken. War Twitter neben der Großmacht Facebook lange Zeit der wichtigste Dienst, gibt es neuerdings ernstzunehmende Konkurrenz. Zum einen durch Pinterest, eine Art digitaler Bilder-Pinnwand, aktuell eines der heißesten Internet-Startups überhaupt. Die insbesondere in den USA geradezu explodiert – laut Experian Hitwise ist die Webseite gerade die amerikansiche Top-30 vorgestoßen.

Tumblr hat Posterous weit hinter sich gelassen

Auf der anderen Seite ist es die Blogplattform Tumblr, die Twitter in die Zange nimmt. Mithilfe von Tumblr können Nutzer ohne Programmieraufwand Schnappschüsse, Video-Schnipsel oder sonstige Internet-Fundstücke per E-Mail oder Smartphone veröffentlichen – im vergangenen Jahr einer der Shootingstars unter den US-Webseiten. Tumblr funktioniert übrigens ganz ähnlich wie Posterous, hat das jetzige Twitter-Übernahmeziel aber bei den Besuchszahlen weit hinter sich gelassen. Es bleibt also spannend abzuwarten, was genau der Zwitscherdienst mit seiner neuesten Errungenschaft vor hat.

Twitter selbst muss sich freilich auch nicht verstecken: Der 2006 gegründete Microblogging-Dienst kommt laut einer Ende Februar von der US-Site „The Blog Herald“ veröffentlichten Infografik auf fast 500 Millionen registrierte Nutzer (laut einer anderen, zeitgleich veröffentlichten Quelle hat Twitter die halbe Milliarde bereits erreicht). Zwei Drittel aller Nutzer greifen direkt über die Webseite auf Twitter zu, nur zehn Prozent über eine spezielle Software wie etwa Tweetdeck; und auch die Mobilnutzung ist mit 16 Prozent vergleichsweise gering (was ich ehrlich gesagt etwas niedrig finde). Weitere interessante Daten in der Infografik – zum Vergrößern zwei Mal hintereinander auf die Grafik klicken (wird beim ersten Mal kleiner):

Quelle: The Blog Herald

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