Wie die SAP-Bosse die Übernahme von Success Factors intern begründen

In einer internen Mail beschreiben Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott die Vorteile ihres jüngsten Schachzugs.

Am vergangenen Samstag hat SAP überraschend angekündigt, für rund 3,4 Milliarden Dollar den amerikanischen Software-Anbieter Success Factors kaufen zu wollen – ein Schachzug, den ich in einem Kommentar am Montag als „teuren, aber strategisch richtigen Schritt für künftiges Wachstum“ beschrieben habe. Grund: Success Factors ist spezialisiert auf Lösungen für das Personal-Management via Internet, Neudeutsch Cloud Computing genannt – einer der wichtigsten Wachstumstreiber im Softwaregeschäft.

Konzernzentrale in Walldorf (Quelle: SAP)

Inzwischen habe ich eine interne E-Mail der beiden SAP-Vorstandschefs Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott erhalten, die sie am vergangenen Samstag an alle SAPler verschickt haben. Darin präsentieren sie weitere Hintergründe ihres jüngsten Schachzugs: Demnach verfügt das Unternehmen aus dem kalifornischen San Mateo über „mehr als 3500 Kunden und  insgesamt 15 Millionen Abo-Kunden“ im Bereich Personal-Managment.

Allein im dritten Quartal 2011 sei das Unternehmen um 77 Prozent gewachsen; in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres immerhin um 59 Prozent. „Wir erwarten die Vollendung der Transaktion im ersten Quartal 2012, nach der Zustimmung der Kartellbehörden und der Annahme des Übernahmeangebots durch die Sucess-Factors-Aktionäre“, schreiben Snabe und McDermott an die SAPler. Mehr noch – die beiden SAP-Chefs bekräftigen zudem einmal mehr das Anfang des Jahres verkündete Ziel für die SAP-eigene Cloud-Software Business By Design: „Wir werden unser Ziel von 1000 Kunden bis Jahresende erreichen.“

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Alle Kommentare [4]

  1. Josh Bersin, Analyst von Bersin & Associates, die auf den Markt der Talentmanagement- und E-Learning-Software-Anbieter spezialisiert sind, hat einen sehr kritischen und ausführlichen Kommentar zum Kauf verfasst: https://tinyurl.com/clpcwcu

  2. Ja finde ich auf jeden Fall den richtigen Schritt. SAP hat frühzeitig erkannt in welche Richtung sich der Markt entwickelt. Da heisst es jetzt zuschlagen bevor es andere tun.

  3. Schade ist wieder einmal, das es bei der SAP offensichtlich Mitarbeiter gibt, die interne Mails an die Öffentlichkeit weiterleiten.
    Ich Frage mich, warum so etwas immer wieder passiert ?

    In einer durch soviel Konkurrenz geprägten Branche sollte man strategische Überlegungen nur offiziell machen, wenn es dazu auch entprechende offizielle Statements gibt

  4. SuccessFactors kann man kaufen, Success muss man machen. Cloud Angebote laufen derzeit nur in Nischen wirklich gut. Diese Nische hat SAP bisher nicht besetzt. Ob und wie es Synergien zu By Design geben wird, ist unklar. SuccessFactors verkauft direkt, By Design ist ein Partner-Produkt. Das sind ganz unterschiedliche Welten.
    Immerhin ist das schon das 2. Unternehmen (nach Panaya) in das SAP bzw. Hasso Plattner investieren, das wir auf den Sapience/Sapientia Konferenzen vorgestellt haben. Siemens allerdings (die nach unserer 1. Konferenz Grosskunde bei SuccessFactors wurden, um zu diversifizieren) dürfte darüber weniger erfreut sein.