Googles Facebook-Alternative Google+ durchläuft gerade den klassischen Hype-Zyklus: In den ersten Wochen seit dem Start Ende Juni schnellte die Nutzerzahl in Riesenschritten auf 25 Millionen User hoch; der Dienst wurde allenthalben bereits zum Facebook-Killer hochgeschrieben, was mich schnell zu einer kleinen Gegenrede inspiriert hat.
In letzter Zeit ist es dagegen merklich stiller um Google+ geworden. Mehr noch – Ende August gab es erstmals sogar negative Meldungen: Laut eines Berichts des US-Marktforschers Experian Hitwise hat die Aufenthaltsdauer der Nutzer von Google+ erstmals stagniert. Wie weit im Vergleich dazu der Platzhirsch Facebook allen Internet-Widersachern enteilt ist, unterstreicht eine Anfang der Woche veröffentlichte Studie von Nielsen: Demnach vereint die Zuckerberg-Company in den USA so viele Nutzungsminuten auf sich wie die nächsten vier Portale zusammen:

Quelle: Silicon Alley Insider
Überdies hat der Marktführer jetzt mit einigen Neuerungen den Angriff von Google+ gekontert – das soziale Imperium schlägt gewissermaßen zurück: Mit zwei, nun ja, Anleihen bei Twitter und Google+ will Facebook seinen Dienst aufhübschen: Zum einen können Facebook-Nutzer ihre Freunde jetzt automatisch in unterschiedliche Listen einsortieren lassen („Smart Lists“) und mit „engen Freunden“ sowie „Bekannten“ durch eine neuen Unterteilung verschiedene Informationen teilen – eine Funktion, die an die Kreise („Circles“) bei Google+ erinnert. Gestern kündigte das Unternehmen dann die Einführung von so genannten „Abonnements“ ein, wodurch man künftig Einträge anderer Nutzer lesen kann, ohne mit diesen befreundet sein zu müssen. Derartige asymmetrische Beziehungen gleichen wiederum dem Follower-Prinzip von Twitter.
Ob das reicht, um die Widersacher auf Distanz zu halten, bleibt abzuwarten. Den ursprünglich für Frühjahr 2012 geplanten Börsengang will Facebook-Chef Mark Zuckerberg laut einem gestrigen Bericht der „Financial Times“ auf Herbst 2012 verschieben. An den Geschäftszahlen kann das eigentlich nicht liegen: Wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ in der vergangenen Woche meldete, hat sich der Facebook-Umsatz in der ersten Jahreshälfte auf 1,6 Milliarden Dollar verdoppelt – bei einem Nettogewinn von 500 Millionen Dollar. Laut des Technologie-Blogs „Business Insider“ soll der Umsatz im Gesamtjahr schon vier Milliarden Dollar überschreiten – damit boomt das Unternehmen auch in seinem siebten Jahr. Hier übrigens ein „kleiner“ Erfolg für Erzrivale Google: Der Suchmaschinen-Primus lag im gleichen Zeitraum bereits jenseits der sechs-Milliarden-Dollar-Marke:

Quelle: Silicon Alley Insider
Weitere regelmäßge Informationen rund um die IT- und Internet-Branche in meinem Twitter-Nachrichtenstream, meiner Facebook-Seite sowie meinem Profil bei Google+.

Wow!
Ich bin sehrbeeindruct von diesen „Zahlenspielen“, die in immer kürzeren Zeitabständnen ausgewalzt werden – und suggerieren könnten, dass wir, die Leser oder User, wirklich interessiert sind.
Ein kurzes Resümee des Wettbewerbs:
Je mehr Wettbewerb, desto besser. Und je stärker die Wettbewerber dem Marktführer Paroli bieten, desto besser für us alle.
Beeindruckend das Facebook bereits so Umsatzstark ist. Gerade auch weil ich das schwer nachvollziehen kann. Trotz des derzeitigen und deutlichen Vorsprungs von Facebook, ist es nur eine Momentaufnahme. Bestes Beispiel dafür ist die heutige Öffnung von Google+ für alle Nutzer. Damit dürfte der Wettlauf jetzt erst so richtig los gehen.
Das wird wohl in der kommenden Zeit ein wahnsinnig spannendes Stechen! Wirklich erstaunlich, wie viel Umsatz Facebook macht und dass es immer wieder Neuerungen gibt, um den Rivalen entgegenzutreten. Ich bin wirklich sehr gespannt, wer sich letzten Endes durchsetzen wird! Wobei mein persönlicher Favorit Facebook bleibt!