Apple-Pendant von SAP startet auf der CeBIT

Mehr als sechs Jahre hat SAP an seiner Mittelstandssoftware Business By Design gearbeitet und dabei geschätzt rund eine Milliarde Euro in die Entwicklung investiert. Seit Mitte vergangenem Jahr können Unternehmen das Produkt via Internet-Zugriff nutzen – neudeutsch Cloud Computing genannt. Wie SAP-Co-CEO Jim Hagemann Snabe auf der Bilanzpressekonferenz Ende Januar verkündete, setzen aktuell rund 250 Kunden Business By Design ein.

Jetzt wollen Snabe und sein Kompagnon auf dem SAP-Chefsessel, Bill McDermott, ihrem jüngsten Baby den nächsten Wachstumsschub verpassen. Wie aus dem Unternehmensumfeld verlautet, präsentiert SAP auf der am kommenden Dienstag startenden IT-Messe CeBIT den Prototypen eines Online-Shops für Business By Design. Das Vorbild der Walldorfer ist dabei der App Store von Apple mit seinen rund 400.000 Miniprogrammen für iPhone und iPad.

SAP-Partner können demnach künftig eigene Erweiterungen und Zusatzmodule für Business By Design entwickeln und diese über den laut internen Quellen „SAP Store“ getauften Shop anbieten. Welche Provisionen SAP dafür abzwacken und mit wie vielen Apps der Online-Marktplatz starten soll, steht angeblich noch nicht fest. Zur Einordnung: Apple verlangt eine Komission von 30 Prozent vom Verkaufspreis je heruntergeladener App.

Offiziell soll der SAP Store dem Vernehmen nach auf der SAP-Hausmesse Sapphire starten, die Mitte Mai in Orlando/Florida stattfindet. Auch über den nächsten Schritt denken die Walldorfer bereits nach: Zu einem späteren Zeitpunkt sollen Partner über den Shop auch Erweiterungen für die Großkundensoftware Business Suite – den Nachfolger des Erfolgsprodukts R/3 – anbieten können.

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Alle Kommentare [6]

  1. Endlich passiert mal was Neues bei SAP !
    Wird höchste Zeit, dass man über den Tellerrand rausschaut und die
    Zeichen der Zeit erkennt. Nur durch Neuentwicklungen – auch in anderen
    IT-Bereichen – kann die Zukunft entwickelt und gesichert werden.

  2. Da ist wohl eher Salesforce mit der AppExchange das Vorbild. Aber mit der Erwähnung von Apple kann man einen Artikel immer aufmotzen… .

  3. Es tut mir leid, aber bei SAP trinkt man wohl zu viel Bier.

    SAP ist nicht Apple, und die SAP-Software hat nichts mit „Apps“ zu tun. Es ist ein B2B-Geschäft (und nicht B2C wie bei Apple). Der B2B-Markt ist ein völlig anderes Biest, und das wird SAP lernen müssen (aber nicht bevor Millionen verpulvert worden sind).

  4. Das Konzept eines „App-Stores“ lässt sich problemlos auf den B2B-Bereich anwenden, ich sehe keine Einschränkungen. Unternehmen können (ggf. selbst genutzte) Applikationen anbieten, womit eine Win-Win-Situation für alle beteiligen Parteien besteht. Der Anbieter macht Gewinne, SAP ist an diesen beteiligt und das kaufende Unternehmen hat die Funktionalität seiner SAP-Umgebung erweitert.

  5. Hehe. Ein Artikel oder Kommentar, der „Win-Win“ enthält, sollte doch eigentlich vom Neusprech-Doh!-Filter automatisch entfernt werden?!?