In wenigen Wochen will SAP erstmals seine neue Mittelstandssoftware Business By Design verkaufen – ein lang erwarteter und wichtiger Hoffnungsträger für die Walldorfer. Um das Produkt auch wirklich erfolgreich von der Startrampe zu bringen, lassen die SAP-Verantwortlichen nichts unversucht; sogar das gemeine Fußvolk wird jetzt auf das gemeinsame Ziel eingeschworen: So liest sich jedenfalls eine E-Mail von SAP-Manager Andreas Naunin von Mitte Mai. In der ruft der Chef des Mittelstandsgeschäfts in Deutschland nämlich alle Mitarbeiter dazu auf, ihrem Arbeitgeber beim Verkauf unter die Arme zu greifen: „Nutzt Eure Chance und empfehlt Business By Design“, schreibt Naunin. „Wir brauchen Eure Unterstützung.“
Und hat – um auch wirklich ein Maximum an Leistungsbereitschaft bei seinen Mitarbeiter herauszukitzeln – gleich noch ’ne regelrechte Kopfprämie ausgelobt: Für jede erfolgreiche Empfehlung können SAPler einen Bonus von 1400 Euro einsacken. Voraussetzung sei, dass es bis zum 31. Dezember 2010 zu einem Vertragsabschluss komme. „Jetzt kann jeder von Euch dazu beitragen, unsere innovative Mittelstandslösung im deutschen Markt als Nummer eins zu positionieren“, beendet Naunin sein Schreiben, das der WirtschaftsWoche vorliegt.
Erst Mitte Mai hatte SAP-Co-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe während seiner Keynote auf der Kundenmesse Sapphire in Frankfurt die allgemeine Verfügbarkeit von Business By Design verkündet. Offziell losgehen soll der Verkauf dann Ende Juli in sechs Ländern Deutschland, USA, Großbritannien, Frankreich, Indien und China. Mit dem Start endet eine rund siebenjährige Leidensgeschichte, in deren Folge intern mehrfach die Richtung gewechselt und komplett neu gestartet wurde. Überdies kommt Business By Design mehr als zwei Jahre später als geplant: Ursprünglich hatte SAP die Veröffentlichung im ersten Quartal 2008 anvisiert.
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Na Super!!! Dann kann ich als Käufer ja wohl auch einen Nachlass von min. 1400€ erwarten, gell?
„Die einzige Möglichkeit ist, gute Produkte herzustellen, sie mit konkurrenzfähigen Preisen zu versehen und dazu einen ordentlichen Kundendienst anbieten. Wenn man das fertigbringt, dann rennen einem die Käufer die Tür ein.”
Lee Iacocca (*1924), amerik. Topmanager, 1979-92 Vorstandsvors. Chrysler Corp.
Im Klartext: „unser Vertrieb hat kläglich versagt“.
Ein Kopfgeld ist was anderes. Was SAP hier macht nennt man Verzweiflungsprovision. Das SAP eine Vertriebsstruktur und Vertriebsmitarbeiter ohne Biss und Aussicht auf Erfolg hat ist ja hinreichend bekannt. Oracle genau so. Nur das diese Zahl 1400 jetzt noch öffentlich wird, ist für die SAP Vertriebsorganisation mehr als peinlich. Solche Informationen haben im Unternehmen zu bleiben.