Es ist Anfang März, als die beiden neuen SAP-Chefs Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe ihren ersten gemeinsamen Auftritt in Deutschland haben. Da sind beide gerade mal knapp drei Wochen im Amt, nachdem zuvor der glücklose Vorgänger Léo Apotheker zurückgetreten war. Die Pressekonferenz auf der Computermesse CeBIT wollen McDermott und Hagemann Snabe als Bühne nutzen, um gegenüber Mitarbeitern, Kunden und Medien Kontinuität – und gleichzeitig neue Zuversicht auszustrahlen. Eine der zentralen Botschaften jenes Auftritts – ebenso wie die eines kurz darauf verbreiteten öffentlichen Briefs: Unsere Mittelstandssoftware Business By Design kommt wie angekündigt Mitte des Jahres – aber dafür liege noch „viel harte Arbeit vor uns“.
Das dämmert inzwischen offenbar auch den Technikermannschaften in Walldorf. Wie es aus Entwicklerkreisen heißt, sei offiziell Ende März „Korrekturschluss“. Das bedeutet: Bis dahin müssen die Computerspezialisten alle noch vorhandenen Fehler so gut es geht beheben. Mit dem Abschluss jener Phase steht dann die so genannte Auslieferungsversion von Business By Design – also die Software-Fassung, die später an die Kunden geht. Doch Insider zweifeln daran, dass die Frist bis Ende März zu halten ist. Eigentlich wisse jeder, dass der Korrekturschluss nicht zu halten sei, schreibt ein Entwickler in einer E-Mail, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Doch damit die Teams jetzt nicht in ihren Bemühungen nachlassen, werde keine Verschiebung verkündet. Resultat: Die Entwickler schuften angeblich Tag und Nacht.
Vorzeichen für weiteres Ungemach, oder bloß die letzten Hürden vorm Zieldurchlauf? Offiziell heißt es aus Walldorf, dass an Business By Design derzeit „der letzte Feinschliff“ vorgenommen werde. „Der Auslieferungstermin Mitte 2010 steht“, so ein Sprecher. Warum überhaupt der Druck jetzt? Wie es aus dem Unternehmen heißt, will SAP die fertige Version seines mehr als zwei Jahre verspäteten Hoffnungsträgers schon auf seiner Hausmesse Sapphire präsentieren. Und die findet bereits Mitte Mai zeitgleich in Orlando/Florida sowie Frankfurt statt.

Naja das liegt daran das die Deutschen halt doch immer ein bischen pessimistischer eingestellt sind; ist aber durchaus eine gute, hifreiche Eigenschaft.
Ich habe ByD live gesehen und muss selbst als kritischer Beobachter sagen, die Software wird das Haus rocken. Die Applikationen auf dem Iphone, das Einbinden von Maps, ansprechende UIs, Community, etc. einfach toll. Wenn jetzt Unternehmen noch ihre Bedenken über externe Datenhaltung über Bord werfen, wird das ein ganz ganz große Erfolgsstory.
Ich glaube BYD wird wieder nicht das, was es sein sollte. Die Walldorfer frickeln seit Jahren daran rum, die Entwicklungsteams wurden drastisch reduziert und die software ist anpassbar und flexibel wie ein Flugzeugträger… Ich lass mich gerne eines besseren belehren.