Zwei Drittel aller deutschen Firmen mit Projekten zur Digitalisierung – Spitzenreiter in Europa

Nur jedes zwanzigste Unternehmen in Deutschland hat noch gar keine Pläne für seine digitale Transformation.

Die digitale Transformation ist für die Unternehmen in ganz Europa eines der wichtigsten Themen. Dabei ist Deutschland längst nicht mehr das digitale Niemandsland, über das so häufig berichtet wird – ganz im Gegenteil: Zwei Drittel aller Unternehmen in Deutschland und Schweden haben bereits Digitalisierungsprojekte gestartet (je 66 Prozent).

Damit sind die beiden Länder die Spitzenreiter in Europa, wenn es um die digitale Umwandlung von Geschäftsprozessen geht. Das ist das überraschende Ergebnis einer Befragung, die das Marktforschungsunternehmen IDC im Auftrag des amerikanischen Cloud-Anbieters Workday unter 400 Führungskräften aus Europa, darunter aus Frankreich, Deutschland, Holland, Schweden und England, durchgeführt hat.

Großbritannien und Frankreich haben laut der Studie mit 54 Prozent beziehungsweise 55 Prozent deutlichen Nachholbedarf. Jedes zehnte Unternehmen in UK und in den Niederlanden hat sogar noch gar keine Pläne für seine digitale Transformation. Auch hier schneidet Deutschland mit einem Nachzügleranteil von nur fünf Prozent deutlich besser ab.

Zugleich zeigt die Studie aber auch auf, wo es noch hakt. So wächst in vielen Unternehmen ein sogenannter „Digital Disconnect“ zwischen den Erwartungen und Anforderungen der Führungsebene und den Möglichkeiten der aktuell eingesetzten Unternehmenssoftware. So sind zwar viele Führungskräfte der Ansicht, dass ihre Backend-Systeme modern oder zumindest technisch ausreichend sind.

Dennoch bestätigen sechs von zehn Befragten, dass ihre Personal- und Finanzsysteme im Rahmen des Digitalisierungsprozesses unbedingt einer Modernisierung bedürfen (57 Prozent). In Deutschland sehen sich sogar drei Viertel aller Befragten derzeit außer Stande, die vorhandenen Systeme in ihre digitale Strategie zu integrieren (76 Prozent).

Drei Viertel aller deutschen Unternehmen und sogar 80 Prozent der Befragten aus den anderen Ländern Europas sehen sich unternehmensintern mit ähnlichen Problemen konfrontiert:

  • Neue digitale Lösungen können nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand in bestehende IT Systeme integrieren werden
  • Bestehende IT-Systeme sind schwierig oder lassen sich gar nicht an neue Anforderungen anpassen
  • Der Einsatz von Echtzeit-Prognosen mit entsprechenden Dashboards zur besseren Unternehmenssteuerung ist aufgrund des zu hohen Aufwands nicht möglich

Anders ausgedrückt: Backend-Systeme sind bei der digitalen Transformation ein wichtiger Erfolgsfaktor, sozusagen das Zünglein an der Wage.

Weitere Zahlen & Fakten zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Unternehmenssoftware in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Workday

Verwandte Artikel:

Digitalisierung verändert Rolle der IT-Abteilung vom Technikexperten zum Handlanger

Mitarbeiter fühlen sich unzureichend über Digitalstrategie informiert

9 von 10 Firmen halten die Digitalisierung für eine Chance, aber 2/3 sind Nachzügler

Nur jeder vierte Konzern baut mit Digitalisierung auch neue Geschäftsmodelle auf

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*