Drei Viertel der etablierten Unternehmen wollen künftig mit Startups kooperieren

Bei weiteren drei Viertel der Unternehmen, die bereits mit Startups zusammenarbeiten, haben diese geholfen, digitale Innovationen zu entwickeln.

Kooperationen mit Startups sind ein guter Weg für mittelständische Unternehmen, ihren Rückstand in der digitalen Transformation aufzuholen. Genau das haben mein Kollege Thomas Stölzel und ich Ende Juli in einer großen Geschichte über die „Digitialisierung im Mittelstand“ ausführlich beschrieben.

Was für den Mittelstand gut ist, gilt letztlich für alle Unternehmen: Die gemeinsame Entwicklung digitaler Innovationen nutzt Etablierten und Startups gleichermaßen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie zum Thema Startup-Collaboration, welche die Unternehmensberatung Campana & Schott und die Technischen Universität Darmstadt im Sommer 2018 durchgeführt hat.

Laut der Umfrage bewerten zwei Drittel der etablierten Unternehmen und der Startups die Zusammenarbeit als erfolgreich. So profitieren 82 Prozent der Unternehmen vor allem von der Kreativität der Startups, dicht gefolgt von ihrer technologischen und fachlichen Expertise (79 Prozent) sowie der engagierten Arbeitsweise (77 Prozent).

Dadurch haben rund zwei Drittel der Mitarbeiter in etablierten Unternehmen neue technische und fachliche Fähigkeiten gewonnen, um digitale Produkte und Services zu entwickeln. Über die Hälfte der Unternehmen hat zudem neue Arbeitsformen übernommen. Bei drei Viertel haben diese geholfen, die Entwicklung digitaler Innovationen voranzutreiben.

Die Studie deckt allerdings auch die Fallstricke bei der Zusammenarbeit auf: So sieht die Hälfte der Befragten in etablierten Firmen eine fehlende Kooperationsbereitschaft des eigenen Unternehmens als größtes Hindernis. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen die falsche Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Startups, dessen unzureichender Qualitätsanspruch sowie die Fehlkalkulation des eigenen Aufwands.

Auch zwei Drittel der Startups sehen den Erfolg durch die fehlende Kooperationsbereitschaft der etablierten Unternehmen gefährdet, vor allem bei der projektbasierten Zusammenarbeit (68 Prozent). Weitere Risikofaktoren sind die Fehlkalkulation der eigenen Aufwände und eine große Abhängigkeit vom Projektpartner.

Für die überwiegende Mehrheit der etablierten Firmen haben sich die Erwartungen zumindest erfüllt (86 Prozent), bei jedem sechsten Unternehmen wurden sie sogar übertroffen. Aufgrund der positiven Erfahrungen suchen immer mehr etablierte Unternehmen den Kontakt zu Startups – vor allem, um von ihnen zu lernen. Drei Viertel der Teilnehmer planen bereits die künftige Zusammenarbeit mit Startups (73 Prozent).

Weitere Zahlen & Fakten der Start-up-Collaboration-Studie in der folgenden Infografik:

Quelle: Campana Schott

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