Soziale Netzwerke 2014: Pinterest wächst am schnellsten; Facebook schrumpft 9 Prozent

Die Bilderwand Pinterest hat die Pole Position bei Social Media erobert. Vier von zehn Facebook-Nutzern lesen in dem Netzwerk nur noch passiv mit.

In der vergangenen Woche hat GlobalWebIndex seine Zahlen zur weltweiten Nutzung sozialer Netzwerke im Gesamtjahr 2014 veröffentlicht. Dafür haben die britischen Marktforscher die Daten von 170.000 Nutzern in 32 Ländern ausgewertet.

Das Ergebnis: Beim Kampf um die Pole Position als schnellstwachsendes soziales Netzwerk liefern sich Pinterest und Tumblr ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die digitale Bilderwand geht mit einem Plus von 97 Prozent bei den aktiven Nutzern als Sieger ins Ziel, gefolgt von Social-Blogging-Dienst mit 95 Prozent.

Quelle: GlobalWebIndex

Auf den weiteren Plätzen folgen Instagram und LinkedIn, die im Vorjahr ebenfalls noch deutlich zweistellig gewachsen sind. Schlechte Nachrichten bedeuten die 2014er Zahlen dagegen für Facebook: Bei den Mitgliedern konnte das weltgrößte soziale Netzwerk zwar noch um ein Prozent zulegen; die aktiven Nutzer schrumpften dagegen um neun Prozent.

Mehr noch: Seit dem Höhepunkt im ersten Quartal 2013 steigt die Zahl der Passivnutzer von Facebook beständig – das sind solche User, die in dem Netzwerk nur noch mitlesen, aber aktiv keine eigenen Beiträge verfassen. Vier von zehn Nutern zählen inzwischen zu jener Kategorie passiver Facebook-User:

Quelle: GlobalWebIndex

Die Analysten von GlobalWebIndex erklären sich jene Abnahme mit mehreren Faktoren: Zum einen mit der stetig wachsenden Zahl von Mobilzugriffen, die insgesamt kürzer und weniger interaktiv seien. Zum anderen mit der wachsenden Facebook-Konkurrenz insbesondere durch Messaging-Dienste wie WhatsApp & Co.

Einzige gute Nachricht für die Zuckerberg-Company: Dank seiner diverser Zukäufen – allen voran Instagram und WhatsApp – kann Facebook diese Verluste ein gutes Stück weit ausgleichen. Ob dies mittelfristig den Aktionären genügt, steht indes auf einem anderen Blatt.

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Alle Kommentare [5]

  1. Wo sind denn die 9% Schrumpfung bei Facebook aus der Headline? Sind das „9% weniger Menschen, die selbst etwas posten“ (was hier missverständlicherweise als „aktiv“ beschrieben wird, weil die üblichen Kategorien „DAU“ Daily active user und „Mau“ Monthly active user normalerweise mit „active“ den Besuch von App/Seite meinen)? Jedenfalls ist „Facebook schrumpft 9%“ am Rande der Clickbait-Headline, insb. gemessen daran, wie das dann im Text aufgelöst wird. Würde FB um 9% Nutzer schrumpfen, wären das nach den Q3/2014 Zahlen mal entspannt über 120 Mio Nutzer.

  2. Ich habe nie verstanden, warum man auf Facebook sein Privatleben öffentlich machen soll. Wenn ich mir ansehe, was da alles preisgegeben wird, dann läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Würde ich nie machen!
    In letzter Zeit ist mir auch aufgefallen, wie viele Facebook Accounts es gibt, bei denen Fantasienamen benutzt werden. Auch in meinem Freundeskreis. Ich glaube, daß viele gelernt haben, daß es wohl doch nicht so toll ist, wenn man bei Google mit dem eigenen Namen gefunden wird.
    Ich glaube, daß Facebook immer weniger genutzt werden wird.

  3. Über Facebook lässt sich kaum noch Traffic generieren, es sei denn es wird ordentlich in Budget gesteckt. Besonders für Unternehmen mit einem überschaubaren Budget ist Pinterest eine Plattform mit Zukunft um Aufmerksamkeit zu erreichen. Inbesondere im Bereich B to C.

  4. Letztendlich ist es erfreulich, zu sehen, dass eine Marktführerschaft im Social Media Marketing sich sehr schnell ändern kann und Giganten wie Google oder Facebook nur mit Ihren immensen Finanzmitteln gegen Newcomer angehen können.