Venture Capital 2014: Silicon Valley 26 Milliarden Dollar – Deutschland 3 Milliarden Dollar

Aktuelle Zahlen zur Startup-Finanzierung zeigen: Der Abstand vor allem zur US-Westküste bleibt gewaltig. Innerhalb Europas schlägt sich Deutschland besser.

Immer, wenn von der aufkeimenden Startup-Szene in Deutschland und insbesondere Berlin die Rede ist, geht der Blick über den Atlantik – und dort vor allem ins Silicon Valley.

Das amerikanische Research-Unternehmen PitchBook hat in der vergangenen Woche die Jahreszahlen zur weltweiten Vergabe von Risikokapital veröffentlicht. PitchBook ist spezialisiert auf die Analyse des Venture-Capital- sowie des Private-Equity-Geschäfts rund um den Globus.

Die Zahlen aus dem Jahr 2014 unterstreichen einmal mehr, wie groß der Abstand zwischen der amerikanischen Westküste und Deutschland insbesondere bei der Startup-Finanzierung weiterhin ist: Demnach haben Investoren im vergangenen Jahr im Silicon Valley in knapp 1700 Deals insgesamt 26 Milliarden Dollar investiert, gut 30 Prozent des weltweiten Risikokapitals (Grafik zum Vergrößern anklicken):

Quelle: PitchBook

In Deutschland haben die Investoren im vergangenen Jahr dagegen in 222 Deals gerade mal gut drei Milliarden Dollar ausgeben. Anders ausgedrückt: Ins Silicon Valley fließt fast zehn Mal so viel Geld wie zwischen Rhein und Oder. Weltweit betrachtet können deutsche Startups nur rund 3,3 Prozent des gesamten Venture Capitals abgreifen.

Etwas besser sieht die Bilanz Deutschlands im europäischen Vergleich aus. Nur in Großbritannien und Irland wird mit 4,2 Milliarden Dollar mehr Risikokapital investiert. Von den insgesamt rund 10,9 Milliarden Dollar Venture Capital in Europa entfällt auf Deutschland damit immerhin fast 28 Prozent (Euro-Dollar-Umrechnungskurs laut PitchBook: 0.8563 EUR/USD; Grafik zum Vergrößern anklicken):

Quelle: PitchBook

Der Top-Investor in Europa ist überraschenderweise der High-Tech Gründerfonds mit Sitz in Bonn: Der auf Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums im Jahr 2005 ins Leben gerufene Fonds unter Beteiligung von BMWi und KfW auf der einen und Industrieunternehmen wie etwa Deutsche Telekom und Siemens auf der anderen Seite schloss 2014 immerhin 58 Deals ab.

Der größte Deal in Deutschland war laut PitchBook die Beteilung von United Internet an Rocket Internet im August 2014 für rund 435 Millionen Euro – noch vor dem Börsengang des Internet-Imperiums der Samwer-Brüder. Auf dem zweiten Platz folgt die Finanzierungsrunde in Höhe von knapp 60 Millionen Dollar in das Berliner Musik-Startup Soundcloud im Januar 2014.

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Alle Kommentare [3]

  1. Interessante Zahlen, nur leider wie bei fast allen Reports dieser Art unvollständig und damit in diesem Fall grob falsch. Zwischen Rocket Internet und Soundcloud gab es 2014 in Deutschland mehrere Investments im dreistelligen Millionenbereich, z.B. bei Delivery Hero.

  2. @Florian Nöll: Ja, diesen Eindruck hatte ich auch, habe aber keine komplette Liste bekommen. Die angegebenen Deals waren laut Pitchbook die Größten. Problem: Mit mehr Deals wäre die Summe in Deutschland noch größer – und das glaube ich wiederum auch nicht.