Twitter-Analyse: Umsatz verdoppelt sich auf 500 Millionen Dollar; 15 Milliarden Dollar beim IPO

Offiziell hat der Mikrobloggingdienst bei der Ankündigung des Börsengangs noch keine Zahlen vorgelegt. Erste Studien schätzen nun den Umfang des IPO. 

Ende vergangener Woche, genaugenommen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, ließ der Kurznachrichtendienst die lang erwartete Bombe platzen – natürlich passend per Tweet: Man habe bei der US-Börsenaufsicht SEC einen IPO-Antrag eingereicht.

Dabei machte Twitter aber von einer Sonderregelung für Unternehmen mit weniger als einer Milliarde Dollar Jahresumsatz Gebrauch – und reichte den Antrag zum Börsengang „nicht-öffentlich“ ein. Daher muss das Unternehmen einstweilen noch keine Zahlen zur konkreten Geschäftsentwicklung veröffentlichen.

Das übernahmen daher postwendend externe Beobachter. So hat das auf die Analyse von nicht-börsennotierten Unternehmen spezialisierte US-Analysehaus PrivCo im Nachgang des IPO-Tweets eine Kurzanalyse zu Twitter veröffentlicht.

Quelle: PrivCo

Demnach schätzt PrivCo, dass der Mikrobloggingdienst seinen Umsatz in diesem Jahr auf gut 500 Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahr mit 245 Millionen Dollar mehr als verdoppeln kann. Zudem soll Twitter 2012 erstmals einen Gewinn von 3,1 Millionen Dollar ausgewiesen haben.

Auch bezüglich des Börsengangs von Twitter, der frühestens im vierten Quartal 2013 stattfinden könnte, hat sich PrivCo Gedanken gemacht: So schätzen die Analysten, dass Twitter beim IPO bis zu 15 Milliarden Dollar erlösen könnte.

Damit würde der Kurznachrichtendienst prompt auf Platz zwei der größten Tech-Börsengänge überhaupt springen – deutlich vor Google mit knapp 1,7 Milliarden Dollar, und fast so schwer wie die 16 Milliarden Dollar von Facebook im vergangenen Jahr.

Quelle: Statista

Eine Lehre aus dem dennoch sehr holprigen Börsendebüt des weltgrößten sozialen Netzwerk will Twitter offenbar ziehen: So erwartet PrivCo die Notiz nicht an der Technologiebörse Nasdaq, sondern der New York Stock Exchange (NYSE) – was wirklich eine Überraschung wäre.



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Alle Kommentare [2]

  1. Christian Geng, Redaktion Die Frühnachrichten, zum Artikel von Michael Kroker am 17. September 2013: Der Mediendienstleiter Twitter gehört zu den wichtigsten amerikanischen Größen der Internetbranche. Die Plattform konnte sich nahezu weltweit etablieren – 200 Millionen Menschen nutzen den Kurznachrichtendienst. Ein Jahr nach dem die amerikanischen Kollegen von Facebook ihr Unternehmen an die Börse gebracht haben, versucht nun auch Twitter über einen Börsengang (IPO) an frisches Geld für Investitionen zu kommen. Der Zeitpunkt ist günstig, der Aktienkurs von Facebook, der nach dem Börsendebüt unter den Ausgabepreis von 38 US-Dollar gesunken war, notiert derzeit um die 40 US-Dollar. Da Twitter´s Geschäftsmodell allein auf Werbeeinnahmen ausgerichtet ist, ist der langfristige Erfolg fraglich – die Schätzung eines Marktteilnehmers und Investors der Marktkapitalisierung von Twitter auf 15 Milliarden U$ Dollar sogar fahrlässig. Zu viele Faktoren erinnern an den Neuen Markt, der einstige Handelsplatz der ersten Internetschwergewichte, der um die Jahrtausendwende zusammengebrochen ist. Allerdings war der Suchmaschinendienst Google auch nur eine Internetseite mit einem Suchfenster. Und deren Geschäftsmodell basiert ebenfalls auf Werbung – der Börsenwert beträgt heute 182 Milliarden US-Dollar. Gelänge es Twitter der Breiten Masse als Suchmaschine zu dienen, könnte das Unternehmen langfristig erfolgreich sein.

  2. „Auch bezüglich des Börsengangs von Twitter, der frühestens im vierten Quartal 2013 stattfinden könnte, hat sich PrivCo Gedanken gemacht: So schätzen die Analysten, dass Twitter beim IPO bis zu 15 Milliarden Dollar erlösen könnte.
    Damit würde der Kurznachrichtendienst prompt auf Platz zwei der größten Tech-Börsengänge überhaupt springen – deutlich vor Google mit knapp 1,7 Milliarden Dollar, und fast so schwer wie die 16 Milliarden Dollar von Facebook im vergangenen Jahr.“

    In der Quelle von PrivCo wird davon gesprochen, das Twitter mit 15 Mrd. $ bewertet wird. Erlöst wird deutlich weniger, es wird mit etwa 1 Mrd. $ gerechnet. Facebook hat man mit 104 Mrd. $ Bewertet und etw 16 Mrd. $ erlöst. Das ist auch auf der WiWo Website nachzulesen: http://www.wiwo.de/finanzen/boerse/hoechste-bewertung-rekordpreis-fuer-den-facebook-boersengang/6646222.html

    Auch in Ihrem aktueller Beitrag ist die Tatsache fälschlicherweise so dargestellt, das der Börsengang von Twitter eine höheres Volumen haben wird als der Facebook-Börsengang.