Pinterest – das nächste heiße Internet-Startup aus den USA

Und wieder ein neues soziales Netzwerk: Die digitale Bilder-Pinnwand Pinterest hat binnen weniger Monate eine rasante Erfolgsgeschichte hingelegt – zumindest im amerikanischen Heimatmarkt.

Wer die Bedeutung von Netzwerk- und Skaleneffekten studieren will, konnte dies in den vergangenen Monaten bei Pinterest gewissermaßen unterm Brennglas tun. Das Portal ist bereits seit März 2010 online, hat aber insbesondere seit Mai 2011 ein geradezu explosionsartiges Wachstum hingelegt. Auf Pinterest können Nutzer Fotos und Videos von Dingen, die sie mögen, in eigenen Collagen präsentieren – eben wie, Nomen est omen, eine digitale Pinnwand der eigenen Interessen.

Bereits im vergangenen August wählte das amerikanische „Time Magazine“ Pinterest auf Platz 38 der 50 wichtigsten Webseiten des Jahres 2011. Die Besucherzahlen scheinen die Kür zu rechtfertigen: Zwischen Mai 2011 und Januar 2012 vervielfachte sich die Zahl der eindeutigen Besucher von deutlich unter einer Million auf fast 12 Millionen, wie das Marktforschungsunternehmen Comscore jüngst ermittelte. Mehr noch: Den Daten zufolge hat Pinterest die Zehn-Millionen-Marke schneller überschritten als jede andere Einzelwebseite in der Internet-Geschichte, so das US-Techblog „TechCrunch“.

Quelle: Statista

Fast noch beeindruckender ist die Besuchsdauer pro Besucher – diese schnellte im untersuchten Zeitraum von unter 20 auf über 80 Minuten hoch. Laut einer anderen, vom Marktforschungshaus Compete veröffentlichten Studie rangiert Pinterest mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer je Einzelbesuch von rund 13 Minuten vor solch illustren Widersachen wie dem ebenfalls stark wachsenden Blogplattform Tumblr oder dem Kurznachrichtendienst Twitter. Mit im Schnitt nur zwei Minuten ist Googles Facebook-Rivale Google+ in dieser Metrik besonders weit abgeschlagen.

In Europa ist Pinterest jenseits der Tech-Szene immer noch weitgehend unbekannt. Doch es mehren sich die Anzeichen, dass das Portal auch diesseits des Atlantiks Fahrt aufnimmt. So hat der Marktforscher Comscore vor zwei Tagen beeindruckende Wachstumszahlen gemeldet – wenn auch ausgehend von sehr niedrigem Ausgangsniveau. So war Deutschland zwischen Mai 2011 und Januar 2012 mit einem Plus von fast 3000 Prozent der stärkste Wachstumsmarkt; dennoch statteten der Seite im Vormonat erst 67.000 Deutsche einen Besuch ab. Absolut gesehen größter Markt in Europa ist Großbritannien mit rund 250.000 Besuchern – allerdings zuletzt rückläufig:

Quelle: Comscore

Weitere interessante Fakten rund um Pinterest hat die auf visuelles Marketing spezialisierte US-Agentur Lemon.ly in einer vor Wochenfrist veröffentlichten Infografik aufbereitet. Demnach verfügt das Unternehmen aktuell über rund 10,4 Millionen registrierte Nutzer – die offenbar im Gegensatz zu vielen anderen Netzwerken vor allem weiblichen Geschlechts sind: Pinterest selbst veröffentlicht den Geschlechter-Mix zwar nicht. Doch laut AppData seien 97 Prozent derjenigen, die auf der Facebook-Seite des Portals „gefällt mir“ geklickt haben, Frauen.

Ein weiteres Indiz für die bereits enorme Beliebtheit des Portals: Der Datenverkehr von Website-Empfehlungen durch Pinterest ist bereits heute größer als der von LinkedIn, Google+ und YouTube zusammengenommen. Weitere Daten über das Unternehmen mit gerade mal 16 Mitarbeitern (!) in der untenstehenden Infografik.

Quelle: Lemon.ly

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Alle Kommentare [1]

  1. Pinterest mag ja schön und gut sein. Viel interessanter, zumindest was das Geschäftsmodell betrifft, ist http://www.thefancy.com . Vom Prinzip her sehr ähnlich, allerdings mit direkter Weiterleitung zum Online-Shop, der das gezeigte Produkt vermarktet…