Test Garmin fenix 7 Sapphire Solar vs. Garmin Epix

Der Vergleichstest ist im Prinzip zu Ende, bevor er richtig begonnen hat. Und die Antwort auf die Frage, welche Uhr für wen die beste ist, geben im Grunde genommen die Bilder allein.

Der augenfälligste Unterschied ist einwandfrei das Display zweier Uhren, die trotz unterschiedlicher Gehäusematerialien, im Prinzip das gleiche Modell sind mit zwei fundamentalen Unterschieden. Rechts, die Epix mit einem Display von einer Qualität wie ein Smartphone. Links die Fenix mit einem Akku wie die Batterie eines Dieselfahrzeugs. Links frisch aufgeladen zeigt die fenix 7 an: 18 Tage. Rechts: frisch aufgeladen 6 Tage Akku.

Natürlich gelten beide Akkulaufzeiten nur, wenn die Uhr quasi nicht genutzt wird. Je länger das GPS im Training angeschaltet wird, je mehr Smart Notifications auf den Uhren eintrudeln, je länger das Livetracking sendet, je mehr Musik gehört wird über Bluetooth – desto schneller reduziert sich die Akkulaufzeit. Völlig logisch und im Alltag in beiden Fällen im Prinzip irrelevant. Die Epix habe ich mal hinreichend strapaziert, so dass ich sie nach drei Tagen auflud, die Fenix entsprechend noch viel später.

Warum also überhaupt eine Fenix 7? Trailläufer, die über Stock und Stein auch mal über Tage laufen, werden das deutliche Extra an Laufzeit schätzen. Sie werden auch das extrem robuste Saphirglas schätzen, dass praktisch nicht zu zerkratzen ist. Sie werden auch schätzen, dass durch das Solarmodul Energie geladen wird – so die Uhr nicht verdeckt ist und die Sonne scheint.

Trotz der genannten Funktionen ist auch das Touch-Display – im Gegensatz zu Erfahrungen, die ich vor Jahren mit dieser Technologie machte – flüssig, gut bedienbar und damit eine Hilfe. Es lässt sich natürlich so einstellen, dass es im Training nicht angeschaltet ist oder gleich ganz ausstellen.

Gleiches gilt natürlich für die Epix umso mehr, denn angesichts der Strahlkraft des Displays, nutzt man den Scroll-Effekt noch eher. Man sieht schließlich, was man tut. Die Epix teilt ihre Infos mit dem Nutzer auch bei kräftigem Sonnenschein deutlich und auch mit Sonnenbrille auf der Nase lassen sich alle Daten sofort und rasch ablesen.

Als neue Funktion bringen beide auch die sogenannte Stamina-Anzeige mit. Stamina für Durchhaltevermögen. Jede Einheit beginnt bei 100 Prozent und je nach Daten, die man der Uhr liefert, errechnet sie, wie lange man das durchhält. Das tut sie überraschend zuverlässig, gefühlte Erschöpfung und angezeigte Reserve – das passte jeweils zusammen.

Bei langfristigen Analysen  und vor allem Trainingsempfehlungen waren beide Algorithmen über Wochen offenbar mit meiner kruden Trainingsmethode überfordert. Sinnvolle Hinweise eher Mangelware. Wenn sie einerseits mehr anaerobere Einheiten einfordert und gleichzeitig darauf hinweist, dass man Pause einlegen soll, werden die Vorschläge eher verwirrend als unterstützend. Erfahrende Athleten können das einsortieren, Anfänger sollten mehr auf ihren Körper und/oder Trainer hören. Eine Uhr, die mir Einheiten von 15 Minuten in SEHR langsamen Tempo vorschlägt, passt nicht in mein Weltbild. Das sollte sie nach wenigen Wochen auch begriffen haben.

Die rückseitige Sensoreneinheit ist die jüngste Generation und an meinem Arm sind die Daten plausibel. Nahezu vollständig exakt sind inzwischen wohl Distanz und Höhenmessungen. Die Abweichungen der beiden Modelle bei mehreren Einheiten mit identischem Streckenverlauf sowohl untereinander auch gegenüber sich selbst praktisch nicht existent. Sprich: Nicht jede Woche ein paar hundert Meter Unterschied bei der gleichen Strecke.

Die mit 47 mm recht großen Gehäuse tragen sich dennoch erstaunlich entspannt und ermöglichen so eben auch die Durchmesser der Displays. Seit kurzem bin ich #teambildschirmbrille, die ich im Training natürlich nicht aufhabe – Lesbarkeit dennoch gegeben.

Natürlich können fenix 7 und Epix alles das, was eine 945, die sich an Triathlonsportler wie mich wendet. Sie messen auch Ski-Leistungswerte (mit Brustgurt), zeichnen die Dynamik beim Windsurfen auf oder bewerten die Schwierigkeit von Trails fürs Mountain Bike. Eine Vielzahl an Daten über Schlaf, Puls, Blutsauerstoffgehalt – alles wieder dabei. Der Modulgedanke bei Garmin, der bestimmte Elemente in verschiedenen Gehäusen vereint, kommt erneut zum Tragen, so dass die Auswahl an Modellen – es gäbe ja auch noch die Enduro oder eben die 945 – fast schon unübersichtlich wird.

Hier aber fiele es zumindest mir leicht – das Amoled-Display ist so ein Gewinn in der Nutzung, dass nur zu hoffen bleibt, dass sich das als Standard durchsetzt.

 

 

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Alle Kommentare [2]

  1. Ich hoffe dass sich das Amoled nicht durchsetzt. Die Akkulaufzeit ist miserabel. Genau so wie die Ablesbarkeit in der Sonne. Für Sportler, wie mich, die jeden Tag draußen Sport machen, können mit so einem Amoled überhaupt nichts anfangen. Für Leute, die eine Uhr nur als Modeaccessoires am Handgelenk haben und ab und zu mal die Uhrzeit ablesen, die greifen lieber zum Amoled.

  2. Optisch gefällt mir die fenix besser, ich mag die glänzende Umrandung nicht, black is beautiful 🙂

    Aber – unter uns – wenn Dir Garmin sagt, 15 Minuten SEHR langsam trainieren, „Dann mach das gefälligst auch!!!“ 🙂