R.I.P. Steve Jobs

Zum Tode des Apple-Gründers – ein etwas anderer Nachruf.

Immerhin seit 1996 – also inzwischen 15 Jahre – schreibe ich als Journalist regelmäßig über Unternehmen und Personen der IT-Industrie. Doch ein Tag wie dieser ist irgendwie auch eine Premiere für mich, daher sei mir verziehen, falls ich hier was ungelenk daher komme.

Dass der Tag, an dem Steve Jobs stirbt, eher früher denn später kommen werde, konnte man nicht erst an den jüngst bei irgendwelchen Boulevard-Medien veröffentlichten Paparazzi-Fotos eines abgemagerten, vom Krebs im Endstadium gezeichneten Menschen erahnen.

Auch ich habe in meinen nunmehr elf Jahren bei der WirtschaftsWoche Jobs und sein Baby Apple kontinuierlich verfolgt. Besonders in Erinnerung bleibt mir dabei das einzige Jobs-Interview, dass die WiWo jemals erhalten hat: Ende September 2005 haben mein Kollege Matthias Hohensee, sonst als WiWo-Korrespondent im Silicon Valley ansässig, und ich Steve Jobs auf der Apple Expo in Paris gesprochen. Das Interview samt zugehöriger Apple-Geschichte wurde vor genau sechs Jahren, am 6.10.2005 in Heft 41 veröffentlicht (die Heft-Version inklusive Layout gibt’s hier, den Interview-Text zum Nachlesen hier):

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WiWo-Interview mit Steve Jobs (WirtschaftsWoche 41/2005)

Alle Fanboys – das sind jene Apple beinahe Lemming-haft gewogenen Jünger – mögen sie zwar bereits kennen: Allen anderen sei bei dieser Gelegenheit Jobs‘ inzwischen legendäre Rede vor den Abschluss-Studenten der Universität Stanford von Juni 2005 ans Herz gelegt: Darin befasst sich der Apple-Gründer unter anderem öffentlich mit der seinerzeit ein Jahr zuvor diagnostizierten Krebserkrankung.

Trotz allem lautete damals sein bewegendes Fazit: „Der Tod ist höchstwahrscheinlich die beste Erfindung des Lebens“ (hier die deutsche Übersetzung der Ansprache im Wortlaut). Doch es lohnt sich, das ganze Video seiner Rede anzuschauen, vermittelt sie doch ein besseres Bild von der Person Steve Jobs als viele Fremd-Portraits:

Ich ahne jetzt auch schon die Schlagzeilen der kommenden Tage, die vor Superlativen wie Vordenker, Genie, His Steveness, iGod geradezu strotzen werden. Ja, Jobs war einer der einflussreichsten Unternehmenschefs dieses Jahrhunderts – vielleicht sogar der einflussreichste.

Dennoch war ich nie ein Apple-Jünger, ich besitze gerade mal ein einziges Apple-Produkt, einen alten iPod Classic. Distanz hilft, den Blick zu schärfen, glaube ich. Daher: R.I.P. Steve Jobs – mit einem, das sei auch an dieser Stelle erlaubt, augenzwinkernden Rausschmeißer: Könnte jetzt nämlich was eng werden da oben (vielen Dank an @DerBulo):

igod

Quelle: DerBulo via Twitter

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