Digitalisierung: Ein Viertel der Unternehmen droht auf der Strecke zu bleiben

Ein Ländervergleich zeigt: In den USA finden sich mit einem Anteil von 28 Prozent branchenübergreifend mehr digitale Vorreiter als in Deutschland.

Die digitale Transformation wird auch in diesem Jahr eines der zentralen Themen in der Wirtschaft sein – das gilt für Deutschland ebenso wie für alle anderen westlichen Volkswirtschaften.

Dabei geht unter den Unternehmen in Deutschland und den USA geht die Schere zwischen digitalen Vorreitern und Nachzüglern weit auseinander. Das ist der zentrale Befund der Studie „Beyond the Hype: Which Companies Are the Real Champions of Building the Digital Future“ der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG).

Für die Analyse haben rund 700 Befragte aus Deutschland und den USA den digitalen Reifegrad ihrer Unternehmen eingeschätzt. Wichtigstes Ergebnis: Während die Vorreiter ein hohes digitales Leistungsniveau erreichen, droht rund ein Viertel der Unternehmen den Anschluss zu verlieren.

Grundlage der Studie ist der „Digital Acceleration Index“ (DAI) von BCG, der auf einer Selbsteinschätzung des digitalen Reifegrades von Unternehmen in 27 Digital-Dimensionen basiert. Unternehmen mit einem DAI von 67 bis 100 DAI-Punkten werden als Vorreiter verstanden, Unternehmen mit einem DAI-Wert von weniger als 43 als Nachzügler.

Der Ländervergleich zeigt: In den USA finden sich mit einem Anteil von 28 Prozent branchenübergreifend mehr digitale Vorreiter als in Deutschland (21 Prozent) und weniger Nachzügler (USA: 23 Prozent/Deutschland: 31 Prozent). Den Spitzenreitern aus den USA gelingt es im Vergleich zu deutschen Vorreitern sehr gut, digitalen Fortschritt in zusätzliche Unternehmenswerte umzusetzen (USA: 78 DAI-Punkte/Deutschland: 68 DAI-Punkte).

Weitere Ergebnisse nach Branchen im Detail:

  • Der größte Anteil an Vorreitern findet sich – sowohl in Deutschland als auch in den USA – in der Telekommunikationsbranche (Deutschland: 31 Prozent; USA: 41 Prozent).
  • Viele Vorreiter zeigen sich in beiden Ländern auch unter den Technologieunternehmen (Deutschland: 24 Prozent; USA: 29 Prozent) und den Banken (Deutschland: 29 Prozent/USA: 27 Prozent).
  • Der deutsche und der US-amerikanische Maschinenbau gehört der eigenen Einschätzung zufolge zu den Branchen mit dem geringsten Vorreiteranteil (Deutschland: 20 Prozent; USA: 19 Prozent).

Das bedeutet: Der Maschinenbau – der ja ein wichtiges Rückgrad der gesamten deutschen Wirtschaft darstellt – steht vor besonders großen digitalen Herausforderungen. Weitere Ergebnisse der BCG-Studie in der folgenden Infofgrafik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: BCG

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Alle Kommentare [4]

  1. Danke für den spannenden Artikel! Meiner Sicht nach ist die Digitalisierung heutzutage von vielen Unternehmen nur als eine spannende Idee betrachtet – viel diskutiert – wenig umgesetzt. Ein schönes Beispiel dafür ist die Logistik 4.0 (auch hier https://www.epg.com/de/logistik-know-how/fachartikel/detailseite/logistik-40-smart-vernetzt-digitalisiert-1/ beschrieben) – die Logistik befindet sich aber im manuellen Zeitalter. Die Paketdienste arbeiten typischerweise mit mehreren IT-Systemen, die keine Schnittstellen miteinander haben.Die Digitalisierung bietet viele Chancen und Potenziale. Leider ist die Führungskultur noch eine der größten Herausforderungen.

  2. Die Anzahl der Verlierer könnte noch höher ausfallen, da bei vielen Untersuchungen die Entwicklung auf dem Land oft unberücksichtigt bleibt #Kommunen #Wirtschaft

  3. Vielen Dank für den interessanten Einblick, ich hätte nicht gedacht, dass noch so viele drohen, hintenan zu bleiben. Das aber die USA in Sachen Digitalisierung Vorreiter sind konnte man wiederum erahnen, die haben ja meist die Nase ein Stück weiter vorne. In Sachen digitale Talente und digitales Change Management – hier sollte auch die Demografie berücksichtigt werden. Demografischer Wandel gepaart mi Arbeiten 4.0 sind zwei Felder, die da aufeinander prallen, die es gilt, in Einklang zu bringen, hier sehe ich auch noch viel Nachholbedarf, das zeigt auch ein interessanter ergänzender Artikel dazu vom ifb. (https://www.ifb.de/der-betriebsrat/2017-04-wichtig-fuer-den-betriebsrat/arbeiten-40.html).

    Beste Grüße und ein schönes Wochenende,
    Alexandra

  4. Hallo Zusammen, super Artikel! Ich selbst arbeite in einem Speditionsunternehmen und auch wir haben uns schon lange auf die Digitalisierung gefreut! Nachdem wir es erst dieses Jahr umgesetzt haben vermute ich gehören wir schon zu den Nachzüglern. Da wir ein relativ kleines Unternehmen sind haben wir uns für die https://www.logistiqo.de/ Speditionssoftware von Logistiqo entschieden. Anfangs war es zwar ein kleiner Kampf alle Mitarbeiter an das System zu gewöhnen aber inzwischen merkt man das sich unsere Arbeitsabläufe extrem verbessert haben. Ich kann mich also eurem Artikel nur anschließen, wer jetzt nicht umsteigt und sich mit der Digitalisierung anfreundet wird bald den Anschluss verpassen. VG Matthias