Amazon Music hinter Spotify und Apple Music drittgrößter Streaming-Dienst der Welt

In anderthalb Jahren hat Amazon Music den dritten Platz im Musik-Streaming erobert – obwohl der Dienst praktisch in nur vier Ländern genutzt wird.

Dass Amazon gerade drauf und dran ist, den gesamten Handel gehörig durcheinander zu wirbeln, hat die „WirtschaftsWoche“ in jüngster Zeit mehrfach näher beleuchtet: etwa hier im Blog – und auch in einer WiWo-Titelgeschichte vor einer Woche (komplette Story als Premium hier).

Wie sehr Jeff Bezos dabei auch in neue, vermeintlich kerngeschäftsferne Märkte eindringt und diese umkrempelt, zeigt exemplarisch das Musikgeschäft: In den vergangenen Jahren hat Amazon seine Bestell-Flatrate Prime sukzessive um neue Dienste erweitert, um mehr Kunden zu gewinnen.

Im November 2015 ging Amazon Music als Bestandteil von Prime an den Start – nach dem bereits sehr erfolgreichen Video-Pendant Amazon Prime Video. Der Song-Katalog des Amazon-Streaming-Dienstes ist zwar deutlich kleiner als jener der Rivalen Spotify und Apple Music.

Dennoch hat sich Amazon Music in gut anderthalb Jahren bereits auf den weltweit dritten Platz der Musik-Streaming-Plattformen hervorgearbeiet, wie jüngst veröffentlichte Zahlen des US-Marktforschers Midia belegen.

Quelle: Midia/Musicindustryblog

Demnach kommt der Bezos-Dienst nunmehr bereits auf 16 Millionen Nutzer oder 12 Prozent Marktanteil. Davor rangieren nur Apple Music mit 28,2 Millionen und Spotify mit 53 Millionen Nutzern. Dies bezieht sich jeweils auf zahlende Abonnenten.

Wie der amerikanische Musicindustryblog seien die Amazon-Zahlen zudem deshalb beeindruckend, weil sich die Nutzung von Amazon Music auf die vier Prime-Kernmärkte USA, Japan, Großbritannien und Deutschland konzentriere – dort nutzt immerhin mehr als jeder dritte Prime-Kunde den Streaming-Dienst (35 Prozent).

Mehr noch: In Japan und Deutschland, dem zweit- und viertgrößten Musikmarkt der Welt, dominierten bis heute noch der Verkauf von CDs. Dadurch verfüge Amazon gerade in jenen Märkten noch über enormes Wachstumspotenzial. Hierzulande könnte Amazon mit seinen 17 Millionen Prime-Abonnenten auf Sicht von 12 bis 18 Monaten sogar der größte Musik-Streaming-Dienst werden.

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