Amazon punktet mit Tablet-PC Kindle Fire

 Wenn der Internet-Händler am heutigen Abend die Zahlen für das vierte Quartal 2011 vorlegt, dürfte er vor allem jenseits des Stammgeschäfts überraschen: Experten erwarten einen Boom im Tablet-Geschäft.

(Update 01.02.2012: Trotz hohem Umsatzwachstums hat Amazon die Erwartungen enttäuscht, da der Nettogewinn rückläufig war: Umsatz 17,4 Milliarden Dollar (+35%), Gewinn 177 Millionen Dollar (-58%); die Zahlen hat in der vergangenen Nacht Silicon-Valley-Kollege Matthias Hohensee bewertet.)

Erst in der vergangenen Woche hat Apple der Welt einmal mehr eindrucksvoll bewiesen: Im Geschäft mit Smartphones und Tablets geht nichts ohne den US-Konzern. Mit geradezu angstmachender Leichtigkeit haben die Kalifornier die im Vorfeld enorm hohen Erwartungen sogar noch übertroffen: So hat Apple in den drei letzten Monaten des Jahres 2011 rund 37 Millionen iPhones verkauft, ein Plus von 128 Prozent gegenüber dem Vorjahr; sowie 15,4 Millionen iPads (+111 Prozent).

Umso spannender blicken Anleger und Investoren auf das Internetkaufhaus Amazon, das heute Abend seine Zahlen für das abgelaufene Weihnachtsquartal vorlegt. Schließlich hat das von Gründer Jeff Bezos geleitete Unternehmen mit dem hierzulande noch nicht erhältlichen Kindle Fire einen ernstzunehmenden Gegenentwurf zu Apples iPad im Portfolio. Bezos drückt den Tablet-Rechner seit Anfang Oktober 2011 für 199 Dollar in den Markt – zwei Dollar unter den Herstellungskosten.

Quelle: ZDNet/Flurry

Offenbar mit Erfolg: Der Finanzanalyst Youssef Squali von der amerikanischen Investmentbank Jefferies schätzt, dass Amazon bereits rund vier Millionen Kindle Fire unters Volk gebracht haben könnte – nicht schlecht für das erste Verkaufsquartal überhaupt. Ähnliche Zahlen hat das US-Marktforschungshaus Flurry ermittelt: Demnach ist der Marktanteil bei Tablet-Computern mit Android-Betriebssystem – Amazon nutzt Googles Mobilsoftware ähnlich wie etwa Samsung – zwischen November 2011 und Januar 2012 von drei auf 36 Prozent angeschwollen (gemessen an der App-Nutzung); auf Augenhöhe mit dem bisherigen Marktführer Samsung Galaxy Tab. Hersteller von Android-Tablets sollten weniger das iPad als vielmehr Amazon fürchten, schreibt Larry Dignan in seinem Mobile-Blog beim Technologieportal ZDNet.

Damit kommt Amazon in einem seiner vielen neuen Märkte jenseits des Stammgeschäfts Internet-Handel schneller voran als erwartet. Bereits Ende November habe ich hier im Blog eine spannende Fakten über Amazon, die Supermacht im Web veröffentlicht. Das amerikanische Technologieblog „IntoMobile“ hat Mitte Dezember eine aufschlussreiche Infografik über die vielen Märkte der Bezos-Company veröffentlicht. Die Überschrift: Amazon gegen den Rest der Welt. So kämpft Amazon etwa im Bereich Musik-Downloads mit seinem MP3-Store gegen iTunes, ebenfalls aus dem Hause Apple. Oder mit dem Bezahlsystem Amazon Checkout gegen die Ebay-Tochter Paypal. Der Kurs der Amazon-Aktie hat sich seit 1997 sogar besser als der von Apple entwickelt. Diese und weitere Fakten in der Infografik – zum Vergrößern zwei Mal hintereinander auf die Grafik klicken (wird beim ersten Mal kleiner):

 Quelle: IntoMobile.com

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