Microsoft wird sozial mit So.cl

Der Software-Riese aus Redmond hat sein eigenes soziales Projekt namens So.cl – gesprochen Social – gestartet. Eine Konkurrenz zu Facebook soll das laut Microsoft aber nicht sein.

Mutmaßungen in diese Richtung gibt’s bereits seit einiger Zeit: Im Juli hat Microsoft selber erste Informationen über ein eigenes Projekt namens So.cl preisgegeben – angeblich nur aus Versehen. In der Folge tauchen immer mal wieder Gerüchte auf, der Windows-Gigant plane einen eigenen Facebook-Rivalen, die Microsoft umgehend verneint; zuletzt geschehen im November.

Solch ein Schritt wäre durchaus pikant, immerhin hat sich Microsoft-Boss Steve Ballmer im Jahr 2007 mit rund 240 Millionen Dollar an Facebook beteiligt und dadurch eine weitreichende strategische Partnerschaft mit Mark Zuckerberg geschlossen. Nicht mehr verheimlichen kann Microsoft seine sozialen Ambitionen seit Mitte November: Da präsentiert das US-Technolgieblog „The Verge“ einen exklusiven Inside-Report von So.cl inklusive Bildschirmfotos und tiefen Einblicken in Design und Funktionsweise des Projekts.

 Quelle: The Verge

Ende vergangener Woche hat Microsoft schließlich die Karten gelüftet und So.cl auf der Webseite www.so.cl gestartet. Laut eines Blog-Eintrags von Microsoft Research ist So.cl ein experimentelles Forschungsprojekt, das sich an Studenten richtet. Demnach ist die neue Plattform trotz einiger visueller Ähnlichkeiten keine bloße Facebook-Kopie. Vielmehr will der Software-Gigant die Idee eines sozialen Netzwerks eng mit der Internet-Suche verknüpfen. Zum Start ist die Teilnahme nur auf Studenten der drei Universitäten in Washington, New York und Syracuse beschränkt. Weitere Unis sollen im Laufe der Zeit folgen.

Dass Ballmer seinem Buddy Zuckerberg nicht direkt Konkurrenz machen will, zeigt sich auch darin, dass So.cl kein vollständiges soziales Netzwerk ist, sondern gewissermaßen auf Facebook aufsitzt: Einloggen können sich Nutzer mithilfe ihrer Facebook-Einwahldaten. Laut Microsoft steht bei So.cl vor allem die soziale Suche, etwa nach Nutzern mit ähnlichen Interessen und Inhalten. Die zentrale Statusbox fragt denn auch nicht: „Was machst Du gerade?“, sondern: „Was suchst Du?“. Die weiteren Funktionen erläutert ein auf der Startseite von So.cl veröffentlichtes Video: Demnach geht es um gemeinsames Lernen und das Teilen von Fotos, Videos und anderen Dokumenten – ganz ähnlich wie bei Facebook oder Google+ auch.

Nebenbei bemerkt: Auch Facebook war beim Start zunächst nur den Harvard-Absolventen vorbehalten – und begann dann seinen Siegeszug von Uni zu Uni. Aber wie So.cl unter „häufig gestellte Fragen“ selber anmerkt: „Wir erwarten, dass Studenten auch in Zukunft Produkte wie Facebook, Twitter und LinkedIn nutzen werden. So.cl soll die bereits existierenden Suchmaschinen und sozialen Netzwerke nicht ersetzen.“ Es bleibt also spannend, was Microsoft dann mit seinem jüngsten Baby genau vor hat.

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Quelle: Microsoft/So.cl

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