Test Garmin Fenix 6 Pro Solar

Nein. Tut sie nicht. Es nützt nichts, den ganzen Tag in der Sonne rumzurennen, die Vitaldaten munter messen zu lassen – sie lädt sich in der Zeit nicht auf 100 Prozent voll, meine Versuche sie überhaupt nur nennenswert mit Sonnenkraft aufzuladen in der Bewegung – nicht erfolgreich. Der Fairness halber sei vorweg geschickt – das war mehr meine Hoffnung, als das Versprechen des Herstellers, als die fenix mit Solarmodul vorgestellt wurde.

Der Akkustand sinkt langsamer und in der nun beginnenden dunklen Jahreszeit wird das immer weniger relevant. Aber – Akku hat sie eh satt. Es dürften nur die wildesten Abenteurer sein, die ihn in Tagen der Abgeschiedenheit in der Bergwelt in die Knie zwingen. Bis zu 24 Tagen Akku verspricht Garmin – wenn die System auf eine Minimum genutzt werden, wer die Streaming-Musikfunktion der Uhr nutzt, ist deutlich rascher dabei, das Ladekabel zu suchen.

Und damit ist dieser Test in seinen Grundzügen beendet. Denn die Solarfunktion ist der elementare Unterschied zu den Modellen wie der fenix 6 , die ich bereits getestet habe. Natürlich ist die Auswertung der Exposition zur UV-Strahlung nicht irrelevant – aber sicher nicht für alle Nutzer gleich wichtig.

Garmin ist Evolution, nicht Revolution. Jedes Modell bringt kleinere Verbesserungen mit sich, oder Erweiterungen, die später in nachkommende Modelle mit einfließen. Bei der fenix 6 Pro Solar wäre es beispielsweise noch Funktionen für die Messung von Sportarten wie Bouldern oder surfen – die mit einem Upgrade der Firmware auch bei den vorigen Modellen der fenix 6 dabei sind.

Die, nennen wir es ruhig Plattformstrategie, von Garmin bringt es mit sich, das sukzessive Funktionen zugefügt werden in den jeweiligen Spitzenmodellen – die Pro Solar kostet Listenpreis immerhin je nach Größe zwischen 820 und 880 Euro – die vielleicht nicht jeder braucht. Auch wenn dem keine wissenschaftliche Untersuchung unterliegt, rate ich bei Nachfragen aus dem Bekanntenkreis, ob man denn dies oder jenes haben müsste, bei Garmin eine Gerätegeneration beruhigt auszulassen. Wer also noch eine fenix 5 am Arm hat – alles prima, ein Schritt hoch zur fenix 6 Pro Solar ist nicht nötig. Schaden tut er sicher auch nicht.

Die nächsten Schritte, die diese Generation Sportuhren machen werden, sind noch intensivere Interpretation der Daten und Ausarbeitung von individuellen Trainingsratschlägen auf Basis der gewonnen Daten. Sie werden Trainer am Arm, zumindest gute Ratgeber. Schlaf, Herzfrequenz, Bodybattery oder Pulsoximeter – die Garmin fenix 6 Pro Solar spiegelt einem gut wieder, wie man sich fühlt. In der Regel deckte sich die Einschätzung der Uhr mit meinem Empfinden – und am Ende ist das mE der wichtigste Punkt: Die Daten mit den eigenen Wahrnehmungen abzugleichen und zu lernen, beides zu nutzen, nicht nur das eine, nicht nur das andere.

Das gleiche gilt für Funktionen wie Dynamic Pace Pro, die dem Athleten helfen soll, eine gleichmäßige Anstrengung aufrecht zu erhalten, wenn das Terrain sich ändert. Corona sei dank, hatte ich leider weniger Möglichkeiten als mir lieb ist, das umfassend auszuprobieren.

 

 

 

 

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