Entscheidungshilfe Garmin Forerunner 230, Forerunner 235, Forerunner 630. Einzeltest folgt.

Test Garmin Forerunner 230, Test Garmin Forerunner 235, Test Garmin Forerunner 630. So müsste der Text beginnen, damit er bei Google super gefunden wird. Holzhammer. Das läuft. Aus Gründen des SEO-Erfolg stelle ich das hier mal vorweg. Weltruhm wartet auf mich. Für all die Menschen, die zurecht nicht nur Info, sondern auch ein wenig Lesespaß wollen – der richtige Text beginnt jetzt hier: 

Nachtrag 5. Februar: Einzeltest Garmin Forerunner 235 ist hier, Einzeltest Forerunner 630 ist hier. Die 230 fehlt noch, kommt die Tage.

————

Wir hatten ja nichts. Robert Lembkes „Was bin ich – Heiteres Beruferaten“ war schon eines der Highlights der auslaufenden Schwarz-Weiß- und beginnenden Farbfernseh-Ära. Für die jüngeren Leser dieses Blogs hier das Video zum Spruch „Welches Schweinderl‘ hätten’s denn gern?“ Für die Genauwissenwoller der Wikipedia-Eintrag.

Uhren auf weihnachtlich rotem Untergrund. Frohes Fest!

Uhren auf weihnachtlich rotem Untergrund. Frohes Fest!

Daran muss der interessierte Läufer, zumindest ich, spontan denken, wenn er die neue Reihe an Laufuhren sieht, die Garmin gerade noch so rechtzeitig vor dem Fest vorgestellt und vor allem in die Geschäfte gebracht hat. Und viele werden sich fragen: Welche ist denn die richtige für mich? Bevor ich also in den kommenden Wochen jede einzelne Uhr näher beschreiben werde, hier schon mal in aller gebotenen Ausführlichkeit, aber auch Zuspitzung, ein Wegweiser, welche mir für welchen Läufer am geeignetsten scheint.

Wer sich die drei Uhren nebeneinander anschaut oder so wie ich in die Hand nehmen kann, stellt schnell fest: Das ist die gleiche Uhr. Jein. Die Gehäusemaße sind nahezu identisch, die Forerunner  235 dank der integrierten Messung der Herzfrequenz etwas höher, die Forerunner 630 etwas schwerer. Aber aus der Entfernung muss der Betrachter schon ein intimer Kenner der Produktfamilie sein, um zu erkennen, welches Modell der Träger am Arm hat. Das Armband der 630 ist etwas dicker, die Optik etwas anders. Die Farbkombinationen der drei Modelle unterschiedlich. Ansonsten stecken viele Gemeinsamkeiten drin.

Die Rückseiten offenbaren die wenigen Unterschiede.

Die Rückseiten offenbaren die wenigen Unterschiede.

Da wäre zum Beispiel die Schnelligkeit des GPS, die Fähigkeit Smart Notifications via Bluetooth vom Smartphone zu erhalten, den Activity Tracker, der zum Beispiel auch den Schlaf protokolliert. Und das Display. Ein nicht sichtbarer Unterschied: Das Topmodell Forerunner 630 wird über Touchdisplay gesteuert. Statt mit Auf- und Ab-Tasten an der Seite wird sie über Wischen und Drücken auf dem Display gesteuert.

Alle drei Uhren werden über Garmin Connect ausgelesen, alle drei bieten dafür die gängigen Parameter an von Entfernung, Pace oder Schrittfrequenz. Alle drei bieten die Ermittlung des sogenannten VO2-Max, ein Wert, der – mal ganz grob – festlegt, ab wo es mühselig ist und der Körper umstellt. Von was auf irgendwas. Könnte ich länger erklären, ist dann nur verwirrend. Hoher VO2-Max – gut. Mehr muss man nicht wissen. Eine Farbskala hilft zudem. Grün ist allerdings nur Mittelmaß. Violett. Farbe der Saison. Das ist super. Dann lehnen sich auch alle drei Uhren aus dem Fenster, wenn es darum geht, vorauszusagen, welche Zeiten man auf 5km, 10km, 21km und 42km laufen würde momentan. Das kann man glauben, es für gesetzt zu halten, könnte im Desaster enden.

Da alle so viel gemein haben – wozu gibt es überhaupt drei Modelle?

Same same but different!

Same same but different!

Wenn man die Handhabung über Touchdisplay außen vor lässt, sind es jeweils zwei wichtige Punkte, die die größeren Modelle Forerunner 235 und 630 vom „kleinsten“ Familienmitglied unterscheiden.

Das Flagschiff Forerunner 630 ermittelt als einzige die sogenannte Laktatschwelle als präzise Angabe nicht als Wert XY im VO2-Max. Denn die Laktatschwelle ist   „der Belastungsbereich, in dem der Sauerstoffbedarf und der Sauerstoffverbrauch in den Körperzellen gerade noch ausgeglichen ist“, wie hier nachzulesen ist. Der VO2-Max, das bunte Zählchen in möglichst violett, ist die Menge, die der Mensch an Sauerstoff verarbeiten kann. Für die Laktatschwellen-Ermittlung fließt üblicherweise Blut. Ich habe das machen lassen, bekam für 50 Euro einige schmerzhafte Piekser und ein langes Schreiben, das ich kaum verstand. Diese Prozedur möchte einem die Forerunner 630 ersparen. Sie ermittelt das auf Basis der vielen Daten, die sie so misst. Dazu zählen, dank des speziellen Brustgurts, auch Daten zum Laufstil. Wie gleichmäßig läuft man rechts und links, wie lange ist der Fuß am Boden (getrennt nach links und rechts), usw. usw. usw. Ein Füllhorn an Infos, das der sehr ambitionierte und mit präzisen Daten trainierende Ausdauersportler voll ausschöpfen kann. Wer einen Marathon unter 4 Stunden laufen möchte, braucht das alles nicht. Wer sich der 3-Stunden-Marke nähert oder sie gar unterschreiten will: Hier ist das richtige Werkzeug innerhalb der Garmin-Laufuhr-Sippe. Sie kostet allerdings auch 449 Euro inklusive des Gurts, ohne den die Uhr sinnlos ist. Er ermittelt die wesentlichen Daten.

Big Data am Hacken. Alles über meinen Laufstil. (Messung nur mit Forerunner 630)

Big Data am Hacken. Alles über meinen Laufstil. (Messung nur mit Forerunner 630)

Für alle die, die auf einen Halbmarathon trainieren, die einen Marathon anpeilen, denen reicht das kleinste Modell, die 230. Sie haben ein schnelles GPS, von dem man vor 2 Jahren nur träumen konnte und einen Komfort beim Auslesen der Uhr, die ebenfalls einen deutlichen Sprung bedeutet. Sie kostet offizielle 300 Euro, bereits heute ist sie mit etwas Suchen für etwa 230 Euro zu bekommen.

Mein persönlicher Favorit ist jedoch das mittlere Modell, die Forerunner 235. Was mir gefällt, muss nicht für andere das richtige sein. Aber ich verzichte lieber auf einige Daten, die ich zwar gerne hätte und auch nutzen könnte, aber ich verzichte noch lieber auf einen Brustgurt. Der aktuelle der 630 scheuert zwar nicht – aber ich mag das Gefühl einfach nicht. Ich kann ihn auch vergessen und frisch voll geschwitzt ist so ein Brustgurt einfach irgendwie: Brrrrrr. Die 235 wie ihr gar nicht so alter Vorgänger 225, hat die Herzfrequenzmessung integriert. Sie misst durchgängig auch in den Momenten, wo man am Texten ist. Diese Passage schreibe ich zum Beispiel mit Puls 71 und in der Tat: Soooo aufregend ist das hier ja alles auch nicht. Aber doch spannender als die 51 Schläge, die mein Körper im Laufe des Tages irgendwann mal nur benötigte, um mich mit Sauerstoff zu versorgen. Ich persönlich komme auch mit Tasten statt Touchdisplay gut klar. Das habe ich nach Jahren des Umgangs mit solchen Uhren einfach intus. Die Uhr müsste jetzt nur Triathlon können, also Schwimmfunktionen haben – dann wäre es meine 1. Wahl. Ist ja kurz vor Weihnachten, da wird man sich ja noch was wünschen dürfen.

Zu allen Uhren folgen noch ausführliche Berichte. Nur wer sich jetzt entscheiden will, hat hier einige Fingerzeige.

 

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*



Alle Kommentare [22]

  1. Danke Thorsten für den Kurztest.
    Kannst Du kurz etwas zur 235 und der Pulsmessung sagen? Ist diese hinsichtlich Zuverlässigkeit mit einem Brustgurt vergleichbar? Und stört das exponierte Gehäuse nicht beim Tragen (Drücken?)?
    Herzlichen Dank.

  2. Hallo, ich versuche, den Test der 235 die Tage zu verfassen. Bis Mitte kommender Woche sollte es klappen.

  3. Hi!
    Danke für die Zusammenfassung! Wie verhält es sich denn mit der 225, anscheinend gerade eben rausgekommen und kann auch am Handgelenk den Puls messen?

    VG
    Markus

  4. Hi Thorsten!
    Ist die Forerunner 630 deiner Meinung nach „Triathlon-tauglich“?
    Habe in nächster Zukunft vor, in Richtung Triathlon zu trainieren und bin jetzt eben auf der Suche nach der passenden Uhr! Hatte die 620er schon und war sehr zufrieden …
    Danke im Voraus!

  5. @patrick dcrainmaker ist IMMER ausführlicher. das ist quasi nicht besser zu machen, wenn es um gründlichkeit geht. zumindest die einzelnen uhren bin ich ja jeweils noch extra angegangen. allein: soll man nichts mehr machen, weil immer der hinweis auf dcrainmaker kommt?

  6. Hallo, ich such eine pulsuhr mit gps die was am handgelenk misst (24 stunden aufzeichnet plus schlafanalyse) und mit runtastic kombatible ist, gibt es da eine empfehlung? zbsp garmin 220 oder 235? oder wie schauts mit polar oder tom tom aus? danke schon mal im voraus. mfg

  7. Kannst du mir bitte mitteilen was die wesentlichen Unterschiede zwischen der FR 630 und der Fenix 3 sind? Das Radfahren und schwimmen brauche ich nicht berücksichtigt zu haben. Ich bin kurztrailer bis max 5km. Jedoch meist nur Intervalle von 100m bis 1km mit maximalgeschwibdigkeit. Und im Winter fahre ich sehr oft recht sportlich Ski.

  8. @Anzo, in aller Kürze alle Aspekte zusammengegossen: Die fenix3 hat einen nativen Ski-Modus. Sie besitzt einen barometrischen Höhenmesser. Kompass. Alles, was man so braucht in den Bergen. Ansonsten ist der wesentliche Unterschied tatsächlich vor allem das Gehäuse. Die Haptik, die Optik.

  9. Zum Brustgurt der 630 möchte ich das „nicht scheuern“ noch bekräftigen: Das ist wirklich eine deutliche Verbesserung gegenüber dem alten Modell, das auch noch die 230 hat. Insgesamt sitzt der auch deutlich angenehmer und verursacht bei mir kein beklemmendes Gefühl, wie der Vorgänger.

    Ansonsten gilt vermutlich bei allen drei Uhren: Die Software reift beim Kunden, wer diesen Kommentar in einem halben Jahr liest, kann diesen Satz getrost ignorieren 😉

  10. Hi,
    kann ich bei der 235er die optische Pulsmessung deaktivieren und stattdessen mit Brustgurt messen (wenns z.B um Intervalltraining und genauere Daten geht)?

    Gruß
    Martin

  11. Hab den Artikel auch so über google gefunden ;).

    Ich stehe gerade vor der Entscheidung 230 oder 235.. da ich leider meine Polar M400 (eigentlich top und kann alles was ich möchte) zum 2. Mal wegen dem defekten USB Anschluss einschicken muss.

    Für mich stellt sich gerade die Frage Pulsmessung am Handgelenk ja oder nein. Bislang muss ich gestehen hab ich noch nie nach Puls trainiert und ihn auch so gut wie nie mit einem, durchaus vorhandenen Brustgurt, gemessen. Ich könnte also ohne aber wenn man sich schon eine neue Uhr kauft…

  12. @jan sorry für die späte antwort. wenn du mich fragst: 235 und gurt zusätzlich für bspw kurze intervalle, also 10×400 oder sowas. aber ansonsten tut es die messung am arm mE.

  13. Sehr schöner Bericht, hab mir die Forerunner 235 inzwischen auch gekauft. Nur eines bekomme ich nicht hin: Das Layout mit 4 Datenfeldern. Mir werden im Menü nur 3 angeboten, die ich bestücken kann. VG Erik

  14. @Erik Sie kann meines Wissens keine vier. Wenn ist es beim Setting, Activity Setting, Datenfelder. Dort lässt sich dann auswählen, wie viele Datenfelder. Bei der fenix3 sind vier möglich, ebenso bei bspw. 910xt und jünger. Bei der 235 weiß ich es nicht genau. Das Manual gibt auch nichts her. Sorry.

  15. Hallo Thorsten,
    Kann man bei der 235er die optische Pulsmessung deaktivieren (z.B., wenn man nicht trainiert)?
    Grüße, Simon

  16. Hi und toller Artikel über die Garmin forerunner 235!! 🙂
    Ich habe mir auch die Pulsuhr zugelegt und ich bin sehr sehr zufrieden mit ihr. 😀
    Das Design stimmt ! Die funktionen passen & das gute ist ich kann sie auch im alltag benutzen. 🙂

  17. Hi und toller Artikel über die Garmin forerunner 235!! 🙂
    Ich habe mir auch die Pulsuhr zugelegt und ich bin sehr sehr zufrieden mit ihr.
    Das Design stimmt ! Die funktionen passen & das gute ist ich kann sie auch im alltag benutzen. 🙂