„Du siehst damit total affig aus.“
Kommen wir zu den Vorteilen des O’Neill Construct.
Es wird Herbst, die Abende rasch kühl, nicht lange, dann frieren die Ohren ohne Mütze beim Laufen gewaltig. Da ist die wärmende Isolierung eines klassischen Bügelhörers nicht unbedingt das Schlechteste.
Den Construct habe ich mal stellvertretend für all die Beats und sonstigen hippen Bügelkopfhörer probiert, die bei den jungen Menschen so hoch im Kurs stehen und die vor allem eines zeigen: Mode erlaubt alles. Es gab Zeiten, da hätte sich mit so etwas keiner auf die Straße gewagt.
Ich traute mich sogar in Laufklamotten mit dem Construct über dem Schädel auf den Radweg. Und der Construct wärmt. Nicht allein wegen der etwaig romantischen Musik, sondern weil die Polster das Ohr gut abdecken. Der optische Eindruck in enger Laufhose, knappsitzendem Shirt und dieser offensichtlich unpassend überdimensionierten Hör-Apparatur auf dem Schädel muss einem einfach egal sein.
Auf der Habenseite: Er rutscht nicht. Der Bügel hält ihn auch bei heftigeren Laufbewegungen sicher dort, wo er hingehört. Da er als Kooperation von Philips mit dem Surf-Ausrüster O’Neill nicht nur cool, sondern auch ein wenig wasserresistent sein muss, sind die Polster und der Stoffbügel auch ganz gut gegen Schweiß geschützt. Sein Gewicht stört nicht im geringsten.
Der Klang ist eher für die Jugend ausgelegt mit einem Hauch Betonung auf den Bässen aber durchaus noch neutral genug für alle Arten von Musik. Klinkenstecker und Kabel sind erfreulich hochwertig verarbeitet, integriert sind Lautstärkeregler und Mute (wohl für die Kids, die sich ja gern unterhält, während sie die Kopfhörer trägt) und sollte der Nutzer mal an einem Ast oder eben am Surfboard hängen bleiben, reißt nicht irgendwo etwas heraus, sondern löst sich ein weiterer Klinkenstecker in Nähe des Kopfhörers.
Mein Fall ist so ein Bügelkopfhörer für den Sport nicht. Ich komme mit den In-Ear-Modellen besser klar, sind dann doch leichter und problemloser mitzunehmen. Aber wer warme Ohren mag, den Kopfhörer vielleicht auch zu Hause nutzen will ist mit dem O’Neill gut bedient.
„Gut, dass du nicht eitel bist.“
Ein wenig Selbstbewußtsein sollte man allerdings schon haben. Oder einem das äußere Erscheinungsbild komplett egal sein. Das Ergebnis ist dasselbe.
Philips O’Neill Construct, um 100 Euro.


