Dieser Beitrag hätte Sonntag geschrieben werden müssen, nicht Montag abend. Sonntag war es exakt einen Monat bis zum Tag X: Meinem Debut bei einer Langdistanz im Triathlon (gerne auch Ironman genannt), das heißt 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Rad und 42 Kilometer. Natürlich an einem Stück – nur unterbrochen von kurzen Umziehpausen versteht sich. Gestern aber konnte ich nicht schreiben, da habe ich schon mal das Wechseln geübt zwischen Radfahren und Laufen. Sechsmal hin und her. Es war nicht mal die Hälfte der Distanz, die es zu überwinden gilt und davor geschwommen bin ich natürlich auch nicht. Die Vorbereitungen – so wirkt es – sind nicht das.
Welches Orchester spielt im Konzert ein Stück, das es vorher nicht einmal ganz durchgespielt hat, welcher Koch serviert im Restaurant ein Gericht, dass er nicht wenigstens einmal zubereitet hat? Gibt es nicht. Einen Marathon oder auch eben den Langdistanz-Triathlon „probt“ man nie. Es sind im Training immer nur Versatzstücke.
Ich bin also unruhig. Wird das Training reichen? Werden die Mühen sich auszahlen? Oder geht was grandios schief? Was ist, wenn ich vorher krank werde, oder mir was breche? Das Material kaputt geht?
Nun, vergangene Woche bin ich mit meinem normalen Rennrad gestürzt. (Das Rad ist unbeschädigt, machen Sie sich keine Sorgen!). Gestern beim Training ist an dem Triathlonfahrrad ein Teil abgebrochen. Die Einschläge häufen sich.
Der Radsturz war bei geringem Tempo, dafür auf einem Feldweg. Ich beachtete einen frei laufenden Hund, der in sicherer Entfernung seines Frauchens auf dem Feldweg trottete. Um auf alle seine Bewegungen zu achten, starrte ich ihn an, dabei übersah ich dann den kleinen Markierungsstein. Abgang.
Gestern im Training labberte dann der Auflieger des Triathlonlenkers – eine Schraube war gebrochen. Ich konnte weiterfahren. Auch noch mal gut gegangen.
Wie wohl jeder, der viel Zeit in ein Ziel investiert, habe auch ich Angst, dass nun noch etwas schief geht. Wie der Taucher, der kurz vorm Abflug auf die Malediven eine Nebenhöhlenentzündung bekommt, wie der Olympionik, der sich kurz vor den Spielen noch verletzt – es wäre eine Katastrophe. Für jeden, der sich in irgendeinem Hobby engagiert, viel Zeit oder auch Geld in die Hand nimmt – eine Absage kurz vorher ist ein Dämpfer, den man erstmal verkraften muss.
Ich habe – mal wieder – Glück im Unglück, beide Missgeschicke sind glimpflich ausgegangen und mit hinreichend Abstand zum Wettbewerb, dem www.wasserstadt-triathlon.de passiert.
Bislang scheint die größte Unsicherheit zu sein, ob ich da am 2. Juni alleine rumstehe – der letzte Eintrag auf der Homepage unter News stammt von Juni 2012. Kein Wettbewerb – das wäre dann eine echte Katastrophe.


